Wipfeld

Was wird aus Wipfelds Gasthof? Gemeinde startet Bürgerbefragung

Der Gasthof Zehntgraf in Wipfeld. Über ein Jahrzehnt steht er leer. Nun wird über die Zukunft des Gebäudes intensiv diskutiert.
Der Gasthof Zehntgraf in Wipfeld. Über ein Jahrzehnt steht er leer. Nun wird über die Zukunft des Gebäudes intensiv diskutiert. Foto: Bastian Reusch

Es kommt weiter Bewegung in die Frage, was denn aus dem ehemaligen Gasthof Zehntgraf in Wipfeld werden könnte. Seit über zehn Jahren steht das Gebäude in der Obereisenheimer Straße leer. Die Hoffnungen einen Nachfolger für den Gasthof zu finden, sind mittlerweile schwindend gering. Das braucht es vielleicht auch gar nicht. Ein Ort der Zusammenkunft könnte der ehemalige Zehntgraf dennoch werden – und zwar in Form eines Mehrgenerationenhauses. Derzeit lässt die Gemeinde Wipfeld mit finanzieller Unterstützung und Beratung durch die Regierung von Unterfranken eine Machbarkeitsstudie dafür durchführen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung informierte der mit seinem Architekturbüro dafür beauftragte Dag Schröder über den Stand der Dinge. In aller Ausführlichkeit berichtete Schröder über den derzeitigen Bestand in der Immobilie, die drei herausgearbeiteten Vorkonzepte eines möglichen Umbaus sowie die Schätzung der anfallenden Kosten für das Projekt.

Angedacht sind unter anderem kleine Wohneinheiten für ambulant betreutes Wohnen im Erdgeschoss und Zwei- bis Dreizimmerwohnungen im ersten Obergeschoss und im Dachgeschoss, mit barrierefreier Erschließung aller Wohneinheiten durch eine Aufzugsanlage und nach Möglichkeit einer begrünten Dachterrasse. Letzteres wäre eine Art luxuriöser Notlösung. Wie auch die anschließende Diskussion im Gemeinderat ergeben hat, ist die Schwäche der Immobilie, dass weder Balkone noch eine Gartenanlage realisierbar sind.

Fragebögen gehen an alle Haushalte

"Wenn ich schon auf dem Land wohne, will ich auch die Vorteile des Landlebens genießen", warf ein Gemeinderatsmitglied in den Raum. Um das nahegelegene Mainufer zu erreichen, muss die Umgehungsstraße überquert werden. Eine Ampel oder einen Zebrastreifen gibt es an der entsprechenden Stelle noch nicht. Als problematisch wird auch die Parkplatzsituation rund um den ehemaligen Gasthof angesehen.

Wohnraum soll auch für die jüngeren Generationen geschaffen werden. Ob überhaupt Bedarf und Interesse in der Bevölkerung vorhanden ist, soll jetzt durch eine Umfrage ermittelt werden. Mittels Fragebögen, die an die Haushalte verschickt werden, sollen die Bürger ankreuzen, an welcher Wohnform sie Interesse hätte. Eine Auskunft über einen etwaigen Mietpreis könnte der Fragebogen noch nicht geben, erklärte Dag Schröder auf Nachfrage des Gemeinderates.

Geschätzte Kosten: rund 1,87 Millionen Euro

Was die Kosten des Projekts angeht, gibt es Zahlen. Die geschätzten Baukosten würden sich auf 1 872 000 Euro netto belaufen, so Schröder. Wie ein mögliches Trägerkonzept aussehen könnte, muss noch erarbeitet werden. Ob es überhaupt soweit kommen wird, dass Wipfeld ein Mehrgenerationenhaus bekommt, sei derzeit noch völlig offen. Schröder referierte aber leidenschaftlich über die Vorteile und Chancen eines solchen Projekts, das laut ihm "innovativ für die Gemeinde wäre" und den besonderen Charme hätte, mehrere Generationen anzusprechen. "Wenn alles gut laufen würde, wäre eine bauliche Umsetzung in den nächsten zwei bis drei Jahren denkbar", sagt Bürgermeister Tobias Blesch.

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