Grettstadt

Wirtschafts-Krise wird verzögert wirken

Der Silberstreif am Horizont lässt auf sich warten: Grettstadt rechnet in Zukunft mit einem deutlichen Einnahmenschwund - auch wenn die Gemeinde nur einen großen Gewerbesteuerzahler aufweist.
Der Silberstreif am Horizont lässt auf sich warten: Grettstadt rechnet in Zukunft mit einem deutlichen Einnahmenschwund - auch wenn die Gemeinde nur einen großen Gewerbesteuerzahler aufweist. Foto: Uwe Eichler

Die Stimmung war "piano" bei der ersten regulären Sitzung des neuen Gemeinderats, was auch daran lag, dass im Stockwerk über dem Bürgersaal Musikschüler am Klavier übten. Kämmerin Kerstin Frankl durfte im alten Rathaus, als Corona-Ausweichquartier, noch einmal in die ruhigere Vergangenheit blicken bei der Vorstellung der Jahresrechnung 2019.

Der Verwaltungshaushalt schließt dort mit 7,48 Millionen Euro ab, fast eine Punktlandung. Da viele Bauprojekte noch nicht umgesetzt worden sind, fällt der Vermögenshaushalt mit 2,7 Millionen Euro deutlich niedriger, nämlich 21 Prozent, aus als gedacht.

Höher als geplant war die Zuführung in den Vermögenshaushalt: Knapp 1,58 Millionen Euro wurden aus dem Verwaltungshaushalt abgezweigt anstelle von 942 000 Euro. Da keine Rücklagen-Entnahme nötig war, liegen derzeit fast 8,6 Millionen Euro auf der hohen Kante.

So beruhigend wird es nicht bleiben: Auch ohne "Corona-Sonderposten", sagte Frankl, würde die Reserve bis 2023 auf 815 000 Euro schmelzen und ein größerer Kredit nötig werden. Ende 2019 lag der Schuldenstand bei rund 937 000 Euro, zu Jahresbeginn waren es noch 1,4 Millionen Euro gewesen. Über 1,74 Millionen Euro an Umlagen sowie die Personalkosten für 75 Beschäftigte mussten 2019 gestemmt werden. Für einen konstanten Lichtblick sorgt die Entwicklung der Einwohnerzahlen: Sie sind von 4115 im Jahr 2000 auf 4276 im Jahr 2018 gestiegen.

Bleiben Corona und Wirtschaftskrise als Unsicherheitsfaktoren. Gemeinderat Jens Machnow brachte das Wort "Nachtragshaushalt" ins Spiel angesichts schwindender Einnahmen etwa bei der Einkommenssteuer. Die finanziellen Probleme würden erst 2021 und 2022 einsetzen, sagte Bürgermeister Ewald Vögler – mit Auswirkungen auf die geplanten Investitionen und einer Kreditaufnahme womöglich schon 2022. Die Kommune habe Rücklagen und sei nicht allzu sehr von der zuletzt schon etwas schwächelnden Gewerbesteuer abhängig: "Es wird viele Gemeinden härter treffen als uns." Auch die vom Staat gebilligten Zuschüsse seien sicher, so Vögler, nur der genaue Zeitpunkt der Auszahlung offen.

Besetzung der Ausschüsse

Im Finanzausschuss künftig mit solchen Fragen auseinandersetzen dürfen sich Christian Störcher und André Müller (CSU), Dana Hofmann (SPD/FB), Helmut Hartmann und Artur Kloß (FWG Obereuerheim), Ruth Volz (FWG Grettstadt), Birgit Reinhart (WG Untereuerheim) sowie Jens Machnow (FWS Dürrfeld).

Im Ausschuss für Bau, Umwelt und Natur sind Bernhard Wolf und Andreas Schech (CSU), Dana Hofmann (SPD/FB), Josef Pfister und Artur Kloß (FWG Obereuerheim),  Günter Birkner (FWG Grettstadt), Birgit Reinhart (WG Untereuerheim) sowie Matthias Hartmann (FWS Dürrfeld) vertreten.  Dem Personalausschuss gehören Christian Störcher und Andre Müller (CSU), Dana Hofmann (SPD/FB), Josef Pfister und Artur Kloß (FWG Obereuerheim), Karl Böhner (FWG Grettstadt),  Andrea Ullrich (WG Untereuerheim) sowie Matthias Hartmann (FWS Dürrfeld) an.

Den Rechnungsprüfungsausschuss bilden André Müller und Andreas Schech (CSU), Martin Saalmüller (SPD/FB), Helmut Hartmann (FWG Obereuerheim), Ruth Volz (FWG Grettstadt), Andrea Ullrich (WG Untereuerheim) sowie Jens Machnow (FWS Dürrfeld). Zur Ausschussleiterin wurde Andrea Ullrich aufgrund ihrer Erfahrung als Chefin der Finanzverwaltung in Grafenrheinfeld bestimmt. Als Jugendbeauftragte fungieren Dana Hofmann, Christian Störcher, Birgit Reinhart und Helmut Hartmann, für die Seniorenarbeit der Gemeinde sind Günter Birkner und Birgit Reinhart zuständig.

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