Sennfeld

VR Bank geht neue Wege: Videoservice ersetzt den Bankschalter

Die VR Bank Schweinfurt hat anstelle ihrer Sennfelder Filiale ein Selbstbedienungs-Service-Center am Supermarkt Nahkauf gebaut, mit Video-Telefonie zum Serviceberater.
Per Videoübertragung können alltägliche Bankgeschäfte im neuen Selbstbedienungs-Service-Center der VR Bank Schweinfurt am Sennfelder Nahkauf erledigt werden. Vorstandsvorsitzender Frank Hefner (rechts) und Bürgermeister Oliver Schulze (links) testeten bei der Eröffnung das Angebot.
Foto: Silvia Eidel | Per Videoübertragung können alltägliche Bankgeschäfte im neuen Selbstbedienungs-Service-Center der VR Bank Schweinfurt am Sennfelder Nahkauf erledigt werden.

Eine nette Frau mit Kopfhörer strahlt vom Bildschirm den Bankkunden an und fragt nach seinen Wünschen. Der Kunde steht in einem kleinen Anbau am Nahkauf-Supermarkt vor einer Video-Stele und erläutert sein Anliegen. Die VR-Bank Schweinfurt hat mit dieser Video-Telefonie statt dem bisherigen Bankschalter Neuland beim Kundenservice betreten.

Die Beziehung zwischen Bank und Kunde befinde sich in einem starken Umbruch, hält Frank Hefner, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Schweinfurt eG fest. Die Ansprüche und Erwartungen der Kunden gingen an schnelle, unkomplizierte und bequeme Dienstleistungen zu möglichst jeder Tageszeit. Weshalb die Bank die persönliche Erreichbarkeit mit technischem Fortschritt kombinieren müsse.

"Die Generation 2000 erledigt ihrer Bankgeschäfte sowieso nur noch mit dem Handy", weiß Hefner. Aber vor allem den älteren Kunden wolle die VR-Bank weiterhin Service bieten. Dass ausgerechnet in Sennfeld landkreis- und bankenweit das erste Selbstbedienungs-Service-Center mit Video-Schaltung, mit Ein- und Auszahlungs-Geldautomat sowie Kontoauszugsdrucker steht, ist der Schließung der Geschäftsstelle im Ort geschuldet. Der Vermieter hatte gekündigt.

"Wir hatten erst Ersatzräume gesucht, aber da wäre zu viel Umbau nötig geworden", erklärt Hefner. Also baute die Bank eine kleine SB-Filiale an den Nahkauf in der Sennfelder Kreuzstraße an. Der virtuelle Schalter ist von 8 bis 18 Uhr erreichbar. In der Sennfelder Filiale war der Service vorher nur halbtags offen. Zudem biete die Zentrale der VR-Bank Schweinfurt in der Sennfelder Felix-Wankel-Straße im Gewerbegebiet im Hafen auch ganztägige Beratungsmöglichkeiten. Und das Beratungszentrum Gochsheim stehe für persönliche Information zur Verfügung.

Früher hat es mehr Service- als Beratungskräfte gegeben

"Persönlicher Kontakt wird immer weniger nachgefragt", sagt Hefner. Der einfache Basisbedarf – Ein- und Auszahlen, Kontoauszüge aushändigen, Daueraufträge einrichten – werde in Zeiten von Online-Banking und bargeldloser Zahlung nicht mehr gebraucht. Die Bank müsse da reagieren. "Früher hat es mehr Service- als Beratungskräfte in der Bank gegeben, jetzt ist es umgekehrt."

In der neuen Sennfelder SB-Filiale wird es dem Kunden leicht gemacht. Per Sensor schaltet sich beim Öffnen der Tür der Bildschirm auf der Video-Stele ein. Eine weibliche Animations-Figur lädt zur Video-Telefonie ein. Beim Berühren des Bildschirms erscheint eine Mitarbeiterin des Kunden-Dialogcenters. Martina Zeißner war schon vorher für die telefonische Beratung zuständig. Mit 15 weiteren Kollegen sitzt sie normalerweise in Arnstein, im Obergeschoss der ehemaligen Hauptstelle der VR Bank. In Corona-Zeiten ist aus Platzgründen das halbe Team aber nach Werneck ausgewandert.

"Das ist ganz schön für mich, dass ich den Kunden und seine Mimik sehen und mich besser auf ihn einstellen kann", meint Zeißner. Alltägliche Bankgeschäfte könne sie für ihn ausführen. Über die Kamera könne sie sich auch Unterlagen zeigen lassen, beispielsweise einen Personalausweis zur Legitimierung. Sogar einfache Wertpapier-Orders könnten auf diesem Weg erledigt werden, ergänzt Hefner. Aber richtige Wertpapierberatung, wie auch andere Beratungen etwa zur Baufinanzierung, finden persönlich statt.

In der SB-Filiale gibt es einen Defibrillator

Dass der Service der VR Bank trotz der veränderten Situation im Ort bleibt, freut Bürgermeister Oliver Schulze. Die Gesichter der Gesprächspartner kenne man, sie kämen aus der Region und würden nicht anonym irgendwo in Norddeutschland sitzen, meint er. Zudem ist in der SB-Filiale ein Defibrillator angebracht.

Von den 25 Filialen der VR Bank Schweinfurt sind noch 19 mit Mitarbeitern besetzt. Gut 200 Personen arbeiten dort. Mit der geplanten Fusion mit der VR Bank Rhön Grabfeld sind es noch einmal so viele, sagt Hefner. "Gegenüber dem Kunden soll die Struktur nicht verändert werden."

Auch die Bilanzsumme beider Genossenschaftsbanken ist fast gleich groß: 1,25 Milliarden Euro beträgt sie in Schweinfurt, zusammen liegt sie dann 2,48 Milliarden Euro. Rechtlich hat die neue Bank ihren Sitz in Schweinfurt. Verwaltet wird sie in den beiden Zentralen Sennfeld und Bad Neustadt. Nach den Beschlüssen der beiden Vertreterversammlungen im Juli soll der technische Zusammenschluss im November erfolgen, informiert Hefner.

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