Bergrheinfeld

SuedLink strapaziert Landkreis schwer

Die Mitteilung, dass der Netzbetreiber Tennet nun eine östliche Variante der Stromtrasse SuedLink von Thüringen nach Unterfranken für die beste hält (wir berichteten), ruft im Landkreis Schweinfurt durchwachsene Resonanz hervor.

Wasserlosen ist von der am Dienstag veröffentlichten Vorzugstrasse von neuem betroffen – nachdem die Großgemeinde zwischenzeitlich nur unwahrscheinlicher Trassenkandidat gewesen war. Die Gleichstromleitung soll nun durch sechs der acht Wasserlosener Ortsteile verlaufen. Bürgermeister Anton Gößmann hatte damit nicht mehr gerechnet. „Ich war schockiert“, sagt er gegenüber dieser Redaktion.

Die Westvariante durch Hessen ohne Beteiligung von Wasserlosen wäre seiner Einschätzung nach geradliniger verlaufen. „Aber wir haben hier wenig hochrangige Raumwiderstände“, räumt Gößmann ein. Dazu zählen der Planung zufolge Gebiete, die natur- und artenschutzrechtlich schützenswert sind, etwa Lebensräume für Biber.

Obwohl Bergrheinfeld durch die Ost-Variante nur noch mit einer Stichleitung an SuedLink angeschlossen ist, bleibt auch dort die Freude gedämpft: „Wir werten das nicht als Erfolg“, sagt Norbert Kolb von der Bürgerinitiative „Bergrheinfeld sagt Nein zum SuedLink“. Statt mit 40 Meter breiten Leitungsgräben rechnet er nun mit nur noch 20 Metern. Der Initiative sei es nie um die Frage gegangen, ob die Trasse „links oder rechts“ verlaufe. „Dass wir betroffen sind, war klar.“ Die von der Politik beschriebene Entlastung der Region sieht Kolb nicht. Die Bürgerinitiative kämpfe nach wie vor für eine dezentrale Energiewende.

Beitritt zum Verein „Bündnis Hamelner Erklärung“

Die SuedLink-Trasse war außerdem auch Diskussionsgegenstand im Kreisausschuss am Donnerstag: Das Gremium sprach sich einstimmig für einen Beitritt des Landkreises zum Verein „Bündnis Hamelner Erklärung“ aus.

Die formale, rechtsfähige Körperschaft ersetzt den seit 2014 bestehenden informellen gleichnamigen Zusammenschluss von 22 Landkreisen. Auch der Kreis Schweinfurt gehört von Beginn an dazu. Laut Landrat Florian Töpper profitierte er „mit seiner besonderen Problematik“ als Konverterstandort und mit definitivem Trassenverlauf vom Bündnis. Ein jährlicher Vereinsbeitrag von 600 Euro und zusätzliche Beiträge für die Arbeit an besonderen Fragestellungen, hielt der Kreisausschuss einhellig für gut angelegt.

Landrat Florian Töpper kommentierte die Tennet-Vorzugstrasse: „Was sich ankündigt, mutet dem Landkreis einiges zu.“ Doch auch die anderen Varianten seien noch nicht auszuschließen. Mit einer „grundstücksscharfen Zuteilung“ ist laut Kreisverwaltung frühestens 2019 zu rechnen. Die aktuellen Pläne markierten noch 1000 Meter breite Korridore.

Töpper kritisierte zudem die zusätzlichen Belastungen für den Landkreis aus dem Netzentwicklungsplan 2030. Von der Informationsveranstaltung des bayerischen Wirtschaftsministeriums am 8. März brachte er immerhin die Zusicherung mit, der Raum Grafenrheinfeld werde von weiterer Belastung verschont.

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