Dittelbrunn

Tendenz geht dahin, das Dittelbrunner Schwimmbad zu erhalten

Gleich neben der Schulturnhalle rollt derzeit der Bagger: Mit dem Bau der Tiefgarage am Bolzplatz wurde bereits begonnen.
Gleich neben der Schulturnhalle rollt derzeit der Bagger: Mit dem Bau der Tiefgarage am Bolzplatz wurde bereits begonnen. Foto: Uwe Eichler

Platz war vorhanden, bei der Bürgerversammlung in der Schulturnhalle, die mit Musik aus den 70ern begann: "Wenn jemand tanzen möchte", meinte Bürgermeister Willi Warmuth launig – und lud dann tatsächlich zur Zeitreise ein, vor rund 70 Plätzen. Zumindest ging es zurück ins Jahr 2019 beim Treffen des Rathauschefs mit den Bürgern, das eigentlich für den März anberaumt war und coronabedingt auf den Herbst verlegt werden musste, mit Hygieneauflagen und Abstandsregeln.

Einen Großteil des Abends nahm der Rechenschaftsbericht aus dem Rathaus ein. Im letzten Jahr ist die Einwohnerzahl zurückgegangen, um 49 genau. Ende 2019 lag sie bei 7383. Im Hauptort gab es einen Schwund von 3611 auf 3546 Bürger, was vor allem auf die demographische Situation am Sonnenteller zurückgeführt wird.

Rund 25,2 Millionen Euro lagen im Haushalt, davon 17,4 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt, in einer Gemeinde, die weit stärker von der Einkommenssteuer als der Gewerbesteuer abhängig ist. Die Schulden wurden seit 2014 kontinuierlich abgebaut, von 6,2 Millionen Euro auf 4,25 Millionen Euro, Tendenz weiter sinkend. Zuletzt lag die Pro-Kopf-Verschuldung bei 573 Euro, bei einem Landesdurchschnitt von 663 Euro.

Für Schwimmbadsanierung stehen fünf Millionen Euro im Raum 

Lang ist die Liste der Großprojekte und "Baustellen", von der neuen Hambacher Turnhalle bis zum Holz-Kindergarten oder zum Bürgerhaus für Dittelbrunn. Beim Schulschwimmbad stehen bis zu fünf Millionen Euro Sanierungskosten im Raum. Ein TÜV-Prüfer hat zuletzt massive Probleme an Dach und Statik festgestellt. Einstweilen ist das Bad geschlossen, die Schule nutzt das Silvana. Warmuth sieht eine Tendenz im Gemeinderat, den "Standortfaktor" zu erhalten. Für einen größeren Neubau bräuchte es 105 Schulklassen als Nutzer – derzeit komme man knapp an die 40 Klassen heran, die zur Sanierung nötig sind, so Warmuth.

Dittelbrunn setzt auf Zuschüsse, die Politik und die Mitglieder im Schulverbund. Gleich nebenan entsteht die neue Seniorenwohnanlage, wo die Tiefgarage schon Konturen annimmt. Weitere Zukunftsprojekte sind der "Grüne Plan" und die Energieleitplanung. Allein der Einbau von 1063 LED-Straßenlampen soll 133 Tonnen Kohlendioxid sowie 45 000 Euro Stromkosten jährlich sparen. Grüne Dächer und Gärten sind ebenso ein Anliegen wie die Zertifizierung als "Fair Trade-Gemeinde".  Beim Multifunktionsplatz Grundwiesen werden 80 Prozent Förderung erwartet. Die marode Treppe an der Hindenburgstraße soll im nächsten Frühjahr saniert werden. Ärgerlich ist der Vandalismus, mit Schäden etwa an den Bäumen im Mehrgenerationenpark.

Kritik am langsamen Straßenausbau, Lob für Schuldigitialisierung

In der Aussprache sah Ulrich Urbas eine "katastrophale" Parksituation in der Dreigass, die Bushaltestelle sei ein Müllablage-Platz. Es gelte ein absolutes Halteverbot, meinte Warmuth zum Thema Parken, verwies aber auf die Polizei. Angesprochen wurde auch der langwierige Straßenausbau im Bereich Lieblein- und Sonnenstraße: Nach dem Wegfall der Anwohnerbeiträge erhalte die Gemeinde 55 000 Euro für Straßenbau vom Freistaat, stellte der Bürgermeister fest – allein dieses Projekt koste aber anderthalb Millionen Euro. Claudia Markert zeigte sich "sehr enttäuscht", dass keiner der gewählten Vizebürgermeister aus Dittelbrunn stamme.

Lob kam vom Berufsschullehrer Dieter Schweickert: Im Bereich Schuldigitalisierung sei Dittelbrunn "spitzenmäßig", anders als andere. Nun sollte auch das alte Schulgebäude Glasfaser erhalten und ein Förderprogramm für Lehrerlaptops abgerufen werden.  Karlheinz Hartbauer versteht nicht, warum es in den Schließzeiten des Schwimmbads keine Sanierungsarbeiten gab. Für den Mehrgenerationenpark würde er sich ein Wassertretbecken wünschen.

Eine eigene Themenliste hatte Bruno Wiesler dabei: Er beklagte unter anderem veraltete Hinweisschilder, dunkle Ecken bei der Straßenbeleuchtung oder die Situation an der Dreigass, wo auch der "dürftige" Brunnen kein gutes Bild abgebe. Nach den Baumfällarbeiten am Almrausch sei viel Holz liegengeblieben (zumindest bei den "wilden" Parkflächen im Wald ist das gewollt).

Einigen Anwesenden war die Liste zu lang, Wiesler wiederum monierte die fehlende Zeit für Bürgeranliegen. Tatsächlich tickte die Uhr, Stichwort "Corona-Durchlüftung". Der Rest wurde im persönlichen Gespräch mit dem Rathauschef behandelt: Von Wiesler in Erinnerung gerufen wurde ein Auto, das seit zwei Jahren am Schulweg steht, mittlerweile mit zerschlagenen Scheiben. Die Gemeinde sieht bei der Entsorgung eine Zuständigkeit des Landratsamts.

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