Schweinfurt

Ufra 2020 in Schweinfurt: Wie eine Messe unter Corona-Auflagen geht

Vom 26. September bis 4. Oktober ist auf dem Volksfestplatz in Schweinfurt wieder die Unterfrankenmesse. Wie ist das Hygienekonzept und wie viele Besucher dürfen kommen?
In diesem Jahr nur mit Mund-Nasen-Schutz: In den 18 Hallen bei der Unterfrankenmesse Ufra, die vom 26. September bis 4. Oktober läuft, gilt aufgrund der Corona-Pandemie Maskenpflicht und Abstandsgebot.
In diesem Jahr nur mit Mund-Nasen-Schutz: In den 18 Hallen bei der Unterfrankenmesse Ufra, die vom 26. September bis 4. Oktober läuft, gilt aufgrund der Corona-Pandemie Maskenpflicht und Abstandsgebot. Foto: Martina Müller

Am 26. September eröffnet Innen-Staatssekretär Gerhard Eck gemeinsam mit Oberbürgermeister Sebastian Remelé die Unterfrankenmesse Ufra auf dem Volksfestplatz in Schweinfurt. Laut Katherina Köhler, Geschäftsführerin des Veranstalters Sandner GmbH, bei weitem keine "Ufra light, sondern eine Messe, wie man sie gewohnt ist." Nichts desto trotz gibt es im Corona-Jahr 2020 eine Menge Ungewohntes für die Besucher, für die der Veranstalter ein ausgefeiltes Hygienekonzept entworfen hat, das nicht nur die Gäste, sondern auch die Aussteller betrifft.

Wie ist das Hygienekonzept?

Es gilt Maskenpflicht auf dem Gelände und in den Hallen. Wer seinen Mund-Nasen-Schutz vergessen hat, kann einen an den Kassen erwerben. Einzuhalten ist der Mindestabstand von eineinhalb Metern. An jedem Halleneingang sind Spender für Desinfektionsmittel aufgestellt. Auch die Mitarbeiter an den Ständen tragen Masken. Das ausführliche Konzept entspricht den Vorgaben des Freistaates für Messen und ist sowohl mit dem Gesundheitsamt als auch dem Schweinfurter Ordnungsamt abgestimmt. Durch die Hallen gibt es ein Einbahnstraßen-System, so dass sich Besucher nicht begegnen können. Um eine Nachverfolgung bei möglichen Infektionen gewährleisten zu können, werden die Adressdaten der Besucher erfasst.

Wie viele Besucher können gleichzeitig auf dem Gelände sein?

3300. Es gibt zwei Zeitfenster, täglich von 10 bis 14 Uhr und von 15 bis 19 Uhr. Die Messeleitung weiß von früheren Befragungen von Besuchern, dass ein Messebesuch im Schnitt gut vier Stunden dauert. Durch den Ticketverkauf wird sichergestellt, dass nicht mehr als 3300 Besucher gleichzeitig vor Ort sind. Im Vergleich zu einem Messetag unter normalen Bedingungen mit bis zu 15 000 Besuchern am Tag ist das eine deutliche Reduzierung der Kapazität.

Wie viele Besucher dürfen gleichzeitig in einer Halle sein?

Je nach Größe der 18 Hallen unterschiedlich. Pro zehn Quadratmeter Platz ist ein Besucher erlaubt, analog der Regelungen für den Einzelhandel in Städten im Moment. An den Eingängen der Hallen werden Lichtschranken und Ampeln installiert. Ist die Ampel grün, darf man noch in die Halle. Ist sie rot, muss man warten, bis wieder weniger Besucher drinnen sind. Außerdem wurden die Stände so platziert, dass das Einbahnstraßen-System funktioniert und sich möglichst keine zu großen Menschenansammlungen vor einem Stand bilden.

Katherina Köhler, Geschäftsführerin des Ufra-Veranstalters (hier auf einem Archivbild aus dem Jahr 2018), ist sich sicher, mit dem Hygienekonzept auch während der Corona-Pandemie eine für Aussteller und Besucher sichere Unterfrankenmesse anbieten zu können.
Katherina Köhler, Geschäftsführerin des Ufra-Veranstalters (hier auf einem Archivbild aus dem Jahr 2018), ist sich sicher, mit dem Hygienekonzept auch während der Corona-Pandemie eine für Aussteller und Besucher sichere Unterfrankenmesse anbieten zu können. Foto: Martina Müller

Wie werden die Hygieneregeln kontrolliert?

Strikt. Zum einen wird durch das Ticket-System sichergestellt, dass nicht mehr als 3300 Karten pro Zeitfenster verkauft werden. Zum anderen wurde der Sicherheitsdienst im Vergleich zu anderen Messen verdoppelt und kontrolliert die Einhaltung der Hygieneregeln durch Besucher und Aussteller.

Was gilt für die Gastronomie?

Die derzeit bekannten Regeln wie bei allen anderen Gastronomen auch. Beim Weg in der Halle 17 bzw. im Außenbereich zum Platz gilt Maskenpflicht. Der Platz wird vom Servicepersonal zugewiesen. Außerdem werden zur Nachverfolgung bei einer möglichen Infektion die Daten der Gäste erfasst, analog dem Formular, das man von Restaurant-Besuchen gewohnt ist.

Wo bekommt man Tickets?

Hauptsächlich online unter www.ufra-online.de. Auf der Seite kann man angeben, an welchem Tag in welchem der zwei Zeitfenster man kommen möchte. Die Adressdaten werden beim Bestellvorgang erfasst, die Tickets kann man auch zu Hause ausdrucken. Es ist ein Zähler installiert, so dass man genau sehen kann, wie viele Tickets noch im Verkauf sind. Für Besucher, die keinen Online-Zugang haben, gibt es ein kleines Kontingent an der Tageskasse, das vom Online-Kontingent abgezogen wird. Die Tickets kosten zwischen drei und sieben Euro. 

Abstand halten ist die Devise bei der Unterfrankenschau in Schweinfurt in diesem Jahr, die unter Corona-Bedingungen stattfindet. Das Bild stammt aus dem Jahr 2016.
Abstand halten ist die Devise bei der Unterfrankenschau in Schweinfurt in diesem Jahr, die unter Corona-Bedingungen stattfindet. Das Bild stammt aus dem Jahr 2016. Foto: Stefan Pfister

Wie viele Aussteller werden erwartet?

Rund 300 von Behörden und Institutionen bis zu Handel, Handwerk und Bau. 37 Prozent der Aussteller sind aus Stadt und Region Schweinfurt, 28 Prozent aus dem Rest Bayerns und der Rest aus Deutschland und dem angrenzenden Ausland. Aufgebaut wurden 18 Hallen mit insgesamt 15 000 Quadratmeter Fläche. Nimmt man das Außengelände hinzu, hat die Messe 33 000 Quadratmeter. Daraus errechnet sich durch die Zehn-Quadratmeter-Regel auch die maximal mögliche Besucherzahl von 3300. Die Messe ist so groß wie sie in den vergangenen Jahren auch war. 

Was sind die Besonderheiten der Messe?

Die Ufra ist eine klassische Verbrauchermesse, die die Themen Bauen, Wohnen, Haushalt und Freizeit sowie Gesundheit und Wellness abdeckt. Darüber hinaus gibt es in der Halle 22 eine große Präsentation der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, die für den neuen Robotik-Studiengang wirbt und über die Projekte zu Künstlicher Intelligenz informiert. So gibt es unter anderem ein begehbares Gehirn. Die Firma Airbus ist mit einem Flugtaxi-Prototyp vertreten.

Gibt es ein Rahmenprogramm?

Ja, aber in sehr abgespeckter Form. Die bekannte Showbühne, die von Studenten der Fachhochschule betrieben wurde, kann es in diesem Jahr so nicht geben. Geplant sind aber unter anderem Auftritte der Dance Academy oder ein Workshop der Breakdancer der Dancefloor Destruction Crew aus Schweinfurt.

Wo kann man parken?

Direkt am Volksfestplatz kann man nicht parken, die Parkbuchten sind den Ausstellern vorbehalten. Es gibt zwei ausgeschilderte "Park & Ride"-Plätze hinter dem Willy-Sachs-Stadion und im Gewerbegebiet am Hainig, beide erreichbar von der Autobahn A 71 über die Ausfahrt Schweinfurt West und die Bundesstraße 303. Von dort fahren im 15-Minuten-Takt kostenlose Pendelbusse. Wer mit Bus oder Bahn anreist, bekommt bei Vorlage der Tickets an der Kasse eine Ermäßigung. Für Fahrrad-Fahrer gibt es einen kostenlosen, bewachten Parkplatz am Eingang 1 sowie eine Ermäßigung beim Eintritt.

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