Bergrheinfeld

Stromtrassen: Bürgerinitiativen nennen sie überflüssig

Zwei Bürgerinitiativen schalten sich in die politische Diskussion um die geplanten Stromtrassen in der Region ein. Sie verfolgen einen ganz anderen Weg.
Zwei Bürgerinitiativen halten die geplanten Stromtrassen in der Region für überflüssig. Sie setzen auf dezentrale Energieerzeugung.
Foto: Alois Wohlfahrt | Zwei Bürgerinitiativen halten die geplanten Stromtrassen in der Region für überflüssig. Sie setzen auf dezentrale Energieerzeugung.

In die Diskussion zwischen den Kreisgrünen und der Bundestagsabgeordneten Anja Weisgeber (CSU) über den Umgang mit den geplanten Stromtrassen, die in Berg- und Grafenrheinfeld enden sollen, haben sich nun auch die örtlichen Bürgerinitiativen eingeschaltet. Ihnen geht es dabei hauptsächlich darum, ihre grundsätzliche Position darzulegen.

Grüne für EU-Strommarkt?

Dennoch weisen die Bürgerinitiative Bergrheinfeld und die Bürgerinitiative "A7-Stromtrasse nein" in einer gemeinsamen Erklärung die Grünen darauf hin, dass sie ihre Kritik richtigerweise an ihre eigene Parteiführung richten sollten, nachdem die "Europäische Kupferplatte" (ein gemeinsamer Strommarkt in der EU) beschlossen worden sei und – so lässt die Mitteilung erahnen – die Grünen dem positiv gegenüberstehen. Diesem Programm zufolge würden die jetzigen Leitungsvorhaben nur einen Bruchteil dessen darstellen, was zukünftig umgesetzt werden soll.

Der Bürgerinitiativen richten den Fokus auf dezentrale Energieversorgung. Sie gehen davon aus, dass Unternehmen, Kommunen und Privatleute so viel wie möglich eigenen Strom produzieren werden, weswegen Stromleitungen unter Umständen umsonst gebaut würden. Unter anderem auch wegen der fortschreitenden Speichertechnologie. Für die von der Nordsee in den Süden geplante Gleichstromleitung Suedlink, die in Bergrheinfeld angebunden werden soll, fehle nach der Stilllegung der Kohleproduktion die Grundlage. Sie stellen die Frage, warum ein 20 Jahre alter Beschluss in einer schnelllebigen Zeit nicht überdacht und korrigiert werde.

Beschlüsse unter anderen Vorzeichen

Ohnehin, so die Initiativen weiter, seien Projekte unter anderen Voraussetzungen beschlossen worden. Der Mitteilung zufolge stamme der Beschluss für den Trassenbau Suedlink auf EU-Ebene aus dem Jahr 2008; nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima habe man den Bau "als Notwendigkeit für die Energiewende verkauft". Letzteres treffe auch für das gebaute Umspannwerk Bergrheinfeld-West zu: Es sollte zur Kompensation der Blindleistung nach Abschaltung des AKW Grafenrheinfeld dienen. "Blauäugig waren wir", bilanzieren die Bürgerinitiativen

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