Grafenrheinfeld

Warum in Grafenrheinfeld bald die Störche klappern könnten

Mit schwerem Gerät wurde in Kooperation von Landkreis, Gemeinde und ÜZ in Grafenrheinfeld ein Storchennest errichtet.
Foto: Daniela Schneider | Mit schwerem Gerät wurde in Kooperation von Landkreis, Gemeinde und ÜZ in Grafenrheinfeld ein Storchennest errichtet.

Das Naturschutzgebiet am Grafenrheinfelder Sauerstücksee bietet unzähligen, auch seltenen Vogelarten seit vielen Jahren ein paradiesisches Habitat. Den Weißstorch allerdings hat es bis jetzt noch nicht nach Grafenrheinfeld gezogen – doch das könnte sich schon bald ändern. Seit kurzem steht nämlich im Naturschutzgebiet auf Grafenrheinfelder Grund eine meterhohe Storchen-Nisthilfe auf Anregung vom Grafenrheinfelder Udo Baake vom Landesbund für Vogelschutz (LBV). Das Schöne daran: Verschiedene Kooperationspartner haben für den Artenschutz gemeinschaftlich an einem Strang gezogen.

Der Grafenrheinfelder Gemeindebauhof hat das eiserne Nest mit einem Durchmesser von knapp zwei Metern eigenhändig geschmiedet und mit Weiden ausgekleidet. Von der Überlandzentrale Mainfranken stammt, wie Jochen Schneider erläutert, der acht Meter hohe, ausrangierte Mast und die Untere Naturschutzbehörde im Schweinfurter Landratsamt  begleitet das Storchen-Projekt von fachlicher Seite.

Rund um den Aufstellungsort hat sich zudem schweres Gerät versammelt, alle Kooperationspartner haben Fahrzeuge und Manneskraft geschickt, um das Projekt kurzfristig über die sprichwörtliche Bühne zu bringen. Bürgermeister Christian Keller war begeistert, wie schnell es geht, wenn alle "zam langen". Der Mast war schnell betoniert, das schwere Nest, ein sogenannter Horst mit dem Kran nach oben befördert. Dort wurde es fachgerecht befestigt und noch einmal ausgepolstert. Jonas Benner und Martin Röder von der Unteren Naturschutzbehörde haben vor Ort noch kurzentschlossen Material gesammelt, um das Nest noch kuscheliger zu machen.

Warten auf den Storch

Eigentlich sollte die Nisthilfe tiefer im Naturschutzgebiet errichtet werden, doch nachdem immer wieder Spaziergänger, oft mit freilaufenden Hunden,  durch das Gebiet stapfen und wertvolle Brutstätten stören, haben sich die Kooperationspartner entschlossen, Mast und Nest gleich neben dem Feldweg einzubetonieren. So können Vogelinteressierten das Geschehen ganz unkompliziert vom Weg oder der Aussichtsplattform beobachten. "Die Störche hoch oben stören die Schaulustigen nicht, die Vögel im Naturschutzgebiet haben es so aber doch ein wenig geschützter", so Jonas Benner.

Auch diverse Naturschutzmaßnahmen im Herbst haben den Weg für die Ansiedlung von Weißstörchen bereits geebnet. So hatte ein Freiwilligen-Trupp unter der Leitung des LBV im Oktober bereits in der Nähe undurchdringliches Schilfdickicht gerodet, um verlandete Feuchtbiotopstrukturen zu reaktivieren und neuen Lebensraum für Storchennahrung zu schaffen.

Nun heißt es warten – die Chancen stehen nicht schlecht. Nachdem in diesem Jahr gleich mehrere Störche im Landkreis gesichtet wurden und in Heidenfeld und Wipfeld wieder Storche brüteten, hoffen die Kooperationspartner des Grafenrheinfelder Projektes, dass auch ihre Nisthilfe bezogen wird und im nächsten Frühjahr auch am Sauerstücksee die Störche klappern.  

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Schweinfurt und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren
Grafenrheinfeld
Daniela Schneider
Artenschutz
Heidenfeld
Naturschutzbehörden
Naturschutzgebiete
Vogelarten
Vogelschutz
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!