Schweinfurt

U-18 Wahlen liefern Stimmungsbild

Der Stadtjugendring veranstaltet erstmals eine U18-Wahl. Geschäftsführerin Michaela  Damm-Zehe und Vorstandsmitglied Phil Heinelt fordern zum Mitmachen auf.
Foto: Hannes Helferich | Der Stadtjugendring veranstaltet erstmals eine U18-Wahl. Geschäftsführerin Michaela Damm-Zehe und Vorstandsmitglied Phil Heinelt fordern zum Mitmachen auf.

Jugendliche aus Schweinfurt und Umgebung wählen das deutsche Parlament bereits am 14. September, also zehn Tage vor der regulären Bundestagswahl. An der U18-Wahl, die fast wie die „richtige Wahl“ funktioniert, machen acht Schweinfurter Schulen mit. Den Urnengang für Jugendliche ab 14 Jahren organisiert der Stadtjugendring. „U18 liefert damit kurz vor der Bundestagswahl ein politisches Stimmungsbild der Jugendlichen“, erklärte das SJR-Vorstandsmitglied Philippe Heinelt bei der Information über die Veranstaltung, die auch an vielen anderen Orten in Bayern stattfindet.

Die Wahlkabinen stehen in acht Schweinfurter Schulen

Die U18-Wahl ist ein Projekt des Bundesjugendrings. Unterstützt wird es vom Deutschen Kinderhilfswerk. Nach letztem Stand sind es in Bayern rund 1000 Wahllokale, in denen die Jugendlichen am 14. September, einem Donnerstag, ihre Stimme abgeben können. In Schweinfurt sind die Wahlkabinen in der Albert-Schweitzer- und Auen-Mittelschule, der Montessorischule, dem Pestalozzi-Förderzentrum, der Privaten Handelsschule Pelzl, den beiden Rathenauschulen (Realschule und Gymnasium) sowie dem Celtis-Gymnasium aufgebaut.

Schüler erfahren den Unterschied zwischen Erst- und Zweitstimme

Die Schüler können auf den Original-Stimmzetteln ihre Erst- und ihre Zweitstimme abgeben. Nach Schließung der Wahllokale werden die Stimmen noch am Donnerstagabend in den jeweiligen Schulen gezählt, vom Stadtjugendring eingesammelt und am Freitagvormittag (15. September) öffentlich gemacht.

Der federführend verantwortliche stellvertretende SJR-Vorsitzende Phil Heinelt räumt ein, dass wegen des Termins so kurz nach den Sommerferien einige organisatorische Hürden zu meistern waren. Ein Weiteres: Einige Schulen hatten sich schon zur Teilnahme am bundesweiten Projekt „Juniorwahl“ angemeldet, Schirmherr ist für den Bundestag hierfür Präsident Norbert Lammert.

Das Ziel ist: Üben und Erlernen von Demokratie

Die Ziele sind gleichwohl die gleichen: Üben und Erleben von Demokratie, heranführen an das Wählen. Heinelt sagt es so: „Wählen lernen, denn eines Tages werden auch Jugendliche zu Wählern“. Das Vorstandsmitglied sieht in dem Projekt unter dem Motto !Gemeinsam Haltung zeigen“ auch ein wichtiges Zeichen gesetzt – gegen Terror und für Demokratie.

Der Stadtjugendring ist den sich beteiligenden Schulen dankbar fürs Mitmachen, sagt SJR-Geschäftsführerin Michael Damm-Zehe. Das Thema steht zwar auch in den Lehrplänen. In den genannten Schulen wird die Notwendigkeit, von seinem Stimmrecht Gebrauch zu machen, aber wegen des U 18-Wahlgangs am 14. September vertieft, auch nach der Wahl. Was es mit der Erst- und was es mit der Zweitstimme auf sich hat, das müsse erklärt werden, sagt Heinelt. Und Damm-Zehe weist darauf hin, dass eine Wahlentscheidung zu treffen voraussetzt, dass die jungen Menschen sich mit politischen Inhalten auseinandersetzen und die Unterschiede in den Parteiprogrammen erkennen.

Alles wie bei der richtigen Wahl: Wahlkarten, Stimmzettel und rein damit in die Urne

An der U18-Wahl in Schweinfurt nehmen die Schüler ab den 8. Klassen in den Mittel- und Realschulen, an den beiden Gymnasien Abiturienten der 11. und 12. Klassen teil. Der Stadtjugendring rechnet mit über 700 Teilnehmern, hat aber vorsichtshalber 1000 Wahlberechtigungskarten verschickt. Ja, auch die gibt es wie im richtigen Wählerleben.

In den Schulen wird jedem Schüler am 14. September eine solche in die Hand gedrückt. Ohne gibt es keinen Stimmzettel. Diese enthalten die 13 Namen der Wahlbewerber für das Schweinfurter Mandat (Erststimme) und die 21 Parteien, die sich bewerben (Zweitstimme). Um einigermaßen etwas mit dem Urnengang anfangen zu können, gibt es zwei zusätzlich auszufüllende Spalten: weiblich oder männlich sowie das Alter.

Nicht nur beim Stadtjugendring ist man natürlich gespannt, wie die Premiere abläuft. Und natürlich über das Abstimmungsverhalten. „Wir hoffen, mit der U18-Wahl die Jugendlichen mit dem wichtigen Thema Politik in Berührung zu bringen“, sagte Heinelt und schob den alten, aber so wichtigen Satz hinterher: „Wer wählt hat die Wahl, wer nicht wählt hat schon verloren.“

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