Bergrheinfeld

Ulrich Werners positive Zwischenbilanz

Mit Freude im Amt: Seit 2. Mai leitet Ulrich Werner (CSU) als neuer Bürgermeister die Geschicke von Bergrheinfeld.
Foto: Anand Anders | Mit Freude im Amt: Seit 2. Mai leitet Ulrich Werner (CSU) als neuer Bürgermeister die Geschicke von Bergrheinfeld.

Die drei Sonnenblumen erstrahlen in schönstem Gelb am Besprechungstisch. Ulrich Werner erfreut sich an ihnen, vor allem weil sie zeigen, dass er angekommen ist im Amt des hauptamtlichen neuen Bürgermeisters von Bergrheinfeld. Seine Mitarbeiterinnen im Büro stellten sie ihm am 8. August hin, da war er genau 100 Tage im Amt.

Abwechslungsreich und vielseitig

100 „vielseitige, abwechslungsreiche und interessante“ Tage, so Werner, dem die Arbeit als Chef der Gemeinde nach 15 Jahren für die CSU als Gemeinderat, sichtlich Spaß macht. 100 Tage, „an denen ich ständig etwas dazu lerne.“ Am 12. März gewann er nach fairem Wahlkampf gegen SPD-Kandidat Thomas Meidl. 54,5 Prozent der Wähler stimmten für ihn. Sein Vorgänger Peter Neubert trat aus Altersgründen nicht mehr an, ermöglichte den erwarteten reibungslosen Übergang in der Verwaltung und hatte bei Fragen immer ein offenes Ohr.

Ulrich Werner, 53 Jahre alter verheirateter Vater zweier erwachsener Kinder, hat eine Eigenschaft, die unabdingbar für einen Bürgermeister ist: Er hört zu. Das war schon an Tag eins im Amt wichtig. Da gab es eine Einführung in das gemeindliche Computerprogramm, danach führte Werner viele Gespräche mit den Mitarbeitern in der Verwaltung, im Bauhof, in der Bibliothek, der Kläranlage, auch auf Bürgermeister-Fortbildung war er. Alles auf den Kopf zu stellen, nur weil man der Neue ist, ist nicht Werners Art. Er verschafft sich ein Bild, hört alle an und entscheidet dann, auch wenn's unangenehm ist.

„Transparenz im Gemeinderat und gegenüber den Bürgern ist mir wichtig.“
Ulrich Werner, neuer Bürgermeister von Bergrheinfeld.

„Als Gemeinderat wusste ich schon, wo wir Handlungsbedarf haben“, so Werner. Zum Beispiel beim Feuerwehrhaus. Obwohl er kein Feuerwehrler ist, hat er sich intensiv eingearbeitet, viele Gespräche geführt – „ich habe großen Respekt vor der Arbeit unserer Ehrenamtlichen.

“ Nach Abschluss der Sanierung von Rathaus und Zehnthof bis Ende des Jahres, sei das Feuerwehrhaus das nächste große Thema auf der Agenda. Im Herbst werde man es mit Fachleuten besuchen, danach die nötigen Schritte einleiten.

Bürgernähe und Wertschätzung

Auch wenn er sich aus zeitlichen Gründen nicht mehr so ehrenamtlich engagieren kann wie früher beim TSV und in der Kirchengemeinde, findet man Bürgermeister Werner trotzdem als Helfer beim Bierausschank beim Pfarrfest – „da brech ich mir keinen Zacken aus der Krone.“ Bürgernähe, Wertschätzung und Transparenz, das ist Ulrich Werner wichtig. Transparenz im Gemeinderat, wo er vor den Sitzungen Infogespräche mit den drei Fraktionssprechern einführte, aber auch gegenüber dem Bürger wie bei der von über 500 Menschen besuchten Bürgerversammlung zum Thema Entwässerungssatzung. Dass die Wochenenden mit Terminen vollgepackt sind, man wieder zu runden Geburtstagen muss, gefällt Werner sichtlich: „Ich empfinde es als Wertschätzung meinerseits für die Vereine, aber auch die älteren Mitbürger, die Bergrheinfeld aufgebaut haben.“

Die kommunalpolitischen Themen aus dem Wahlkampf – Feuerwehrhaus, Dorferneuerung Garstadt, Tagespflegestation in Bergrheinfeld oder Schulsanierung – hat Werner im Blick. In Garstadt soll bald eine Verkehrsinsel am Ortseingang von Wipfeld kommend das Problem mit zu schnellen Autofahrern mildern.

Wachsamkeit bei SuedLink und Wechselstromleitungen

Besonders wachsam ist Werner beim Thema SuedLink und Wechselstromleitungen. Froh über die Unterstützung der CSU-Bundestagsabgeordneten Anja Weisgerber kämpft der Bergrheinfelder Bürgermeister dafür, „dass die Lasten verteilt werden.“ Dass der SuedLink unterirdisch verkabelt wird, sei ein Erfolg, nun müsse man mit aller Macht dafür sorgen, dass die ebenfalls bis Bergrheinfeld geplanten weiteren Wechselstromleitungen nicht kommen. Auch beim Thema Rückbau des Atomkraftwerks „müssen wir als Gemeinde wachsam sein“, weswegen es wichtig gewesen sei, sich den Mainbogengemeinden und deren Fachanwältin als Beraterin anzuschließen.

Auf seinem Schreibtisch hat Ulrich Werner auch einen kleinen schwarzen Elefanten stehen. Sein Sohn brachte ihn von einem Work-and-Travel-Aufenthalt in Australien mit. „Als Bürgermeister musst du Elefant sein, brauchst ein dickes Fell“, sagte er zu ihm. Vor allem wegen der Herausforderungen in Sachen Energiewende für die 5000-Einwohner-Gemeinde ist das ein guter Rat.

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