Schweinfurt

Vertriebenenbund tritt für Menschenrechte ein

Ehrung beim Tag der Heimat in Schweinfurt (von links): Peter Krier (Bund der Vertriebenen), Oberbürgermeister Sebastian Remelé, Stv. Landrätin Christine Bender, Helmut Irblich (goldene Ehrennadel), Erika Herget (silberne Ehrennadel) und Ewald Oster von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland.
Foto: Hans-Peter Hepp | Ehrung beim Tag der Heimat in Schweinfurt (von links): Peter Krier (Bund der Vertriebenen), Oberbürgermeister Sebastian Remelé, Stv.

"Heimat ist, was in einem  - und um einen herum ist!". In seiner Begrüßung zum "Tag der Heimat" definierte Ewald Oster, der Landesvorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, den Kern des alljährigen Treffens des Bundes der Vertriebenen im Pfarrzentrum St. Killian. Seit 69 Jahren lädt der Bund zu einer gemeinsamen Gedenk- und Feierstunde ein. In diesem Jahr stand sie unter dem Leitgedanken "Menschenrechte und Verständigung – für Frieden in Europa".

Die Festrede vom Kreisvorsitzenden Peter Krier war gespickt mit detailliertem Wissen und Erzählungen über das Unrecht, dass die Menschen in ihrer alten Heimat kurz nach dem Krieg erleben mussten. In diesen Jahren waren Millionen Männer und Frauen in die neue Bundesrepublik geflohen, wurden dort auf Städte und Gemeinden aufgeteilt. Peter Krier legte Wert darauf, dass er Opferzahlen nicht "aufrechnen" wolle, dass es aber Opfer auf allen Seiten zu der damaligen Zeit gab und dass "Schuld" etwas Individuelles sei.

Das gelebte Heimatgefühl der Vertriebenen sei kein Relikt überlieferter Romantik, sondern eine orientierende Kraft für das heutige Leben. Man pflege untereinander und zu allen Menschen eine hohe Achtung vor der jeweils eigenen Heimat. Die Integration der Mitglieder aus den Landsmannschaften  sei in Schweinfurt gut geglückt, meinte Krier und verwies auf das aktive Mitwirken der Vertriebenen in der Nachkriegsgeschichte.

Persönliches Grußwort des OB

Oberbürgermeister Sebastian Remelé berichtete in seinem Grußwort von seinen Erfahrungen mit Vertreibung, die er auch aus den Erzählungen seines Vaters und seiner Großeltern kennt. Er erinnerte an das Jubiläum mit den Schweinfurter Partnerstädten, die einen Tag zuvor statt fand. Als Zeichen der Völkerverständigungen möchte der Oberbürgermeister dieses Miteinander der Städte verstehen, ebenso die Integration der Vertriebenen in der Stadt und im Landkreis. Viele haben hier, so Remelé, auch Wurzeln geschlagen.

Die Geschichte der Vertreibung stand im Mittelpunkt der kurzen Ansprache von Christine Bender, die Landrat Florian Töpper vertrat.  Sie verwies auf das große ehrenamtliche Engagement in den verschiedenen Landsmannschaften und auf den Einsatz der Vertriebenen für die Menschenrechte. Im Namen des Landkreises überreichte Bender eine Spende an Peter Krier, den Kreisvorsitzenden.

Erika Herget und Helmut Irblich wurden am Tag der Heimat 2019 für ihr Engagement  gehrt. Die silberne Ehrennadel überreichte Peter Krier an Erika Herget, die goldene erhielt der Bauunternehmer Helmut Irblich, der aus dem Sudetenland stammt. Schon in der Jugendorganisation der Vertriebenen habe Irblich sich unermüdlich eingesetzt und ist seit langen Jahren eine Stütze in seiner Landmannschaft. In seiner Laudatio schilderte Krier den Weg von Irblich vom "einfachen Flüchtling" zum Bauunternehmen, und zählte dessen Ehrenzeichen, darunter das Bundesverdienstkreuz auf.

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