Schweinfurt

Solarwettbewerb: CSU/Grüne überholten aus dem Windschatten

Auf die eigenen Fahnen haben sich die zwei Parteien geschrieben, was von der Lokalen Agenda angeleiert und von der Verwaltung im Rathaus ausgebremst wurde.
Mit 1665 Sonnenstunden im Jahr gehört Schweinfurt zu den von der Sonne verwöhnten Städten . Trotzdem: Nur jedes 20. geeignete Dach ist mit einer Solaranlage bestückt.
Foto: Norbert Schneider | Mit 1665 Sonnenstunden im Jahr gehört Schweinfurt zu den von der Sonne verwöhnten Städten . Trotzdem: Nur jedes 20. geeignete Dach ist mit einer Solaranlage bestückt.

Mit Parteipolitik hat die Lokale Agenda 2030 nichts am Hut. Als bürgerliches sowie ehrenamtliches Netzwerk sehen sich die Fachgruppen in der Rolle eines Beirats der  Stadtverwaltung und des Stadtrats, der das Recht hat, Anträge zu stellen, über die das Kommunalparlament zu entscheiden hat. Im Rahmen der Tagung der bayerischen und der österreichischen Solarinitiativen hatte am dritten Wochenende im Januar der Organisator der Tagung in Schweinfurt und Sprecher der Lokalen Agenda-Arbeitsgruppe "Klimafreundliche Mobilität", Manfred Röder, just einen solchen Antrag an das Schweinfurter Rathaus mit dem Ziel der Teilnahme der Stadt an einem Wettbewerb unter den deutschen Städten angekündigt, den die Stadt gewinnt, die am schnellsten die Photovoltaik-Leistung auf ihrem Territorium verdoppelt. Genau einen solchen Antrag gibt es jetzt, aber nicht von der Lokalen Agenda, sondern von den Stadtratsfraktionen der CSU und von Bündnis 90/Die Grünen.

Der Bürger bleibt draußen

Zumindest "verwundert" hat Manfred Röder den Vorgang notiert. Auf den Wettbewerb, der am 21. Februar startet, wurde Röder bei den Vorbereitungen zu der Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Solarinitiativen aufmerksam. Anfang Januar knüpfte er den Kontakt zu der Initiative "Fossil Free Karlsruhe", die den Wettbewerb organisiert und die diesen dann auch bei der Tagung gleich zweimal bewarb. 

Von dem Wettbewerb und der anvisierten Teilnahme von Schweinfurt wurde umgehend auch Sorya Lippert informiert. Die Bürgermeisterin und Sprecherin aller Lokalen Agenda-Gruppen befand die Idee für gut, denn noch sind nur etwa fünf Prozent der für den Sonnenstrom geeigneten Dächer in der Stadt mit Solaranlagen bestückt. Schweinfurt könnte also nicht nur alle 54 000, sondern sogar 150 000 Einwohner mit Solarenergie versorgen. Weil jedoch die Verwaltung Schwierigkeiten sah, konnte die Bürgermeisterin in ihrem Grußwort bei der Tagung die Teilnahme des Rathauses nicht verkünden – aber zumindest das Interesse der "aufgeschlosseneren Stadtwerke", so Röder.

Die Spielregeln

"Sorya Lippert war auch in den folgenden Tagen sehr um eine Teilnahme bemüht, konnte interne Vorbehalte im Rathaus jedoch nicht ausräumen, obwohl unsere Agenda-Gruppe zugesichert hat, Unterstützung wie etwa die Medienarbeit, bei Vorträgen und der Werbung zu übernehmen." Jetzt seien CSU und Grüne aus dem Windschatten gekommen und hätten, ohne den Blinker zu setzen, überholt", meint Manfred Röder, der fragt, warum man nicht gemeinsam an einem Strang ziehe, warum man das ehrenamtliche Engagement nicht notiere und warum man den Bürger nicht mitnehme würde.

Im Wettbewerb treten die Städte in zwei Kategorien an: über und unter 100 000 Einwohner. Da alle Anlagenbetreiber, die eine Vergütung beantragen, monatlich ihre Stammdaten durchgeben müssen, lassen sich die Zuwächse kontrollieren. Ausgeguckt werden auch die Quartalssieger. Mit der ersten Großstadt, die die Leistung verdoppelt hat, endet der Wettbewerb. 

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