Oberschwarzach

Sparkassen-Schließung: Landrat soll mit einbezogen werden

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Foto: Norbert Vollmann | Symbolfoto

Die geplante Schließung der Sparkassen-Filiale in Oberschwarzach war Thema in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates.

Bürgermeister Manfred Schötz informierte über das erste Gespräch mit den Verantwortlichen (wir berichteten) und deren Argumente. Nach Meinung des Ortsoberhauptes mache die Filiale in Oberschwarzach keine Defizite, und wenn doch, so möchte er im nächsten Gespräch mit der Sparkasse, das für den 7. September geplant ist, konkrete Zahlen genannt bekommen. Was kostet die Filiale, was erwirtschaftet sie mit den Kunden aus Oberschwarzach, und wie hoch ist das Defizit?

Im Marktgemeinderat beriet man weitere Argumente und Möglichkeiten für den Erhalt der Filiale. Kann die Dorfgemeinschaft etwas tun, wie z.B. eine "Erhaltungsfond" auflegen? Oder kann über die Region Main-Steigerwald etwas erreicht werden?

"Einsicht in die Zahlen"

Zumindest der Automat und der Einwurf von Überweisungsträgern sollten gesichert sein, meinte Georg Solf. Und Rainer Dörflein merkte an, dass die Sparkasse nicht nur die wirtschaftliche Seite sehen dürfe, vor allem, wenn sie sich Begriffe wie "Nachhaltigkeit" auf die Fahnen schreibe. Auch Landrat Florian Töpper als Vertreter des Landkreises im Verwaltungsrat sollte mit einbezogen werden und Vorschläge einbringen, wie der Marktgemeinde geholfen werden könne. Schließlich bestimme der Verwaltungsrat die Richtlinien für die Geschäfte der Sparkasse. Georg Solf ergänzte, dass dann zumindest der Verwaltungsrat Einsicht in die Zahlen bekommen könne.

Bis zum nächsten Treffen im September will sich der Marktgemeinderat noch weitere Gedanken zu diesem Thema machen.

Den Rechenschaftsbericht zur Jahresrechnung 2019 legte Kämmerer René Borchardt dem Marktgemeinderat vor und erklärte einige der Zahlen. So beinhalte der ausgewiesene Vermögensstand der Marktgemeinde von 6,5 Millionen Euro nur Kanal und Wasser, aber nicht die Schulturnhalle, die Feuerwehr oder die KiTa.

Ende 2019 war die Marktgemeinde weiterhin schuldenfrei. Für das Barvermögen mussten keine Negativzinsen bezahlt werden. Bei den kostenrechnenden Einrichtungen wurde die Rückstellung bei der Kanalisation in 2019 aufgebraucht, und bei der Wasserversorgung wurden Sonderrücklagen genutzt.

Borchardt wies darauf hin, dass die Kanal- und Wassergebühren neu kalkuliert werden müssen.

Rund 80 000 Euro mehr

Mit 8,85  Prozent oder knapp 224 000 Euro lag der Verwaltungshaushalt in 2019 höher als geplant. Somit konnten dem Vermögenshaushalt rund 80 000 Euro mehr als geplant, nämlich knapp 525 000 Euro, zugeführt werden. Der Vermögenshaushalt lag mit knapp 2,1 Millionen Euro 53 Prozent niedriger als vorgesehen. Grund dafür waren Investitionen, die sich in die Folgejahre verschoben haben, wie z.B. ein Teil der Sanierungskosten für die Filialkirche Handthal, für die Schulturnhalle oder Ausgaben für das Schloss. 

Zur informellen Anfrage eines Bauherren zum Neubau eines Bungalows mit großem Dachüberstand in Siegendorf gab es zwei Beschlüsse. Um die, aufgrund einer Gehbehinderung, benötigte Barrierefreiheit zu erreichen, soll das Gebäude nur ein EG besitzen. Der Rat stimmte der Befreiung von der Bauweise von EG+DG mit 9:3 Stimmen zu. Eine  Befreiung von der Dachform lehnte das Gremium dagegen mit 3:9 Stimmen ab. Grund hierfür war vor allem der geplante Dachüberstand von 1,60 Metern. Laut Meinung der Mehrheit ist dies ein zu gravierender optischer Einschnitt. Die gewünschte Bewegungsfreiheit um das Gebäude herum könne auch mit anderen Lösungen gewährleistet werden.

Konkret wird es nun mit dem Bürgerbus "MOBS" (Mobilität für alle in Oberschwarzach). Jürgen Moller und Georg Solf stellten das Projekt noch einmal vor, dass keine Konkurrenz zum ÖPNV oder zum "Anrufsammeltaxi" sein soll, sondern im besten Fall eine Ergänzung. Aus mehreren Säulen besteht das Konzept. Es braucht die freiwilligen Fahrer, die Nutzer sowie die Öffentlichkeitsarbeit, um das Projekt bekannt zu machen. Die Trägerschaft liegt bei der Marktgemeinde.

Dreijährige Versuchsphase

Zunächst ist eine dreijährige Versuchsphase geplant, um die Kosten überschaubar zu halten und innovative Lösungen weiter zu entwickeln. Aus diesem Grund soll das Fahrzeug geleast werden. Die voraussichtlichen Kosten für den laufenden Betrieb müssen noch ermittelt werden, und die Organisation muss festgelegt werden. Im Raum steht die Schaffung eines Minijobs für Verwaltung, Kommunikation, Koordination und Öffentlichkeitsarbeit, die Verantwortung für Wartung, Reparatur etc. könnte möglicherweise der Bauhof übernehmen.

Als nächstes steht an, das Projekt weiter in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, eine Koordination- und Anlaufstelle zu installieren sowie das Fahrzeug zu beschaffen. In der nächsten Sitzung sollen die Weichen durch Beschlüsse gestellt werden.

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