Sennfeld

Verbindendes sichtbar machen

Dorothee Wittmann-Klemm in ihrem Atelier in Schonungen.
Foto: Rita Steger-Frühwacht | Dorothee Wittmann-Klemm in ihrem Atelier in Schonungen.

Unter dem Schlagwort "IT und Kunst" pflegt die IT-Firma Vintin in Sennfeld seit August 2019 ihre Räume Künstlern aus der Region für Ausstellungen zu überlassen. "Es ist eine Vielfalt, eine große Bandbreite an Kunstschaffen, die der Raum Schweinfurt bietet", betont Philipp Ludwig. Der Junior-Marketingmanager hat über den Kunstverein Schweinfurt immer wieder Kontakte zu regionalen Künstlern geknüpft.

Aktuell sind aufgrund der Corona-Pandemie Museen und Kunstausstellungen geschlossen. So bezeichnet es Dorothee Wittmann-Klemm aus Schonungen als einen wahren Glücksfall, gerade jetzt in den Geschäftsräumen der Firma rund ein Dutzend ihrer Arbeiten zeigen zu können. Sie huldigen dem Motto "Wakon yosai – japanische Weisheit – westliche Technik". Diese Aussage wird dem japanischen Gelehrten Fukuzawa Yukichi zugeschrieben und war in Japan in der späten Meiji-Zeit, als sich das Land zwischen 1880 und 1910 für den Westen öffnete, ein beliebter Slogan.

Die zwei- oder dreiteiligen Werke der Künstlerin zeigen eine bewusst gewählte Polarität. "Die fernöstliche Malweise der traditionellen Tuschebilder trifft auf moderne, unbearbeitete Fotografien von Alltagsgegenständen der westlichen Welt", erklärt Dorothee Wittmann-Klemm. So zeigt beispielsweise das Diptychon "Schiefer-Tulpen" die konkrete Darstellung von Blumen in der Technik der asiatischen Tuschmalerei, die vom Schwarz-Weiß-Kontrast und sparsamen Grauwerten lebt. Als "Gastfarbe" wählte Dorothee Wittmann-Klemm hier zarte Rosé-Töne für die Blüten. Der andere Teil dieses Exponates zeigt eine fotografisch genaue Fläche mit Schindeln aus Schiefer.

"Unversöhnliche Gegensätze? Nein. Dieses Bild, wie alle anderen auch in der Ausstellung, lässt Verbindendes sichtbar werden", betont die Künstlerin. Schon allein durch die Grautöne ergeben sich bei dieser zweiteiligen Arbeit für den Betrachter diverse Verknüpfungen, die durch Details der Linienführung in den beiden Teilen noch verstärkt werden. Bei anderen Exponaten können es wieder andere Dinge sein, die Verbindungen zwischen realistisch gemalten Pflanzen, Blüten, Landschaften und abstrakten Fotografien schaffen. Es obliegt dem Betrachter, ihnen nachzuspüren.

Für Interessierte ist die Ausstellung nach vorheriger Terminvereinbarung und unter Beachtung der gesetzlichen Corona-Vorgaben in Verbindung mit einer persönlichen Führung zu besichtigen.

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