Heidenfeld

Zeichen des friedlichen Widerstands

fgdf: Wertvolle Quellen hat der Historische Verein Heidenfeld im zweiten Band seiner Geschichtsblätter vereint, gewidmet ist die Edition der Initiative „Stammheim ist bunt“. Im Rahmen eines Gedenkabends überreichte Vorsitzender Stefan Menz (Mitte) die Quellenedition an Burkhard Krapf (Stammheim ist bunt) und Landrat Florian Töpper.
Foto: Daniela Schneider | fgdf: Wertvolle Quellen hat der Historische Verein Heidenfeld im zweiten Band seiner Geschichtsblätter vereint, gewidmet ist die Edition der Initiative „Stammheim ist bunt“.

Im Reigen der vielen Veranstaltungen zum Kriegsende vor 70 Jahren hob sich die des Historischen Vereins Heidenfeld hervor. Im vollbesetzten Pfarrheim hatte der Gedenkabend direkt am Jahrestag einen bedrückend aktuellen Anstrich, erhielten doch die vom zweiten Vorsitzenden Martin Weth zitierten Worte des verstorbenen Bundespräsidenten Weizäckers vom 8. Mai als „Tag der Befreiung“ unter dem Banner von „Stammheim ist bunt“ eine besondere solidarische Bedeutung.

Entschiedenen bekräftigten auch Landrat Florian Töpper und Bürgermeister Albrecht Hofmann ihre Solidarität. Ein weiteres friedliches Zeichen setzte Kreisheimatpfleger Stefan Menz, er widmete als Vorsitzender den zweiten Band der vom Historischen Verein herausgegebenen Geschichtsblätter der Stammheimer Initiative. Die Quellenedition beinhaltet Kriegsberichte zum Einmarsch der amerikanischen Streitkräfte in der Region im April 1945 aus Sicht der Pfarrer aus Hirschfeld und Stammheim sowie der Erlöserschwestern, dazu ganz frisch den Einmarschbericht vom Grettstadter Pfarrer Karl Spieler, den Ruth Volz erst wenige Tage zuvor im Gemeindearchiv Grettstadt entdeckt hatte.

Nahezu alle Pfarrer der Diözese gerieten zwischen 1933 und 1945 in Konflikt mit dem nationalsozialistischen Regime. Und so gingen auf Anforderung vom Bischöflichen Ordinariat trotz der fast 500 Pfarrämter nur 141 Berichte ein, die die Geschehnisse der letzten Kriegstage dokumentieren. Diese lagern im Würzburger Diözesanarchiv.

Viele Recherchestunden hat Menz dort verbracht, Zeitzeugenberichte gesichtet und Sekundärliteratur gewälzt. Gestützt von den Ausführungen der Zeitzeugen Rita und Erich Krenzer gelang ein atmosphärisch dichtes Porträt der letzten Kriegstage.

Viele der Erlebnisse sind noch heute präsent, wie die Antworten des Ehepaares zeigten: Gefühle, Ängste und Verluste, aber auch die Erinnerungen an nette Gesten, die das weitere Leben geprägt haben.

Eine „lebendige Ergänzung zur wichtigen ortsgeschichtlichen Aufarbeitung“, lobte Landrat Töpper die Quellenedition, die den Titel „Revision durch Edition“ trägt und für vier Euro erhältlich ist.

Als Zeichen des friedlichen Widerstands gegen Rechts überreichte Vorsitzender Menz die ersten druckfrischen Exemplare „Revision durch Edition“ an Landrat Töpper, Bürgermeister Hofmann und Burkhard Krapf von der Initiative „Stammheim ist bunt“.

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