Schweinfurt

Schweinfurt: Wohlfühl-Sound zum Abschluss der Autokino-Konzerte

Das Erfurter Duo von „Gestört aber Geil“ hat in Schweinfurt gezeigt, wie man auch in Zeiten der Pandemie in Würde feiern kann.
Mit Luftschlangen und Konfetti endet am Schluss der Show von 'Gestört aber Geil' die Reihe der Autokino-Konzerte in Schweinfurt.
Mit Luftschlangen und Konfetti endet am Schluss der Show von "Gestört aber Geil" die Reihe der Autokino-Konzerte in Schweinfurt. Foto: ManuFotografie

Die letzte Show des Schweinfurter Autokino-Konzertsommers endete am Samstagabend mit einem lauten Knall und massig Luftschlangen und Konfetti. Das DJ-Duo "Gestört aber Geil" sorgte für einen stimmungsvollen Abschluss mit gut 160 Autos auf dem Volksfestplatz. Mit "Wünsch dir was", einem Remix des alten Tote-Hosen-Hits, starteten die beiden Erfurter Marcel Stephan und Nico Wendel ihr Set. Hosen-Frontmann Campino ist im Stück nicht zu hören. Ein Kinderchor besingt die Hoffnung auf eine bessere Zeit, in der "Gut über Böse wieder siegen wird".

Das Erfolgsrezept des Duos ist recht schnell erklärt. Bekannte Pop- und Rock-Songs der letzten ein, zwei Dekaden werden zu Remixes verarbeitet, eingehüllt in gut produzierte und wiedererkennbare Electro-Beats und House-Tracks. Zu verspielt oder komplett entstellt wirken die Neukreationen der alten Klassiker nicht. Es scheint einfach alles zu passen.

"Gestört aber Geil" ist ein Hochglanzprodukt, das mit Universal Music ein Major Label im Rücken weiß. Der Erfolg der letzten Jahre hat seine absolute Berechtigung. Das beweisen auch zahlreihe Auszeichnungen für ihre Charterfolge sowie unzählige Klicks und Follower im Internet.

Das elektronische Pendant zu Helene Fischer

Die Thüringer produzieren einen tanzbaren Wohlfühl-Sound, der sogar ohne Tanzfläche im Autokino funktioniert. Stephan und Wendel wirken bei ihrem Auftritt in Schweinfurt extrem fokussiert und abgeklärt. Die Beiden lassen sich komplett auf die neue Realität ein. Das überschaubar daherkommende Showtalent der DJs wird gekonnt kaschiert. Es wirkt fast, als  hätten sie nie woanders als auf asphaltierten Parkplätzen vor massig Pkw ihre Konzerte gespielt. Die Zuschauer werden routiniert und spielerisch zum Mitmachen animiert. In Klamauk oder bizarren Situationen endet das dabei nie. "Gestört aber Geil" zeigen, wie inmitten der Pandemie mit reichlich Social Distancing in Würde gefeiert werden kann.

Das Erfurter Duo "Gestört aber Geil" surft auf der Erfolgswelle. Daran ändert selbst die Corona-Krise nichts.
Das Erfurter Duo "Gestört aber Geil" surft auf der Erfolgswelle. Daran ändert selbst die Corona-Krise nichts. Foto: ManuFotografie

Die Interaktion mit dem Publikum funktioniert hervorragend. Dafür sorgt auch die Crew hinter dem Duo, die am Sonnabend mehrfach durch die Autoreihen lief, um allerhand Partyutensilien in den Schweinfurter Abendhimmel zu schießen. Ein Blick hinter die Autoscheiben lässt den Schluss zu, dass das Konzept der zwei Künstler gleich mehrere Generationen erreicht und verbindet. Ein Nischenprodukt sieht anders aus. Wenn man so will, sind "Gestört aber Geil" die deutsche Antwort auf David Guetta. Oder potenziell zumindest das elektronische Pendant zu Helene Fischer.

Weiter auf der Erfolgswelle, auch in der Krise

Als neuesten Hit haben sie mit "Mutter – der Mann mit dem Koks ist da" einen alten Falco-Klassiker wiederbelebt. Ein neues Gewand wurde auch Umberto Tozzis "Ti Amo" verpasst. Technisch gekonnt herumgewerkelt wird ebenso an neueren erfolgreichen Musikstücken, wie von Rapper Apache 207. Stephan und Wendel werden – daran besteht kein Zweifel - weiter auf der Erfolgswelle surfen. Daran ändert noch nicht einmal die Corona-Krise oder der sinnentleerte Bandname etwas. Ihr Tour-Kalender ist selbst in Zeiten wie diesen prallvoll. Falls es irgendwann mal nicht mehr läuft, könnten die entstandenen Tracks zumindest problemlos in hippen Lounges oder in der Warteschlange von Telefon-Hotlines weiterlaufen. Denn richtig geknallt hat es bei "Gestört aber Geil" eigentlich nur, wenn die Konfetti-Kanone abgefeuert wurde. Die zwei Stunden mit relaxter Live-Musik und schönem Animationsprogramm waren an einem warmen Sommerabend im Schweinfurter Autokino dennoch keineswegs der schlechtmöglichste Zeitvertreib.

Gute Stimmung bei der letzten Show des Schweinfurter Autokino-Konzertsommer mit 'Gestört aber Geil'.
Gute Stimmung bei der letzten Show des Schweinfurter Autokino-Konzertsommer mit "Gestört aber Geil". Foto: ManuFotografie

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