Schweinfurt

Wildpark-Champion: Die Geier haben die besten Augen

Im Wildpark kommen sich Mensch und Geier nicht ins Gehege: Die Greifvögel sind (eigentlich) ganz friedlich.
Foto: Uwe Eichler | Im Wildpark kommen sich Mensch und Geier nicht ins Gehege: Die Greifvögel sind (eigentlich) ganz friedlich.

Die Geier warten schon: Wenn sie im Western auf dem Kaktus sitzen, ist das für den Cowboy kein gutes Zeichen. Im Wildpark an den Eichen sind Jack, Fuzzy und Edith eher frech als bedrohlich. Sie picken den Fotografen an, bei der Fütterung durch eine mutige junge Besucherin, offenbar um ihren Brunch zu schützen.

Gesucht wurde der Wildpark-Champion, beim Ferienspaß mit 25 Kindern. Nicole Metzger, die vor anderthalb Jahren von Eisverkäuferin auf Tierpflegerin umgesattelt hat, führt zusammen mit Betreuerin Brigitte Stapf übers Gelände, wo es spannende Geschichten zu entdecken gibt. "Mein Revier sind die Fleischfresser", sagt die Wildpark-Rangerin, und meint damit Geier, Eulen, Luchse - oder Störche. Aber auch die Vogelvoliere zählt zu ihrem Bereich. Vegetarier sind die Elche, sprich Lasse und Daya mit ihren im Mai geborenen Zwillingen. Die Riesen der nordischen Wälder verbringen ihre Zeit als Mehrtages-Wiederkäuer, die Laub, Moos und Wasserpflanzen mampfen. Wer Junge und wer Mädchen ist, das lässt sich beim Nachwuchs nur durch Erfahrung unterscheiden: "Ein Bub pieselt senkrecht nach unten, ein Mädle nach hinten." Vom Elchbullen Lasse ist bekannt, dass er schon mal auf die Hinterhufe steigt, um Revier und Partnerin zu verteidigen. Sein mächtiges, schweres Geweih wird er im Winter aber abwerfen.

Die Gänsegeier sind trotz ihres schlechten Images vergleichsweise harmlos, auch wenn man ihnen besser nur Fleischhäppchen oder tote Küken und nicht den Finger zum Reinhacken anbieten sollte. Die Aasfresser, die bis zu 40 Jahre alt werden, verfügen haben unter den Greifvögeln die beste Sehschärfe, schließlich müssen sie aus drei oder vier Kilometern Höhe noch ein totes Tier erspähen können. Metzger zeigt auf ein Besucherpaar, das in ein paar hundert Metern Entfernung einen Kinderwagen schiebt: "Hätten sie ein Schweinfurter Tagblatt in der Hand, könnte ein Geier das noch mühelos lesen."

Allerdings sind nicht alle Wildpark-Tiere so medienkompetent wie Rufus es war, der als "dickster Luchs Deutschlands" prominent geworden ist. Leider ist die adipöse Raubkatze, die unter anderem für eine US-Fastfood-Kette Werbung betrieben hat, im Frühjahr in die ewigen Jagdgründe eingegangen. Rufus zum Gedenken dürfen am Ende noch die Luchse gefüttert werden, von der Empore aus.

Schwere Schaufel: Dieses stattliche Geweih gehörte mal einem Elchbullen.
Foto: Uwe Eichler | Schwere Schaufel: Dieses stattliche Geweih gehörte mal einem Elchbullen.
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