Sennfeld

Zum 60. Mal feierte Sennfeld sein Traditions- Erntedankfest

Dass es bis heute in Sennfeld ein großes Erntedankfest gibt, hat die Gemeinde den Jungbauern zu verdanken. Die hatten nämlich vor sechs Jahrzehnten eine besondere Idee.
Mit einem Umzug feierte Sennfeld sein traditionelles  Erntedankfest.
Foto: Ursula Lux | Mit einem Umzug feierte Sennfeld sein traditionelles Erntedankfest.

Es ist wohl eines der ältesten Feste, das die Menschheit weltweit feiert. Das Erntedankfest wird bestimmt von Traditionen und Bräuchen und macht den Menschen bewusst, dass Lebensmittel nicht allein die Frucht menschlicher Arbeit sind, sondern anhängig von Wind und Wetter, Sonne und Regen.

In Sennfeld haben die Jungbauern vor 60 Jahren die Traditionen rund um dieses Fest wieder neu belebt. Im Vorraum der evangelischen Kirche am Plan erinnern sie mit Fotos an die 60-jährige Geschichte. Traditionell beginnt das Fest am Vorabend mit einem Schützengottesdienst in der Kirche am Plan. Am Sonntag geben Böllerschützen den Startschuss für den Festzug, zu dem sich Tausende von Zuschauern am Straßenrand versammelt haben.

Im "Gemüsegärtchen am Main" steht auch die Erntedankkrone auf Gemüse.
Foto: Ursula Lux | Im "Gemüsegärtchen am Main" steht auch die Erntedankkrone auf Gemüse.

Was in Sennfeld Rang und Namen hat, ist dabei, nicht nur die, die säen und ernten, sondern auch die Kindergärten, der Trachtenverein und der Bayern München Fanclub beispielsweise. Der "Sachser-Club" sorgt für ein gerüttelt Maß an Abgasen und die Musiker für den nötigen Rhythmus. Den Zuschauern gefällt beides. Auf dem Wagen der Jungbauern war mit Salatköpfen die Zahl 60 gelegt und ein großer Gemüsewagen, auf dem die Erntedankkrone prangte, bildete den Abschluss des Festzuges und bewies, dass die Gemeinde nicht umsonst das "Gemüsegärtchen am Main" heißt.

Am Plan angekommen, fand Bürgermeister Oliver Schulze trotz Feststimmung auch mahnende Worte. "Wir und nur wir haben unsere und die Zukunft unserer Kinder in der Hand", sagte er im Blick auf den Klimawandel. War Generationen die Abhängigkeit von der Natur noch bewusst, so müsse man heute dieses Bewusstsein oft neu wecken, meinte Schulze. Sein großes Dankschön aber galt den Jungbauern, deren Vorsitzendem Sebastian Tietze er sogar eine Urkunde überreichte.

Die Jüngsten des Trachtenvereins zeigten dann, dass sie den "Alten" in nichts nachstehen, was die Begeisterung für fränkische Volkstänze angeht. Beginnend mit dem "Bauernmädle" zeigten sie in drei Tänzen, was sie schon alles gelernt haben. Bei den großen Trachtlern ging's dann weiter, sie waren schon ein bisschen professioneller, aber so viel gelacht und sich gefreut wie ihre Nachwuchstänzer haben sie nicht.

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