Dittelbrunn

Viel Ferienspaß beim Angler-Casting am Marienbach

Fischerjugend forscht: Im Bachbett des Marienbachs wurden allerhand Winzlinge gefangen.
Fischerjugend forscht: Im Bachbett des Marienbachs wurden allerhand Winzlinge gefangen. Foto: Uwe Eichler

"Schaut mal, ich hab einen Riesenrückenschwimmer gefangen", freut sich ein junger Petrijünger, der mit Gummistiefeln und Sieb aus dem renaturierten Marienbach zurückkehrt. "Petri Heil", lautet die Devise, beim Ferienspaß zum Thema "Fischer machen Schule".

In diesem Fall wurde kein kieloben treibender Fisch gekeschert, am Mehrgenerationenpark nördlich von Dittelbrunn. Ein Rückenschwimmer ist eine Wasserwanze, die als Kampftaucher kleinere Insekten jagt: Mit einem Vorrat aus Luftblasen am Bauch, paddelnd in Rückenlage. Zwischen Schilf und Schlamm, unter jedem Stein wimmelt es von Leben, auch noch im unscheinbarsten Gewässer. Das lernen die 15 Jungen und Mädchen beim Tierchenfang.

Mit vor Ort ist der Fischereiverband Unterfranken, rund um Bezirksjugendleiter Uwe Hengst - und sogar den Präsidenten. Mit Willi Stein, bekannt vom traditionsreichen Fischhaus Stein in Schweinfurt, wurde vor kurzem ein (Wahl-)Dittelbrunner zum Chef der unterfränkischen Fischer gewählt. Neben den Jugendbeiräten Jonny Herrmann und Günter Hess sind auch Gabi Vogel und Elke Schöbel vom Büchereiteam an den Stationen dabei. Bürgermeister Willi Warmuth greift persönlich zur Rute: "Casting" nennt sich die Sportart, die nicht auf dem (Lauf-)Steg stattfindet. Ein Gewicht muss an der Angelleine auf eine Zielscheibe ausgeworfen werden, dafür braucht es Gespür und Training. Der Bezirksverband stellt immerhin den Deutschen Jugendmeister im "Trockenangeln". Anfängerfreundlich ist das Dosenwerfen, mit Tennisball statt Haken an der Schnur.

"Alien" von nebenan: Jonny Herrmann zeigt das Gebiss eines Steinbeißers, der damit unter anderem Muscheln knackt.
"Alien" von nebenan: Jonny Herrmann zeigt das Gebiss eines Steinbeißers, der damit unter anderem Muscheln knackt. Foto: Uwe Eichler

"Angeln gehen, Natur verstehen" lautet ein Slogan. Den Fischern ist die Botschaft wichtig, dass es bei ihrem Hobby um mehr geht als Trophäenjagd oder Nachwuchsködern – auch wenn Kinder schon ab 10 Jahren (unter Aufsicht) angeln dürfen und der Fischereischein ab 14 erhältlich ist. Willi Stein verweist auf aktiven Naturschutz, durch Fischbesatz oder die Rettung von Aalen vor den Turbinen der Wasserkraftwerke.

Außerdem wolle man das Verständnis für die heimische Unterwasserwelt wecken. Jonny Herrmann zeigt Libellen und Köcherfliegen, die als Larven in eigenen Wohnröhren hausen. Auch räuberische Gelbrandkäfer oder Wasserflöhe zählen zum Marienbach-Tauchclub. Simon hat als Erster einen Wasserskorpion gefangen: Trotz Fangbeinen wird der Rüsselstecher nur Insekten oder Kaulquappen gefährlich, der vermeintliche Skorpionstachel dient als Schnorchel.

Stolzer Fang: Hier paddelt ein Wasserskorpion.
Stolzer Fang: Hier paddelt ein Wasserskorpion. Foto: Uwe Eichler
Synchron-Rückenschwimmen: Die gefangenen Wasserinsekten wurden am Ende wieder in den Marienbach entlassen.
Synchron-Rückenschwimmen: Die gefangenen Wasserinsekten wurden am Ende wieder in den Marienbach entlassen. Foto: Uwe Eichler

Ein Buch dient zur Bestimmung der Winzlinge im Aquarium. Auch die mitgebrachten Kiefer von Graskarpfen oder Steinbeißer schauen beeindruckend aus. Eine Flussmuschel filtert bis zu 200 Liter Wasser täglich. Am Ende werden alle gefangenen Insekten wieder in die Freiheit entlassen. Mit nach Hause genommen werden dürfen selbst gefaltete Papierkrebse und –Fische, sozusagen als Sushi-Origami.

Auch fürs Dosenangeln brauchts Geschick.
Auch fürs Dosenangeln brauchts Geschick. Foto: Uwe Eichler

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