Schweinfurt

Warum das Handwerk selbstbewusst in die Zukunft blickt

Beim Neujahrsempfang der Schweinfurter Kreishandwerkerschaft gab es viel Lob, aber auch Kritik an der Politik wegen zu viel Bürokratie. Warum der Landrat ein Ständchen bekam.
Zog zufrieden Bilanz: Kreishandwerksmeisterin Margit Rosentritt sieht das Handwerk in der Region Schweinfurt gut gerüstet für die Zukunft.
Foto: Martina Müller | Zog zufrieden Bilanz: Kreishandwerksmeisterin Margit Rosentritt sieht das Handwerk in der Region Schweinfurt gut gerüstet für die Zukunft.

Sie hatten gut zugehört, Landrat Florian Töpper (SPD) und Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU), was von Seiten der Handwerkerschaft beim Neujahrsempfang an auch kritisch formulierten Bitten an die Politik geschickt wurde. Bürokratie und Auflagen für Handwerksbetriebe sind nicht erst seit der in den vergangenen Tagen aufgeregt diskutierten Bonpflicht ein Thema, das die Handwerker ärgert.

Landrat Florian Töpper versicherte, er und sein Kollege Remelé seien sich ihrer Verantwortung bewusst. Es sei wichtig, gespiegelt zu bekommen, welche Auswirkungen Entscheidungen auf Bundesebene vor Ort haben, für die Betriebe, aber auch die Bürger. Die Herausforderungen im 21. Jahrhundert "gemeinsam und besonnen" meistern, das sei die Aufgabe, die man in Stadt und Landkreis Schweinfurt dank der guten Zusammenarbeit zwischen Handwerkskammer und Politik auch gut hin bekomme.

Freute sich über ein Ständchen zu seinem Geburtstag: Landrat Florian Töpper (3.v.l.) beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkskammer in Schweinfurt.
Foto: Martina Müller | Freute sich über ein Ständchen zu seinem Geburtstag: Landrat Florian Töpper (3.v.l.) beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkskammer in Schweinfurt.

Seinen Dank für die Arbeit der Handwerksbetriebe, die gerade im Bereich der Ausbildung in ihren Betrieben auch Vorbilder in Sachen Integration sind, verband Töpper mit der Versicherung, das Thema Bildung liege Stadt und Landkreis am Herzen, was man gerade am Engagement für die Berufsschulen sehe.

"Handwerker sein ist eine Lebenseinstellung"
Kreishandwerksmeisterin Margit Rosentritt.

Töpper hatte im übrigen einen weiteren Grund, den angenehmen Abend lächelnd zu verbringen: Er feierte am Mittwoch Geburtstag, wurde 41. Natürlich gab's ein Ständchen, Unterfrankens Handwerkskammer-Präsident Walter Heußlein spielte dabei höchstpersönlich auf dem Akkordeon.

Kreishandwerksmeisterin Margit Rosentritt zog eine positive Bilanz und blickte optimistisch in die Zukunft, sparte aber auch nicht mit kritischen Worten, vor allem beim Thema Bürokratie, nicht nur in Sachen vieldiskutierter Bonpflicht. An die Politik gewandt, auch Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber (CSU) war zugegen, erklärte Rosentritt: "Schützt uns vor diesem Wahnsinn, damit das Sterben der kleinen Betriebe nicht weitergeht."

Rosentritt wie auch Unterfrankens Handwerkskammerpräsident Walter Heußlein sahen aber auch Grund zu Selbstbewusstsein: "Handwerker sein ist eine Lebenseinstellung", so Rosentritt, die sich froh darüber zeigte, dass die Kreishandwerkerschaft mit Stadt und Landkreis auf Augenhöhe agiere  und vor allem "Stadt und Landkreis wieder als Region zusammenarbeiten."

Walter Heußlein betonte, "auf das Handwerk könne man sich verlassen." Während man aus manchen Industriebetrieben vor allem im Bereich der Autombil-Zulieferbetriebe von Kurzarbeit und Stellenabbau gehört habe, sei das Handwerk im vergangenen Jahr sehr gut ausgelastet gewesen. "Es war ein starkes Jahr", so Heußlein, die Geschäftslage sei über alle Branchen stabil gewesen dank "der Binnennachfrage und Konsumlaune der Bürger." Vor allem das Bau- und Ausbaugewerbe habe sich wieder einmal als Motor erwiesen, gut die Hälfte der 18 500 unterfränkischen Kammerbetriebe gehören dazu.

Neujahrsempfang der Kreishandwerkskammer in Schweinfurt: (v.l.) stv. Kreishandwerksmeister Jürgen Weth, Landrat Florian Töpper, Oberbürgermeister Sebastian Remelé, Kreishandwerksmeisterin Margit Rosentritt, Handwerkskammer-Präsident Walter Heußlein und Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber.
Foto: Martina Müller | Neujahrsempfang der Kreishandwerkskammer in Schweinfurt: (v.l.) stv. Kreishandwerksmeister Jürgen Weth, Landrat Florian Töpper, Oberbürgermeister Sebastian Remelé, Kreishandwerksmeisterin Margit Rosentritt, ...

Dank richtete Heußlein an die Kollegen vor Ort, "der persönliche Kontakt mit dem Kunden zählt noch was in der digitalen Welt", verwies er auf das aus seiner Sicht nicht am Börsenkurs sondern der Zufriedenheit der Kunden orientierte Handeln im Handwerk.

Dass die Betriebe, auch wenn es ihnen im Moment gut geht, trotzdem Herausforderungen bewältigen müssen, machte Heußlein auch klar: Das Thema Ausbildung macht nach wie vor Sorgen, da viele Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. "Für 2020 ist sicher ein Ziel, mehr junge Menschen von einer Karriere im Handwerk zu überzeugen", so Heußlein, denn eine gute Ausbildung sei nach wie vor "Garant für eine dauerhafte Beschäftigung oder später die Selbstständigkeit."

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