Schweinfurt

"Zeug gibt's": Nicht mal 'ne Pop-Up-Radspur

Das Schweinfurter Radlernetz ist ein gebrochenes und wird es bleiben, weil die Stadt keinem wehtun will, sagen Rad- und Klima-Aktivisten. Ist das zu pessimistisch?
Wird das noch was mit einem guten Radnetz in Schweinfurt - jetzt, wo Grüne mitregieren?
Wird das noch was mit einem guten Radnetz in Schweinfurt - jetzt, wo Grüne mitregieren? Foto: Gerd Landgraf

Die CSU hat bei der Kommunalwahl ein paar Federn lassen müssen, hat vier Sitze auf nur noch 17 von 44 eingebüßt mit der Folge, dass auch die Macht ihrer Autolobby geschrumpft ist. Grüne Ideen und ordentliche Radwege auch an viel befahrenen Straßen hatten bislang oft nicht die besten Chancen. Aber schau her: Mit den von drei auf auf sechs Stadträte erstarkten Grünen bilden die Schwarzen flugs eine Art Koalition - und schon ist eine Mehrheit gezimmert, auch ohne wankelmütige bürgerliche Splitter. Aber hilft das Grüne am Schwarzen auch der Umwelt? Schafft es eine Verkehrswende? Mehr Vorfahrt fürs Fahrrad?

Freie Fahrt fürs Fahrrad?

Da sind die Herren Dettmer und Röder vom ADFC und der "Klimafreundlichen Mobilität" wenig optimistisch. Nicht mal zum Mitmachen beim bundesweiten Aktionstag "Pop-Up-Radspuren" habe sich das Rathaus aufraffen können, sagen sie. Freie Fahrt für's Radl auf einer eigens aufgepopten Spur in der breiten Ernst-Sachs-Straße? Nicht einmal für ein paar Stunden hat die Stadt mitgemacht. Große Worte zu einer "Verkehrswende", doch Taten nicht mal im Kleinen, mosern die Herren Dettmer und Röder. Sie vermissen schlicht den Willen "irgend etwas zu tun, was irgendjemandem wehtun könnte". Oder schafft es der (grüne) Schwanz noch, mit dem (schwarzen) Hund zu wedeln?

Eine Million in der Rücklage

Es ist schon viele Monde her, da hat es der Freistaat geschafft, sein Staatliches Gesundheitsamt den Landratsämtern unterzujubeln, gegen Kostenersatz zwar, aber allzu üppig waren sie personell und materiell nicht ausgestattet. Schon gar nicht für eine Corona-Pandemie wie dieser, in der es gilt, Katastrophenschutz zu organisieren, aufwendigst Infektionsketten zu verfolgen und bei Laboren viele teure Tests in Auftrag zu geben. Nun musste diese Woche der Herr Landrat Töpper seinen Kreisausschuss um zusätzliche Mittel bitten - eine halbe Million für bereits Verauslagtes und noch einmal so viel für kommende Kosten. Glücklicherweise liegt das Geld griffbereit in einer Rücklage.

Zahlt noch wer mit?

Allein will der Landkreis die überplanmäßigen Kosten aber nicht am Bein haben. Schließlich sei der Kampf gegen das Virus keine kommunale, sondern eine staatliche Aufgabe - und das Gesundheitsamt des Landkreises sei auch für die Bevölkerung der Stadt Schweinfurt zuständig. Also habe auch die sich zu beteiligen, meint man im Landratsamt. Die Stadt, die gerade ihre Gewerbesteuern dahinschmelzen sieht, wird ganz begeistert sein - und auch der Herr Landesvater Söder hat gerade die größten Spendierhosen an, die in der Staatskanzlei zu finden waren.    

Braune Flagge abzuholen 

War noch was? Ach ja, in der Nacht zum Pfingstsonntag hat wohl ein völkischer Brauner seine Reichskriegsflagge (Aufschrift: "Deutschland" "Meine Heimat") in Hesselbach am Gartentor eines Anwesens vergessen, in dem Deutsche wohnen. Sie wollen die Fahne, die Neonazis und Reichsbürger gerne hissen und herumtragen, aber nicht - und haben sie sicher hinterlegt. Der Besitzer kann sie bei der Schweinfurter Polizei abholen: K5, Staatsschutz-Kommissariat.    

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