Schweinfurt

Schweinfurter Migrationsgeschichten

Kulturelle Vielfalt gibt es in Schweinfurt zu Hauf, hier wohnen Menschen aus 130 Ländern. Die neue Ausstellung „Made in SW“ widmet sich ab 18. September der Schweinfurter Migrationsgeschichte. Das Bild zeigt internationale Studierende vom i-Campus der Fachhochschule.
Foto: FHWS/FFRIESE | Kulturelle Vielfalt gibt es in Schweinfurt zu Hauf, hier wohnen Menschen aus 130 Ländern. Die neue Ausstellung „Made in SW“ widmet sich ab 18. September der Schweinfurter Migrationsgeschichte.

Knapp 55 000 Einwophner hat Schweinfurt, Menschen aus 130 Ländern leben hier, 11 000 Mitbürger haben einen ausländischen Pass und rund 45 Prozent der Deutschen einen so genannten Migrationshintergrund. Das sind die nackten Zahlen, die das seit vielen Jahrzehnten friedliche Miteinander der Kulturen in der Stadt nur unzureichend in all seiner Vielfalt beschreiben.

Der Schweinfurter Migrationsgeschichte auf die Spur gemacht hat sich Daniela Kühnel mit der Ausstellung „Made in SW“, der 19. insgesamt und der neunten von ihr kuratierten. Kühnel dreht unter dem Titel „Gern daheim in Schweinfurt?! Migration seit 1945“ den historischen Scheinwerfer in alle Richtungen, zeigt in bewährter Manier, historischer Genauigkeit und Detailwissen einen sehr gelungenen Überblick über die Geschichte der Migration in der Industriestadt am Main, in der fremde Kulturen schon immer willkommen waren.

Es ist offensichtlich, dass die kreisfreie Stadt Schweinfurt auch von den „prägenden Zuwanderungsströmen“ der BRD in den letzten Jahrzehnten im besonderen Maße betroffen war und ist, wie es im Vorwort des Katalogs heißt. Das Besondere dieser Ausstellung ist auch, dass die Stabsstelle „gerne daheim“ der Stadt mit im Boot ist. „Ich bin froh, mit der Ausstellung eine angstnehmende, chancenorientierte und damit integrationsfördernde Sichtweise fördern zu können“, erklärt „gerne daheim“-Leiter Matthias Kreß. Mit integriert in die „Made in SW“, die vom 18. September bis 24. Oktober läuft, ist die Wanderausstellung „Woher | Wohin – Eine Ausstellung vom Ankommen und Weggehen“ des Bezirks Unterfranken, die Daniela Kühnel ebenfalls kuratierte. Die Schweinfurter Gesellschaft ist so vielfältig wie niemals zuvor, in den letzten Jahrzehnten veränderte sie sich immer wieder durch arbeitsbedingte Einwanderung, aber auch durch Flucht. In der Ausstellung wird ein weiter Bogen gespannt: Die Aufnahme von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg spielt ebenso eine Rolle wie die Anwerbung von ausländischen Arbeitskräften in den 1950er und 1960er Jahren. Das Jahr 2015 stellte auch Schweinfurt vor besondere Herausforderungen, als tausende Geflüchtete nach Deutschland kamen und das unterfränkische Ankerzentrum zunächst in der Ledward-Kaserne war.

Anhand verschiedener Themenfelder wie Geschichte, Religion, Bildung, Arbeit und Integration wird exemplarisch und zugänglich vermittelt, dass Schweinfurt seit vielen Jahren von Zuwanderung geprägt ist und was in Schweinfurt für eine gelingende Integration getan wird, beschreibt Kühnel den Ansatz.

Ausstellungsorte gibt es mehrere: das Alte Rathaus, die Vorhalle zur Ausstellungshalle sowie verschiedene Fensterfronten in der Innenstadt. Natürlich hat man sich an die Hygieneregeln zum Besuch von Museen während der Corona-Pandemie gehalten, Kühnel hat die Ausstellungen in den Innenräumen bewusst als Einbahnstraßensystem gestaltet, es gibt genügend Aufsichten, die auf die Maskenpflicht achten und dass nicht zu viele Menschen gleichzeitig in den Räumen sind.

Vernissage ist am 17. September, ab 18. September bis 24. Oktober kann die Ausstellung jeweils montags bis mittwochs von 10 bis 15 Uhr und donnerstags bis samstags von 15 bis 20 Uhr besichtigt werden. Die geplanten Fensterfronten in der Innenstadt können unabhängig von den Öffnungszeiten jederzeit betrachtet werden.

Ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm hat Kühnel ebenfalls geplant. Speziell für Familien ist eine Rätseltour angedacht. An jeder Station gilt es eine Frage zu beantworten. Die richtigen Antworten ergeben – in der vorgegebenen Reihenfolge – das Lösungswort. Kleine Gewinne warten auf die ausgelosten Teilnehmer/innen. Teilnehmerbögen findet man in den Flyern, die in der Ausstellung ausliegen.

Die Begleitbroschüre mit den Inhalten zur Ausstellung und das Veranstaltungsprogramm kann man im Internet unter www.schweinfurt.de herunterladen.

Die perfekte Ergänzung zur „Made in SW“ ist die überregionale Wanderausstellung „Woher | Wohin – Eine Ausstellung vom Ankommen und Weggehen“ der Unterfränkischen Kulturstiftung des Bezirks Unterfrankens, in der die Situation der Migration in Unterfranken beleuchtet wird. Gezeigt werden Geschichten aus unterschiedlichen Epochen, die deutlich machen, dass Mobilität und Migration seit Jahrhunderten prägende Elemente der Gesellschaft sind. 18 Thementafeln werfen mit allgemeinen Tendenzen sowie individuellen Geschichten aus Unterfranken ein vielfältiges Schlaglicht auf Zu- und Abwanderung und die jeweiligen Hintergründe.

„Made in SW XIX“, 18. September bis 24. Oktober im Alten Rathaus. Vernissage am 17. September. Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch 10 bis 15 Uhr, Donnerstag bis Samstag 15 bis 20 Uhr. Informationen unter www.schweinfurt.de

Parallel zur „Made in SW“ läuft die Ausstellung „Woher, wohin“ des Bezirks Unterfranken in der Halle Altes Rathaus,
Foto: JOHANNES KIEFER | Parallel zur „Made in SW“ läuft die Ausstellung „Woher, wohin“ des Bezirks Unterfranken in der Halle Altes Rathaus,
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