Geldersheim

Wasserfest in Galderschum

„Spielt ihr mit oder gegen den Strom?“, fragte ein Besucher die „Jungen Sennfelder“ und die Schlapperflicker launig beim Unterfränkischen Volksmusikfest im Altort. Da prasselte bereits das kühle Nass auf den Marktplatz herab, der Mann aus Fürth war dicht in ein Regencape gehüllt, die Musiker hatten sich ins Foyer einer Bank zurückgezogen.

Fränkische Volksmusik, wie sie die dazugehörige Arbeitsgemeinschaft (ARGE) des Bezirks Unterfranken präsentiert, ist halt nun mal echt, live und authentisch – und manchmal den Launen des Wettergotts ausgeliefert. Gleich zum Auftakt, der eigentlich auf dem „Plua“ stattfinden sollte, blieben die Ehrengäste lieber im Trockenen in der Pfarrkirche Sankt Nikolaus: Schirmherr war Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, dabei waren auch Landrat Florian Töpper, Bürgermeisterin a. D. Ruth Hanna Gube sowie die ARGE-Spitze, darunter Vorsitzender Reinhard Hüßner (der Wiesenbronner ist Leiter des Mönchsondheimer Kirchenburg-Museums), Birgit Speckle, beim Bezirk zuständig für Kulturarbeit und Heimatpflege, und Tanzleiter Josef Eusemann. Oliver Brust deckte gleich das ganze Spektrum ab, als Bürgermeister, Gauvorsitzender des Trachtenverbands Unterfranken und Gründungsmitglied der Schlapperflicker, die 1989 mal mit Rockröhre Steffi List und Oliver Zeisner aus der Taufe gehoben wurden. Der 25.Geburtstag der bekannten Volksmusikgruppe und das 140. Jubiläum des Gesangs- und Musikvereins waren der Grund, das Fest am Biegenbach stattfinden zu lassen, unterstützt durch FC und Verein für Heimat- und Brauchtumspflege.

An die 35 Gesangs- und Tanzgruppen waren angemeldet, zwischen Markt, Fränkischer Hof, Schützengarten, Kirchgaden und Hof von Reinfried Nicolaus. Eben alles, was in der fränkischen Szene Rang und Namen hat: außer den Gastgebern der Musikverein und die Tanzgruppe aus Kolitzheim, die Goksumer Kerwamusik, Gruppen aus Nassach, Sennfeld, Maßbach, Grettscht, Billingshausen, Kürnach, Üchtelhausen, die Frankobarden, die Krammetsvögel, die Handthaler Volkssänger, „Ouwä lings“ aus Rimpar, „Gradnaus und die Gebrüder Richl“ aus Würzburg, und einige mehr.

Es gab zwar reichlich Lob für Franconias Schatzkästchen Geldersheim, die Honoratioren waren sich allerdings einig: „Das Wetter könnte besser sein.“ Manch Parkplatz an der Schule blieb leer. Nur wäre Galderschum nicht Galderschum, wenn es sich durch erhöhte Luftfeuchtigkeit vom Feiern abhalten lassen würde. Oliver Brust, mit Tracht und Dreispitz, hielt die Regenparty mit feuchtfröhlichen Franken-Liedli am Laufen, flickte das Programm und ließ die treuen Fans einfach unterm Regenschirm mitsingen – spontane Straßen- und Platzmusik wie zu Anfangszeiten der Schlapperflicker.

„Gradnaus“ machte seinem Namen alle Ehre und steuerte ein Trompetensolo aus dem Fenster des Fränkischen Hofs bei. „Wir lagen vor Madagaskar“ war aus der proppenvollen Hafenkneipe darunter zu hören, wo Wirtshaussingen angesagt war – ob der Fluten schon in Shanty-Stimmung.

Michael Popp durfte sich über Besuch in seinem wasserdichten Bauernmuseum in den Gaden freuen. Wem dieser Sonntag trotzdem zu nass war: Die Schlapperflicker wollen später im Jahr noch einmal trocken Geburtstag feiern.

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