Schweinfurt

Sportausschuss: Sparmaßnahmen der Stadt treffen die Vereine

Die schwarz-grüne Koalition genehmigte die Sparmaßnahmen im Sporthaushalt für 2021. Warum im Ausschuss lange diskutiert wurde und es Kritik am Vorgehen der Stadt gab.
Die Sportvereine in Schweinfurt – hier ein Bild vom Erlebnistag zur 100-Jahr-Feier der DJK Schweinfurt – sind von den pauschalen Kürzungen für den städtischen Haushalt 2021 betroffen, vor allem bei Zuschussanträgen.
Foto: Anand Anders | Die Sportvereine in Schweinfurt – hier ein Bild vom Erlebnistag zur 100-Jahr-Feier der DJK Schweinfurt – sind von den pauschalen Kürzungen für den städtischen Haushalt 2021 betroffen, vor allem bei Zuschussanträgen.

Die Stadt muss wegen der Corona-Krise sparen, das ist hinlänglich bekannt. 20 Prozent der Ausgaben wenn möglich werden vor allem bei den freiwilligen Leistungen nach Vorgabe der Finanzverwaltung im Haushalt 2021 gekürzt. Das führte bisher in allen Ausschüssen des Stadtrates im Oktober zu Diskussionen, auch im Sportausschuss.

Aus zweifachem Grund: Zum einen gibt es in dem 2,45 Millionen Euro betragenden Teilhaushalt Sport beim Willy-Sachs-Stadion und beim Icedome auf den ersten Blick merkwürdig erscheinende Posten über mehrere hunderttausend Euro das Facility Management der Liegenschaften betreffend. Diese Buchungen konnten Sportamtsleiter René Gutermann und Sportreferent Jürgen Montag spontan nicht erläutern, da sie nicht ihrer Abteilung entstammen.

Zum anderen gab es erneut eine grundsätzliche Diskussion darüber, wie sinnvoll die Sparvorgaben tatsächlich sind, geführt vor allem von der SPD und den Linken. Sinan Öztürk (Linke) bemängelte das "Rasenmäherprinzip" und fragte sich, ob man dadurch nicht bei den Vereinen in der Stadt ein Problem erzeuge. SPD-Rat Hubert Seggewiß betonte, er habe ein Problem damit, "wenn im Haushalt Posten stehen über mehrere hunderttausend Euro, die nicht erklärbar sind, aber zum Beispiel der Zuschuss für Sport in Schule und Verein um 140 Euro gekürzt wird".

Schwarz-grüne Koalition genehmigt die vorgeschlagenen Kürzungen

René Gutermann erklärte, man richte sich nach den Vorgaben der Verwaltung und habe diese umgesetzt. Jürgen Montag fügte dazu an, man habe intern durchaus kontrovers diskutiert, und er wisse, dass es an der einen oder anderen Stelle auch den Vereinen weh tue, wenn gekürzt werde. Er verwies aber darauf, dass die Verwaltung auch schauen werde, wie das Jahr 2021 sich grundsätzlich finanziell entwickele und auch reagiere, wenn es besser als erwartet sei. Die schwarz-grüne Mehrheit im Ausschuss war es dann, die alle Kürzungen genehmigte, da nutzte der Widerstand von SPD, Linken und Freien Wählern nichts, die sich bei jedem einzelnen Antrag dafür einsetzten, die beantragte Summe zu gewähren.

Bei den insgesamt sieben Zuschussanträgen, die behandelt wurden, spart die Stadt durch die Kürzungs-Vorgabe 3127 Euro, wie Sinan Öztürk ausgerechnet hatte: "Das sind 0,4 Prozent des Gesamthaushaltes und rettet den Haushalt sicher nicht", bemerkte er. Klaus Rehberger (CSU) erklärte, auch wenn es nur geringe Beträge seien, dürfe man nicht vergessen, dass es sich um Steuergelder handele und die Einsparmaßnahmen wegen der Corona-Pandemie schlicht notwendig seien.

Weniger Geld für Flutlichtanlage, mit der der TV Jahn Strom sparen will

Bei den Zuschüssen bekam der Arbeitskreis Sport in Schule und Verein nun 560 statt 700 Euro, der TV Jahn für die Erneuerung der Flutlichtanlage 4782 Euro statt beantragter 5978 Euro. Sinan Öztürk fragte nach, ob es nicht noch einen anderen Topf zur Förderung gebe, da der Verein das Flutlicht ja erneuere, um Stromkosten zu sparen und CO2 zu reduzieren: "Hier sieht man doch ganz deutlich, dass diese pauschalen Kürzungen überhaupt keinen Sinn machen." CSU und Grüne sahen das anders und genehmigten die gekürzte Förderung.

Der Ruder-Club Franken bekommt für die Sanierung des Schwimmsteges 1645 statt 2056 Euro, der Rhönklub Zweigverein Schweinfurt für die Sanierung der Zaunanlage am Schweinfurter Haus 173 statt 216 Euro und für die Erneuerung der Bestuhlung 179 statt 224 Euro. Für den Hockey-Club gibt es für die Sanierung der Haustüren am Clubheim 2121 statt 2652 Euro und für den Segelclub Ellertshäuser See 518 statt 648 Euro für einen neuen Bootssteg.

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