Grafenrheinfeld

Tonies sind der neuste Renner in der Bibliothek

40 knuffige Würfel gibt es inzwischen in der Grafenrheinfelder Bücherei zum Ausleihen. Mit ihnen können schon die Kleinsten Hörspiele hören. Doch der Tonie kann noch mehr.
Die Zwillinge Lilli und Mara (im Bild mit Bibliotheksmitarbeiterin Ulrike Then) lieben die kleinen Tonies, die es seit einigen Monaten in der Grafenrheinfelder Bibliothek auszuleihen sind.
Foto: Daniela Schneider | Die Zwillinge Lilli und Mara (im Bild mit Bibliotheksmitarbeiterin Ulrike Then) lieben die kleinen Tonies, die es seit einigen Monaten in der Grafenrheinfelder Bibliothek auszuleihen sind.

Die Eule mit der Beule, Bibi Blocksberg oder doch lieber den Grüffelo – die Auswahl fällt den Zwillingen ziemlich schwer; schließlich entscheidet sich Mara für den Pinguin, Lilli für Heidis Peter. Mit einem magnetischen Klick platziert Mara ihre Pinguinfigur mittig auf einem blauen, weich gepolsterten Tonwürfel: Ein Weihnachtslied ertönt. Mara klopft auf die rechte Würfelseite und das nächste Lied erklingt. Zu leise: Sie zieht am rechten Würfelohr und steigert die Dezibel, mit dem anderen regelt sie die Lautstärke wieder herunter, zum Vorspulen kippt sie den Würfel auf die Seite. Kurz wird die Figur heruntergenommen und wieder draufgestellt, das Lied läuft da weiter, wo es unterbrochen wurde.

Lillis Peter dagegen ist ein Hörspiel, sie stellt ihn auf den Würfel und schon tobt Peter mit Heidi durch die Schweizer Bergwelt. Regler, Knöpfe oder gar ein Display – Fehlanzeige. Es muss nicht immer blinken und blitzen. Die mehrfach prämierte Tonie-Box und die dazugehörigen Figuren sind stabil und hochwertig mit ansprechender Haptik konzipiert. Fantasievoller Hör-Spiel-Spaß also zum Anfassen und auch mal Fallenlassen; der 12 Zentimeter große Hörspielwürfel ist gut gepolstert – ohne Ecken und Kanten. Die Handhabung von Tonwürfel und Tonies, so heißen die kleinen Figuren mit dem Audio-Innenleben, ist im wahrsten Sinne des Wortes "kinderleicht"; schon die Kleinsten können die Tonie-Box problemlos bedienen, vorausgesetzt die Eltern haben die erste Inbetriebnahme via WLAN eingerichtet.

Inzwischen haben die Tonies ein eigenes Haus in der Kinderbuchabteilung

In der Grafenrheinfelder Bibliothek, erzählt Leiterin Anna Scharf, sind die Tonies als neustes Medienangebot im Haus der Renner. 40 der etwas mehr als schlumpfgroßen Kunststofffiguren sind in ein eigenes Haus in die Kinderbuchabteilung der Bücherei gezogen; oft ist es leergeräumt. Wie bisher die Hörspiele auf CD, können die Kinder die Figuren für 14 Tage ausleihen. Das war zuerst etwas kompliziert, die Figuren waren zu klein, um dort direkt das für die Ausleihe wichtige Medienetikett zu platzieren. Nach einigen Tüfteleien fand das Bibliotheksteam eine gute Lösung: Der Tonie wird nun in kleinen Tütchen mit einem Booklet zum Inhalt ausgeliehen. Auf dem Booklet ist der Bücherei-Code verzeichnet; so können die Figürchen dann auch sicher und wenig verlustreich nach Hause transportiert werden.

Das Angebot wird nach und nach erweitert, laut Internetauftritt der Tonie-Erfinder Patric Faßbender und Marcus Stahl gibt es bereits über 100 verschiedene Figuren. Jede birgt verschiedene neue Abenteuer, neue Lieder, neues Wissen. Dazu gibt es Kreativfiguren, auf denen man per App eigene Geschichten einsprechen und wieder löschen kann; so kann die Oma eine figürliche Grußbotschaft aus München schicken und die Mama das Lieblingsschlaflied einsingen. Die handbemalten Figuren, so verspricht der Hersteller, halten einiges aus. Der Tonwürfel kann aufgeladen und so überall hin mitgenommen werden.

Vorbei die Zeiten von Bändersalat und vertatschten CDs

Spätestens da bin ich als Mutter großer Kinder restlos begeistert: Vorbei für alle Eltern die Zeiten, in denen man verzweifelt Bändersalat entwirrte, Fettfingerabdrücke aus CDs polierte und im Auto lautstark "Anne Kaffekanne" mitsang, bevor man erschüttert feststellte, dass gar kein Kind mehr mitfuhr, die CD aber in Dauerschleife lief.

Die zweieinhalbjährigen Zwillinge Mara und Lilli teilen sich daheim eine Tonie-Box; ob es da keinen Streit gibt, wundert sich Ulli Then vom Bibliotheksteam. "Nö" sagt Lilli und nimmt ihre Schwester liebevoll in den Arm. Wenn das stimmt, wäre das wohl der größte Pluspunkt der Tonies und so werde ich ab jetzt von einer Zukunft träumen, in der ich eine kleine Ed Sheeran-Figur auf einem knuffigen Stoffwürfel platziere, während mein Mann mich umarmt und mit einem liebevollen Schmunzeln Angus Young in einer Schublade verschwinden lässt, während ich fünfmal kräftig am rechten Würfelohr ziehe.

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