SCHWEBHEIM

Umzingelt von den Sendemasten

Drei Mobilfunkanlagen stehen in der Nachbarschaft von Hilmar Stühler. Jetzt schrieb er der Gemeinde einen Brief.
Foto: Hilmar Stühler | Drei Mobilfunkanlagen stehen in der Nachbarschaft von Hilmar Stühler. Jetzt schrieb er der Gemeinde einen Brief.

Fast jeder hat heute ein Handy in der Tasche, viele haben einen Tablet PC dabei. Die Kehrseite dieser Entwicklung in der Telekommunikation sind die zahlreichen Funkmasten, die aufgestellt werden und deren gesundheitliche Risiken noch nicht erforscht sind.

Geradezu umzingelt von solchen Funkmasten fühlt sich Hilmar Stühler. Von seiner Wohnung im Aschenhof aus blickt er gleich auf drei Funkmasten. „Wir sind von drei unterschiedlichen Mobilfunkbetreibern umgeben, über ein halbes Dutzend Mobilfunkantennen bestrahlen unser Dasein auf engstem Raum.“

In einem Brief wandte sich Stühler nun an Bürgermeister Hans Fischer. Er macht sich große Sorgen, dass durch die Summierung der Anlagen die Strahlenwerte überschritten werden, und bittet den Bürgermeister, dies prüfen zu lassen.

„Warum wurden diese Anlagen nicht über ganz Schwebheim verteilt?“, fragt sich Stühler. Standortmöglichkeiten gäbe es beispielsweise im Industriegebiet. In Schwebheim sei es jedoch unterlassen worden, auf den Standort Einfluss zu nehmen.

Stühler hat sich gut informiert. Laut des Umweltinstituts München seien die Grenzwerte für Strahlenbelastung in Deutschland viel zu hoch. Für Gebäude, in denen sich Menschen mehr als vier Stunden am Tag aufhalten, würde beispielsweise in der Schweiz, in Russland und in China nur ein Hundertstel des deutschen Grenzwertes gelten, weiß Stühler. Kritik übt der Schwebheimer auch an der Wartung der Anlagen. Bei einem der Mobilfunkmasten seien die Metallbrücken, die die Blitzenergie ableiten sollen, verrostet.

Dass die Richtwerte in Deutschland viel zu hoch sind, bestätigt auch Bürgermeister Hans Fischer. Aber dagegen könne man nichts machen. Über den Brief wollte er deshalb in der Jahresschlusssitzung nicht diskutieren. Hedi Seifert riet Stühler, sich an die zuständigen Stellen zu wenden. Herbert Holzmann verwies darauf, dass die Gemeinde keine Strahlenmessungen durchführen kann, gab aber zu bedenken: „Wenn wir weiter zuschauen, wird ein Mast nach dem anderen hingestellt, ohne dass gemessen wird.“

Bürgermeister Fischer schlug schließlich vor, den Brief ans Landesamt für Umwelt in Augsburg weiterzuleiten. „Aber ich bin nicht bereit, eine müde Mark auszugeben, weil die Richtwerte bei uns so hoch sind, dass sie allemal eingehalten werden“, bekräftigte der Bürgermeister.

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