Sennfeld

Suche nach einem Ausweichquartier

Der evangelische Kindergarten in Sennfeld muss abgerissen und an gleicher Stelle neu gebaut werden. Als Ausweichquartier hatte die Gemeinde den alten Bauhof vorgesehen. Doch angesichts von dessen Umbaukosten bis zu einer Million Euro vertagte der Gemeinderat eine Entscheidung darüber und will noch einmal Alternativen prüfen.

Am Morgen des Sitzungstages hatte Bürgermeister Oliver Schulze von der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Sennfelder Gemeinderat, Helga Jurisch, eine Mail erhalten mit der Bitte, auch andere Räumlichkeiten für ein Ausweichquartier anzuschauen. Denn veranschlagt waren für den Ausbau des Bauhofgebäudes 750 000 Euro plus 21 Prozent Baunebenkosten und plus Ausbau eines Nebenraumes für circa 50 000 Euro.

Eine Containerlösung, ob als Kauf oder als Miete auf noch freien Grundstücken im Baugebiet Rempertshag, hatte die Gemeindeverwaltung als noch teuerer und nicht nachhaltig abgelehnt.

Nach den Vorstellungen der Grünen sollte auch das Hauptgebäude auf der SKF-Freizeitanlage für einen Umbau geprüft werden. Eine Containerlösung dort sei wohl nicht verwirklichbar, wies Bürgermeister Schulze auf die Ergebnisse einer Studie für Tiny Houses hin. Auch eine gewünschte Nachfrage nach freien Räumen im Schulgebäude habe bereits ergeben, dass es dort keine Möglichkeiten gebe, so Schulze.

Stefan Eichhorn regte eine Lösung von Raum plus Container an. Er zweifelte auch die hohen Containerkosten an, er habe bei einer anderen Firma günstigere Zahlen ermittelt. Auch Peter Knieß kritisierte die genannten unterschiedlichen Container-Nebenkosten bei Kauf und Miete.

Er schlug vor, noch einmal "querzudenken", eventuell einen Workshop von Gemeinderäten und Kiga-Verantwortlichen zu veranstalten. Man könne auch beispielsweise zwei Kiga-Gruppen im Senntrum unterbringen. Das sei organisatorisch und personell nicht machbar, gab Schulze aus dem Gespräch mit der Kindergartenleitung wider. Auch für Andrea Neeb vom Diakonischen Werk Schweinfurt, das die Geschäfte für den Bauträger, den Evangelischen Gemeindeverein, besorgt, war eine dezentrale Lösung für die vier Regelgruppen die schlechteste von allen. Zumal sich das Personal gegenseitig vertreten müsse. Die Kinder seien sowieso schon getrennt, denn die Krippenkinder bleiben während der zweieinhalbjährigen Bauzeit im Altbestand, dem Schwester Emma-Haus.

"Für viele Kinder ist das die komplette Kindergartenzeit", kritisierte auch Janka Wozny den Trennungsvorschlag der Gruppen.

Dass der Evangelische Gemeindeverein unter Zeitdruck stehe, sagte dessen Zweiter Vorsitzender Frank Siegel. Man habe auch noch die Vorgaben von Landratsamt und Aufsicht zu beachten, müsse Fachplaner hinzuziehen.

Man werde in engem zeitlichen Austausch die Frage des Ausweichquartiers klären, sagte Bürgermeister Schulze und vertagte den Beschluss darüber auf eine der nächsten Sitzungen.

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