Schweinfurt

Tanzen mit Abstand: Die DDC in Zeiten von Corona

Die Breakdancer der DDC aus Schweinfurt dürfen in der Coronazeit zwar noch nicht auftreten, ihre Tanzschule, die DDC Factory, haben sie aber wieder geöffnet.
Foto: Raphael Götz | Die Breakdancer der DDC aus Schweinfurt dürfen in der Coronazeit zwar noch nicht auftreten, ihre Tanzschule, die DDC Factory, haben sie aber wieder geöffnet.

Wie die gesamte Kulturszene hat das Coronavirus auch die Schweinfurter Breakdance-Gruppe „Dancefloor Destruction Crew“ (DDC) hart getroffen. Shows mussten abgesagt, die erst 2019 eröffnete Tanzschule „DDC Factory“ geschlossen werden.

Mitten im Aufbau des Kursbetriebs der Tanzschule Mitte März sowie einer Tournee mit Florian Silbereisen legte das Virus den Betrieb über Nacht still. Einige Monate später stellt Geschäftsführer Marcel Geißler mit Blick auf die verschobenen Auftritte klar: „Das ist ein verlorenes Jahr.“ Trotzdem sieht er nun wieder Grund für Optimismus. Denn seit Anfang Juni konnte immerhin die Tanzschule am Kessler Field wieder öffnen.

„Wir sind natürlich froh, dass es wieder losgeht“, sagt Geißler und freut sich über den Zuspruch der Mitglieder. Die Herausforderungen durch Auflagen hielten sich dabei in Grenzen. „Unsere Teilnehmer müssen im Eingang, auf den Gängen und in den Toiletten Masken tragen“, erklärt DDC-Mitglied Kriz Malicki.

Beim Tanzen selbst sei dies nicht erforderlich. Zwar markieren Punkte in der Halle die notwendigen Abstände, jedoch würden die Trainierenden diesen Abstand ohnehin einhalten. Somit habe man auch bei der Einhaltung der Besucherzahlen keine Probleme. „Doof ist nur, dass wir Trainer keine aktive Hilfestellung leisten können“, so Geißler. Außerdem seien die Kurse auf 60 statt auf sonst 90 Minuten begrenzt.

Kursausfälle möglichst kompensieren

Trotz der Einschränkungen hoffen die Tänzer auf zahlreiche neue Mitglieder. Sie hatten auch einen zweitägigen kostenlosen Workshop, der eigentlich für März geplant war. Interessierte konnten sich online anmelden. „Daran sieht man, dass uns die Situation zweieinhalb Monate zurückgeworfen hat“, bedauert Geißler. Umso dankbarer ist er, dass zahlreiche Mitglieder ihre Beiträge trotz der monatelangen Schließung weiter bezahlt haben. „Jetzt wollen wir unseren Mitgliedern natürlich auch etwas zurückgeben“, betont er und spricht von Präsenten, Aktionen und zusätzlichen Trainingseinheiten.

Um die ausgefallenen Kurse zumindest teilweise zu kompensieren, hat die DDC ihr Angebot etwa in den Sommerferien weiter ausgebaut, Ende August gab es das DDC Summer Camp. Bereits während der Schließung boten die Tänzer für Mitglieder der Factory Online-Tutorials an, welche öffentlich auf Instagram und Facebook zu sehen waren. Doch trotz der Bemühungen macht Marcel Geißler deutlich: „Die Factory ist finanziell nicht unser größtes Standbein, das ist noch immer die Showgruppe.“

Und diese kann nach wie vor nicht auftreten. „Unsere Performance lebt vom Kontakt mit dem Publikum, das fehlt jetzt einfach“, sagt Kriz Malicki.

Zwar habe man in der Vergangenheit gut gewirtschaftet und könne so auf Rücklagen zurückgreifen. Finanziell schmerze es trotzdem. Immerhin habe man Monate lang keine Umsätze erzielen können. Das änderten auch die staatlichen Hilfen nicht grundlegend, wie die Tänzer betonen. „Deshalb ist es wichtig, dass das Ganze langsam wieder Fahrt aufnimmt“, sagt Marcel Geißler optimistisch. Denn auch wenn staatliche Unterstützungen hilfreich sind, seien doch mögliche Lockerungen die wirksamsten Förderungen.

„Es war unglaublich viel Arbeit, die Situation zu managen und zu organisieren“, sagt Geißler. Die Breakdancer nutzten die Coronazeit für neue Showeffekte, neue Requisiten und zur Optimierung des gesamten Workflows bei öffentlichen Auftritten. Was fehlt, ist eine Perspektive auf Shows. Doch auch hierfür gibt es Hoffnung, wie Marcel Geißler feststellt: „Bisher ist es zwar noch ruhig um unsere Showgruppe, aber es gibt schon vereinzelte Anfragen für Auftritte im Herbst.“

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