Holzhausen

Tausende Besucher bei Landtechnikmesse erwartet

Die großen Maschinen faszinieren nicht nur die kleinen Fans.
Foto: Anand Anders | Die großen Maschinen faszinieren nicht nur die kleinen Fans.

Die Mischung macht's.“ So beschreibt Karl Müller den Erfolg der Landtechnik-Messe seines Familienunternehmens und wirkt irgendwie selbst ein bisschen ratlos über die Faszination der Veranstaltung, die auch an diesem Wochenende Tausende nach Holzhausen (Lkr. Schweinfurt) locken wird. In seiner Eröffnungsrede spricht Müller von der „bedeutendsten Landtechnik-Messe in Nordbayern“.

Schlagerparty und Schweine

Es ist tatsächlich eine ungewöhnliche Kombination aus Jahrmarkt mit Popcorn, vor Ort geräucherten Forellen und Äpfeln vom Selbstvermarkter, aus Familienfest mit einem Clown und echten Kühen und Schweinen, aus Schlagerparty mit Michael Holm und seinem Hit „Mendocino“, aus Hochtechnologie-Schau mit selbstfahrenden, satellitengesteuerten Maschinen. Und auch die Politik gehört dazu, unter anderem auch weil die Familie Müller enge Beziehungen zur CSU und zum Bauernverband (BBV) pflegt.

Bei der 50. Auflage der Schau, die Müller am Freitagmorgen eröffnet hat, zählt der Firmenchef auf, wer schon alles aus der Szene der Politik-Promis die Bühne erklommen hat: Gauweiler, Sonnleitner, Huber, Stamm, Söder. Alle waren sie schon da. „Nur ein Ministerpräsident noch nicht“, sagt Karl Müller. Horst Seehofer weilt am Freitag bekanntlich in Moskau. So darf die CSU-Landesgruppenchefin im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, das traditionelle Politikreferat zum Messestart halten.

Hasselfeldt gegen „Diffamierung“

Mit etwas leiser Stimme spricht sie gegen die Geräuschkulisse in der mit 1000 Menschen gefüllten Halle auf dem Firmengelände an. Inhaltlich kratzt sie eher an der Oberfläche, lobt Familienunternehmen wie die Müllers und die Landwirtschaft an sich, die nicht nur gesunde Lebensmittel herstelle, sondern auch die Kulturlandschaft pflege. Richtig überzeugen muss sie in ihrer 25-minütigen Rede niemanden. Die meisten dürften sich politisch ihr nahefühlen.

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Nur einmal schaltet Hasselfeldt im Wahljahr ein bisschen in den Kampfmodus. Es geht um die Kampagne des SPD-geführten Umweltministeriums, das sich auf Plakaten mit kritischen „Bauernregeln“ an die Landwirtschaft wendet. Hasselfeldt, die selbst aus einem bäuerlichen Betriebs stammt, wettert: „Damit diffamiert man einen ganzen Berufsstand.“ Der unterfränkische BBV-Präsident Bernhard Weiler und die Bundestagabgeordnete Anja Weisgerber unterstreichen das in ihren Ansprachen. Das kommt gut an beim Publikum.

„Treffpunkt der Landwirtschaft“

Es sei eine gute Gelegenheit, die Stimmung im Land zu erleben, sagt Gerda Hasselfeldt hinterher zu ihrer Motivation, gerade bei solch einer Veranstaltung zu reden. Jenseits der Bundespolitik, wo an diesem Tag die Flüchtlingspolitik, Trump und AfD keine Themen zu sein scheinen. „Die Menschen bewegt die Entwicklung ihrer Arbeit“, sagt sie.

Und sie wollen sich treffen und sich austauschen. Das ist neben dem Unterhaltungsprogramm für die meisten die Hauptmotivation für den Messebesuch. „Das ist der Treffpunkt der unterfränkischen Landwirtschaft“, sagt Karl Müller.

Zuerst kommt das große Umräumen

Die Vorbereitungen dafür beginnen schon neun Monate vor dem Ereignis. Trotz der guten Vernetzung des Unternehmens sei es nicht einfach, Zusagen von Ministern zu bekommen. Müller lächelt. Er schafft es meistens doch. 14 Tage vor dem Start haben die Mitarbeiter richtig zu tun, um die Lager- zur Festhalle umzuräumen und die Ware irgendwo unsichtbar auf dem Gelände zu verstauen.

Wenn es rund geht, hat das Unternehmen 150 Mitarbeiter und externe Berater im Einsatz. Dazu kommt das Personal für die Gastronomie. Auch die BBV-Landfrauen sind aktiv: An einem Stand verkaufen sie selbst gebackenen Kuchen für einen guten Zweck. Die Messe ist eine wirklich ungewöhnliche Mischung, die noch bis Sonntag läuft.

Andrang: Bis zu 20 000 Besucher betrachten in drei Tagen die neuesten Maschinen.
| Andrang: Bis zu 20 000 Besucher betrachten in drei Tagen die neuesten Maschinen.
Prominenz beim Messestart: CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt (vorne rechts)
| Prominenz beim Messestart: CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt (vorne rechts)
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