Schweinfurt

Winterdienst auf Radwegen: Schlechte Noten für die Stadt

Der ADFC Schweinfurt testete, wie gut der Winterdienst für Radfahrer in Schweinfurt funktioniert. Fazit: Es muss dringend nachgebessert werden.
Vereiste Straßen und nicht geräumte Radwege erschweren den Radfahrern in Schweinfurt das Fortkommen.
Foto: Martin Dettmar | Vereiste Straßen und nicht geräumte Radwege erschweren den Radfahrern in Schweinfurt das Fortkommen.

"Tritt in die Pedal" heißt es immer am 12. Februar, dem "Internationalen Winter-Fahrradpendlertag". Denn der zweite Freitag im Februar ehrt seit vielen Jahren all die Radfahrenden, die sich auch bei niedrigen Temperaturen auf ihr Fahrrad setzen. In Schweinfurt sind das viele Menschen. "Mit richtiger Kleidung, guter Beleuchtung und grober Bereifung ist das auch kein Problem, solange die Radverkehrsinfrastruktur von der Stadt in Schuss gehalten wird", sagt Martin Dettmar, der Vorsitzende des ADFC Schweinfurt.

Wegen des vielen Schnees der vergangenen Woche wollte der ADFC Schweinfurt nun wissen, wie gut der Winterdienst für Radfahrer in Schweinfurt funktioniert. Er hat deshalb einen Testfahrer in der Schultesstraße losgeschickt. Schon kurz nach dem Start sei der Radfahrer am Schillerplatz stecken geblieben, heißt es in der Presseinformation des ADFC. Der Radweg sei teilweise zwar geräumt gewesen, doch an Kreuzungspunkten türmten sich laut Dettmar Schneeberge über den Radwegen auf, die ein Weiterkommen unmöglich machten. Auch der neu erstellte Radweg bei der Mälzerei in der Mainberger Straße habe in einem Schneeberg geendet. Und die Schutzstreifen am Sennfelder Bahnhof seien gar nicht geräumt worden.

Martin Dettmar kritisiert das: "Eine Säule für die Auszeichnung Schweinfurts als fahrradfreundliche Kommune war ja ein Räumungskonzept der Radwege im Winter." Doch dieses liege wohl nur in der Theorie vor. Denn schon im November 2020, als der erste Schnee fiel, seien viele Hauptrouten der Radfahrenden nicht geräumt worden."Leider wurden die Anregungen durch den ADFC von der Stadtverwaltung nicht aufgenommen", bedauert Dettmar und fordert: "Hier muss dringend nachgebessert werden!"

Spurrillen bergen hohes Sturzrisiko

Für die Sicherheit der Fahrradfahrer sind ordentlich geräumte Radwege wichtig. Denn ist der Schneematsch erst einmal auf den Wegen gefroren, so werden die Spurrillen zu unüberwindbaren Hindernissen und bergen ein hohes Sturzrisiko. Dettmar empfiehlt Fahrradfahrern deshalb, in solchen Fällen auf die Straße auszuweichen. Denn lässt der Radweg das Befahren wegen offensichtlicher Mängel nicht zu, so sei man von der Radwegbenutzungspflicht befreit. Die Straßenbenutzung sei somit sowohl rechtens als auch die sicherere Variante. Leider treffe dies jedoch auf Rücksichtslosigkeit sowie Unkenntnis der Rechtslage durch die Autofahrer.

Dass es hier Aufklärungsbedarf braucht, fordert auch der Sprecher der Agenda-Gruppe Mobilität, Manfred Röder: "Öffentlichkeitsarbeit sowie eine gute Infrastruktur sind wichtige Säulen zur Attraktivitätssteigerung des Radverkehrs. Nur wenn sich die Radfahrenden sicher und ernst genommen fühlen, wird die Begeisterung fürs Rad in der Bevölkerung steigen. Und somit ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet, zu dem sich die Stadt Schweinfurt mit ihrem Klimaschutzkonzept verpflichtet hat."

Vereiste Straßen bergen ein hohes Sturzrisiko für Radfahrer.
Foto: Martin Dettmar | Vereiste Straßen bergen ein hohes Sturzrisiko für Radfahrer.
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