Hausen

Wie lange dauert es noch, bis der Sendemast sendet?

Die Telekom-Kunden in Hausen sind verärgert. Seit einem Jahr warten sie auf das D1-Netz. Obwohl der Sendemast steht, gibt es keinen Empfang. Warum?
Auf dem ehemaligen Fernsehmast hat die Telekom einen Mobilfunksender installieren lassen, der allerdings bis heute noch nicht in Betrieb ist.
Foto: Roland Frühwacht | Auf dem ehemaligen Fernsehmast hat die Telekom einen Mobilfunksender installieren lassen, der allerdings bis heute noch nicht in Betrieb ist.

Roland Frühwacht ist frustriert. Seit einem Jahr verspricht die Telekom, den Schonunger Ortsteil Hausen ans Mobilfunknetz anzuschließen. Doch bis zum heutigen Tag gibt es keinen Empfang. Immer wieder hat er bei der Telekom nachgefragt, wann denn der Sendemast in Betrieb geht. Zunächst hieß es im April 2018. Dann wurde der Termin auf Mitte 2018 verschoben und schließlich auf Ende 2018.  Mittlerweile hat Frühwacht eine Information, worin von einer Verschiebung auf 2019 die Rede ist, weil technische Teile am Sendemast fehlen. Ein Termin werde gar nicht mehr genannt.

"Was soll das?", fragt Frühwacht empört. Die von der Telekom angeführten Ressourcenproblemen hält er für eine Ausrede. Vielmehr glaubt er, dass Hausen bei der Telekom keine Priorität hat und "andere Standorte vorgezogen werden, die mehr Geld bringen". Dabei gab es einige Tage vor Weihnachten einen kurzen Hoffnungsschimmer: Am 17. Dezember blinkte am Nachmittag das D1-Netz bei den Handybesitzern in Hausen auf. Und man konnte tatsächlich mobil telefonieren. Doch schon am Abend war alles wieder tot. "Offensichtlich war das D1-Netz nur testweise in Betrieb", mutmaßt Frühwacht.

Auch der Bürgermeister ist gefrustet

"Es ist eine zähe und langwierige Geschichte", zeigt sich auch Bürgermeister Stefan Rottmann gefrustet. Dabei war die Telekom 2017 selbst an die Gemeinde herangetreten. Sie hatte damals angeboten, die Ortsteile Hausen und Marktsteinach eigenwirtschaftlich ans Glasfasernetz anzuschließen und in diesem Zuge auch die alte Fernsehantenne auf der Anhöhe bei Hausen anzubinden, um sie zum Mobilfunkmast aufzurüsten. Das Angebot klang verlockend, weshalb die Gemeinde ihren ursprünglichen Plan, mit Hilfe des Breitbandförderprogramms des Freistaates ans schnelle Netz zu kommen, fallen ließ. Laut Telekom sollte der Betrieb in Hausen "voraussichtlich schon im dritten Quartal 2017" möglich sein.

Die Glasfaser- und Stromkabel wurden 2018 zum Sendemast als Erdverkabelung verlegt. Auch der Mobilfunksender ist installiert, bis heute aber nicht in Betrieb. Bürgermeister Rottmann steht im ständigen Kontakt mit der Telekom. Zahlreiche Mails wurden hin- und hergeschrieben. Wann der Sendemast nun endlich sendet, darüber hat Rottmann aber bislang keine Information. In ihrer letzten Mail Ende Dezember schreibt die zuständige Mobilfunkbeauftrage Karin Ehrhardt dem Bürgermeister: "Wir hatten gehofft, den Standort noch im Dezember in Betrieb nehmen zu können. Wegen Ressourcenprobleme müssen derzeit aber viele Standorte – und dazu gehört auch Hausen – ins kommende Jahr geschoben werden."

Fernsehumsetzer musste erst ertüchtigt werden

Auf Nachfrage dieser Redaktion nennt Ehrhardt nun Anfang März als neuen Termin für die Inbetriebnahme. Die Verzögerung begründet sie damit, dass der ehemalige Fernsehumsetzer, der mehrere Jahre leer stand, aus Sicherheitsaspekten statisch erst einmal ertüchtigt werden musste, weshalb sich die Verlegung des Glasfaserkabels zum Standort auf Ende des Jahres verschoben hätte. Hinzu sei ein Lieferantenwechsel für die Systemtechnik gekommen, was weitere Verzögerungen nach sich gezogen habe. Die Systemtechnik sei aktuell noch immer nicht vollständig aufgebaut, weshalb auch noch keine Freigabe für die Inbetriebnahme vom Lieferanten vorliege. "Wir hatten fest damit gerechnet, den Standort Hausen noch 2018 in Betrieb nehmen zu können", bedauert Ehrhard die erneuten Verzögerungen. "Aufgrund des aktuellen Status gehen wir von einer Inbetriebnahme mit der Netzintegration Anfang März aus und haben den Standort diesbezüglich entsprechend eingetaktet", versichert sie.

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