Gerolzhofen

Sonderfonds: Gerolzhofen reaktiviert Plan für Parkplätze an der VG

Im Garten gegenüber der Verwaltungsgemeinschaft sollen Parkplätze entstehen. Dies hatte der Stadtrat vor fünf Jahren schon einmal beschlossen. Jetzt winken hohe Zuschüsse.
Die Stadt Gerolzhofen hat vor, in dem ehemals verpachteten Garten zwischen dem Gebäude der Verwaltungsgemeinschaft (links hinten im Bild) und dem Anwesen Brunnengasse 3 (rechts) elf Parkplätze zu errichten. Diese sollen entlang der Mauer Richtung VG-Gebäude entstehen. Die historische Sandsteinmauer zur Weiße-Turm-Straße hin (Mitte) würde für eine Zufahrt durchbrochen, an der Engstelle zum VG-Nebengebäude (links vorne). 
Foto: Michael Mößlein | Die Stadt Gerolzhofen hat vor, in dem ehemals verpachteten Garten zwischen dem Gebäude der Verwaltungsgemeinschaft (links hinten im Bild) und dem Anwesen Brunnengasse 3 (rechts) elf Parkplätze zu errichten.

Fast fünf Jahre sind vergangenen, seit der Gerolzhöfer Stadtrat im Oktober 2016 einstimmig beschlossen hatte, am Sitz der Verwaltungsgemeinschaft (VG) zusätzliche Parkplätze zu schaffen. Vor allem ging es dabei um den Bau von elf Parkplätzen im stadteigenen Garten zwischen dem VG-Gebäude und dem Mehrparteienhaus Brunnengasse 3. Zwischenzeitlich war das Projekt augenscheinlich in der Versenkung verschwunden, nur im März 2017 hatten sich nochmals die Eigentümer der Wohnungen im Nachbarhaus gegen das Vorhaben zu Wort gemeldet.

Am Montagabend nun präsentierte Bürgermeister Thorsten Wozniak die alten Pläne dem Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats erneut. Die Mitglieder erfuhren, dass der Bürgermeister das Projekt als sogenanntes eiliges Dienstgeschäft für einen kurzfristig aufgelegten Sonderfonds unter dem Titel "Innenstädte beleben" mit Mitteln der Städtebauförderung eingereicht hat. Der Fonds möchte städtebauliche Konzepte zur Weiterentwicklung der Innenstädte und zur Schaffung attraktiver Stadträume unterstützen, also durchaus weitreichendere Ideen als den Bau von ein paar Parkplätzen. Doch in der Kürze der Zeit – Anmeldefrist für den Fonds war der 10. Juni – konnte die Stadt "keine ganz großen Projekte stricken", meinte Wozniak. Weshalb man in der Verwaltung wohl erleichtert war, die als Gesamtpaket mit der ausstehenden Marktplatz-Sanierung Jahr für Jahr Richtung Zukunft geschobenen Parkplatz-Pläne noch in der Schublade zu haben.

Mehr Luft für die Neugestaltung des Marktplatzes

So mussten nur die Kosten neu geschätzt werden – die mit jetzt 155 000 Euro übrigens dreimal höher liegen als vor fünf Jahren angegeben. Der Antrag geht an die Bezirksregierung, die die Bedarfsmeldungen für den Sonderfonds entgegennimmt. Wozniak nannte die im Raum stehende Übernahme von 80 bis 90 Prozent der förderfähigen Kosten durch den Freistaat "eine schöne Chance" für zusätzlichen Parkraum an der VG. Er stellte dies auch in den Zusammenhang mit der geplanten Neugestaltung des Marktplatzes, wodurch dort Parkraum wegfallen dürfte.

Die Pläne an der VG sehen den Bau von Parkplätzen in dem ehemals verpachteten Garten entlang der Mauer in Richtung VG-Gebäude vor. Die historische Sandsteinmauer hin zur Weiße-Turm-Straße würde an der Engstelle zum VG-Nebengebäude für eine Zufahrt durchbrochen. Weiter würden die bestehenden alten Garagen an der östlichen Seite des VG-Hofs abgerissen, wodurch weitere Parkplätze entstehen sollen. In der jüngeren Vergangenheit wurden im VG-Hof bereits ein Parkplatz für Menschen mit Behinderung sowie zwei Parkplätze mit Lademöglichkeit für Elektro-Fahrzeuge geschaffen.

Parkplätze im Garten nur für VG-Mitarbeiter

Thomas Vizl (Geo-net) erfuhr vom Bürgermeister, dass die im bisherigen Garten geplanten Parkplätze ausschließlich tagsüber, und nur für Angestellte der VG, geöffnet sein sollen. Nachts soll der Parkplatz gesperrt sein, um Anwohner zu schützen. Auf diese Weise würde tagsüber der bestehende VG-Parkplatz entlastet und Parkplätze für Besucher der Stadt frei, sagte Wozniak.

Um mehr Flexibiltät bei der Planung des Marktplatzes zu erhalten, sei es fast unumgänglich, im Bereich der VG zusätzliche Parkplätze zu schaffen, um den Wegfall am Marktplatz zu kompensieren, meinte Arnulf Koch (CSU). Er nannte dies eine Chance, um am Ziel festzuhalten, möglichst viele zentrumsnahe Parkplätze in der Stadt zu haben.

Garagen im VG-Hof sind noch vermietet

Dass im VG-Hof Garagen derzeit vermietet seien, stelle kein Problem für die Abrisspläne dar, antwortete der Bürgermeister auf eine Frage von Norbert Finster (SPD). Auch habe man im Blick, eventuell weitere Parkplätze mit Ladeanschluss für Elektro-Autos einzuplanen, sagte er auf eine Anregung von Martin Zink (Freie Wähler), entsprechende Förderprogramme zu nutzen.

Stefanie Döpfner (Geo-net) regte an, auf möglichst viel Begrünung der Parkplätze zu achten. Ihr Fraktionskollege Vizl hat ein generelles Problem mit dem Vorhaben, den Garten, und damit eine der wenigen grünen Flächen in der Altstadt, mit Parkplätzen zu versiegeln. Er war damit auch der Einzige im Gremium, der gegen das Vorhaben stimmte, die Umgestaltung bzw. den Neubau der Parkplätze mit Hilfe des Sonderfonds umzusetzen. Wenn die Stadt den Zuschlag für die Fördermittel erhält, würde das Projekt in den Jahren 2022 und 2023 anstehen.

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