Schwanfeld

Trumps Tollwut-Frisur trifft auf Lou Bega

Anneliese (Andre Müller, links) wollte zu „Wer wird Millionär“, Heiner (Steffen Wehner, rechts) konnte es nicht verstehen.
Foto: Silvia Seuling | Anneliese (Andre Müller, links) wollte zu „Wer wird Millionär“, Heiner (Steffen Wehner, rechts) konnte es nicht verstehen.

Oliver Sprenger und Sebastian Neubert führten als Statler und Waldorf souverän durch die gut vierstündige Faschingsshow der Schwanfelder Pfarrgemeinde mit rund 60 Aktiven und der Sitzungskapelle Albrecht Theiss.

Einen Tapetenwechsel verordnete Annabell Graf ihrem Mann. Gemeint war hier keine Fernreise, sondern die längst überfällige Renovierung des heimischen Wohnzimmers. Sparmaßnahmen waren im Altenheim St. Michael angesagt, als Krankenschwester Angelika Sauer ihren sechs Bewohnerinnen nur jeweils ein Blatt Toilettenpapier gönnte.

Einen kritischen Blick auf das Geschehen in Welt und Dorf wagten gesanglich die wartenden Patienten im Wartezimmer (Doris Crider, Anja Kilian, Anne Scheib, Uwe Sauer, Andreas Reitwießner und Richard Strobel). Sie machten sich über Donald Trumps Frisur lustig, kritisierten die AfD für ihren Stimmenfang am rechten Rand und trauerten gleichzeitig dem Weidenbaum als Schwanfelder Wahrzeichen nach.

Die erste Programmhälfte, in der ein Kindertanz und zwei Showtänze ebenfalls Beifallsstürme und Zugabe-Rufe des Publikums auslösten, schloss Anna Neubauer mit ihrer klassisch gereimten Büttenrede über die erkältungsbedingten Leiden ihres Lebensgefährten.

Nach der Pause entführte die Playbackrunde in das Musikjahrzehnt der Neunziger. Ein Lou Bega durfte ebenso wenig fehlen wie Hits á la „Cotton Eye Joe“, die „Gefühle haben Schweigepflicht“ oder „Macarena“ von Los del Rio. Entwaffnend ehrlich präsentierten sich Karin Neubauer und Michaela Hertlein bei ihrem Schwimmbad-Besuch. Sie hatten keine Probleme, ihre schweren Knochen zu bedauern und die Schwimmreifen im doppelten Sinn anzusprechen. Das Publikum honorierte das mit tosendem Applaus.

Einen besonderen Glanzpunkt setzte Elisabeth Müller mit dem Sketch „Caesar und Kleopatra“. Sie holte kurzerhand Pfarrer, Bürgermeister und Ärztin auf die Bühne, funktionierte sie zu Akteuren um und diktierte ihnen ihr Drehbuch. Da sich alle drei aufopferungsvoll einbrachten, gelang es am Ende, Kleopatra zu befreien und das Publikum zu begeistern.

Für die Show „Wer wird Millionär“ wollte sich die naive Nagelstudio-Inhaberin Anneliese (André Müller) bewerben. Die in einem Bewerbungsvideo gestellten Fragen ihres Ehemanns Heiner (Steffen Wehner) konnte sie jedoch auch mit der Hilfe ortsprominenter Telefonjoker nicht beantworten. Am Ende sah sie ihre Fähigkeiten in einer anderen Filmbranche und trieb dem Publikum mit ihrer unnachahmlichen Art vor Lachen die Tränen in die Augen.

Den Abschluss eines gelungenen Abends setzte traditionell das Männerballett unter der Leitung von Dunja Wetzel und Doris Crider. Die tänzerische Raffinesse war einmal mehr beeindruckend und mit kurzerhand durchgerissenen Hemden bereitete die Truppe das Publikum auf ein glanzvolles Finale vor.

Die Aktiven des Pfarrfaschings verabschiedeten mit einem „Buntes Verdienstkreuz des Schwanfelder Faschings“ und einem Blumenstrauß Elisabeth Müller und Anne Scheib nach jahrzehntelangem Engagement in den „Faschingsruhestand“.

Traditioneller Glanzpunkt des Schwanfelder Faschings: das Männerballett:
Foto: Silvia Seuling | Traditioneller Glanzpunkt des Schwanfelder Faschings: das Männerballett:
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