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Schallfeld: Mit Zuckerrübenversuchen gegen Nematodenbefall

Christoph Ott und seine Kollegin vom Institut für Zuckerrübenforschung (IfZ) in Göttingen überprüfen das Zuckerrübenwachstum.
Foto: Lothar Riedel | Christoph Ott und seine Kollegin vom Institut für Zuckerrübenforschung (IfZ) in Göttingen überprüfen das Zuckerrübenwachstum.

Wöchentlich kontrolliert Christoph Ott von der Arbeitsgemeinschaft Franken für das Versuchswesen im fränkischen Zuckerrübenbau mit der Geschäftsstelle in Eibelstadt das Zuckerrübenfeld des Schallfelder Landwirts Norbert Sahlmüller, an der Frankenwinheimer Straße. Sahlmüller stellt sein Feld seit mehreren Jahren für Versuche zur Verfügung. Gesät und geerntet wird durch die Arbeitsgemeinschaft/Versuchsanstalt, die Pflege- und Bodenbearbeitung erfolgt durch den Landwirt. Überprüft werden Otts Versuche vom Institut für Zuckerrübenforschung (IfZ) in Göttingen.

Das IfZ koordiniert sechs deutsche Arbeitsgemeinschaften. Mit den Versuchen soll insbesondere der Nematodenbefall kontrolliert und überwacht werden. Zu erkennen ist dieser an Flächen mit welkenden Blättern. Fälschlicherweise werden die trocknenden Blätter oftmals dem Wassermangel zugeordnet. Der Nematodenbefall gehört zu den pilzlichen Blattkrankheiten und ist einer der größten Schadensverursacher im Zuckerrübenanbau. "Falls an den Rübenwurzeln weiße Zysten zu sehen sind, ist das der Beweis für Nematodenbefall", teilt Ott mit. Durch den Befall können bis zu 50 Prozent Ertragsverluste entstehen.

Alle Sorten und Reihen müssen eindeutig mit Schildern gekennzeichnet sein.
Foto: Lothar Riedel | Alle Sorten und Reihen müssen eindeutig mit Schildern gekennzeichnet sein.

Um den Schaden zu verhindern oder zu reduzieren schaut Ott wöchentlich auf dem Versuchsfeld mit den nematoden toleranten Sorten nach dem Rechten. Durch den Anbau nematodentoleranter Zuckerrübensorten reduziert sich hingegen die Nematodenpopulation nicht. Nur durch den Anbau von Zwischenfrüchten wie Senf oder Ölrettich lassen sie sich reduzieren. Auf Sahlmüllers Feld werden 19 Sorten getestet. Dabei sind Ertrag, Zuckergehalt, Blattkrankheiten, Qualität, Wachstum sowie weitere fünf Faktoren von Bedeutung und werden überprüft.

Beim Feldaufgang wird festgestellt wie viele von 100 Körnern aufgehen. Das Keimverhalten hängt auch von der Witterung ab und liegt üblicherweise bei 80 bis 90 Prozent. In diesem Jahr soll die Ernte Ende September beginnen. Dann werden drei Reihen einer Sorte für Probeuntersuchungen in einem Sack gesammelt. Um eindeutige Untersuchungen zu erzielen, müssen für jede Probe vier Wiederholungen auf verschiedenen Flächen, auch als Blöcke bezeichnet, zum Vergleich herangezogen werden. Jährlich erfolgt der Test mit drei neuen Sorten. Dabei sind mehrjährige Ergebnisse von besonderer Bedeutung. Das Ziel der aufwendigen Versuche, ist die Rübenanbauer zu beraten, um Schäden bei den Zuckerrüben zu verhindern und den Anbau zu optimieren.

Auf einem Feld von Norbert Sahlmüller wurde die Sorte Annarose 'Rizomania-tolerant, Nematoden-tolerant und blattgesund' von der Firma KWS angebaut.
Foto: Lothar Riedel | Auf einem Feld von Norbert Sahlmüller wurde die Sorte Annarose "Rizomania-tolerant, Nematoden-tolerant und blattgesund" von der Firma KWS angebaut.
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