SCHWEINFURT

Spieletag an der Franziskus-Schule

Holztürme in der Turnhalle: Schüler und Betreuer bauen begeistert mit.
Foto: Waltraud Fuchs-Mauder | Holztürme in der Turnhalle: Schüler und Betreuer bauen begeistert mit.

(so/cw) Riskiert man am Dienstagmorgen in die Turnhalle der Franziskus-Schule einen Blick, überrascht einen die individuelle Kreativität von 200 Schülerinnen und Schülern. Zum zweiten Mal ermöglicht der Förderverein der Franziskus-Schule den Kindern mit Behinderung einen Schultag der etwas anderen Art - das MainSpielMobil gastiert einen Tag an der Schule. Michael Keim, Spiel- und Theatertrainer, bringt den Schützlingen pädagogische Spiele mit Naturholzmaterialien näher. Im Gepäck hat er Geschicklichkeits-, Kooperations- und Brettspiele, sowie rund 18 000 Holzbauklötze.

„Wir als Pädagogen der Franziskus–Schule verfolgen kein starr zu erreichendes Bildungsziel, sondern individuelle Unterstützung jedes Schülers.“, sagt Horst Brandenstein, Lehrer der Schule an der Zweigstelle in Schonungen. Diese Aussage bewahrheitet sich beim Blick in die Turnhalle und die Aula. Zwei Gruppen der Schülerinnen und Schüler im Alter von drei bis 21 Jahren verteilen sich im großen Schulgebäude, um zwanglos Holzklötze aufeinanderzutürmen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, generationsverbindend verschwinden sogar die Betreuer in der kreativen Menge. Keinem wird vorgeschrieben, wie das Holzmaterial zu gebrauchen ist, so entstehen etliche Gesamtkunstwerke, die sich alle voneinander unterscheiden. Spielerische Wettstreite entstehen schnell, welcher Holzturm der Höchste ist. Fast zwei Meter ragt einer empor.

Gleichzeitig tüftelt die andere Gruppe in der Aula geschickt an Brettspielen herum. Begeistert knobeln die behinderten Schüler gemeinsam am Tetris-Tisch, dem Tischfußball oder dem Fingerbillard. Je weniger Regeln und Vorgaben, desto kreativer spielen die Kinder und Jugendlichen.

Finanzierungslücken schließen

„Wir wollen auf unbürokratische Weise Lücken in der staatlichen Finanzierung schließen.“, äußert sich Cornelia Herbert, erste Vorsitzende des geldgebenden Fördervereins und selbst Mutter einer Schülerin in der Franziskus–Schule. Ein großer Teil der Kosten wird durch den Erlös des Kuchenverkaufs, beim letzten Tag der offenen Tür, gedeckt. Der Rest setzt sich aus Spenden und Vereinsmitteln zusammen. Auch Horst Golüke, stellvertretender Vorsitzender der Lebenshilfe, nimmt mehr als zufrieden am Spiel mit den Schützlingen teil und freut sich als Sprecher der Trägerschaft der Franziskusschule über das gesamte Ergebnis. Herr Golüke musste die Holzklötze auch nicht alleine wegräumen und hatte hier tatkräftige Unterstützung der Schüler.

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