Bütthard

111 Gründe den Wald zu lieben

Der Waldpoet Simon Abeln wurde bei der Lesung im Wald von seinem Jagdhund Ferdinand begleitet. Foto: Helmut Rienecker

Festes Schuhwerk war die richtige Wahl bei einer Autorenlesung im Büttharder Wald. Denn die Zuhörer folgten dem Autor über zwei Stunden durch den Wald zu Stationen, an denen er ihnen aus seinem Buch vorlas. Simon Abeln heißt der Autor, und er wohnt in Bibergau. Aber der gebürtige Stuttgarter hat ein ganz besonderes Verhältnis zum Wald, und das spürt man auch in seinen Texten. Treffpunkt war an der Tontaubenschießanlage mitten im Wald. Die betreibt der Arbeitgeber von Simon Abeln, der Jagdausstatter Frankonia.

Der Waldpoet, wie er sich nennt, ist studierter Forstwissenschaftler und als Jäger hat er Jagd im Büttharder Wald gepachtet. Daher kennt er ihn wie seine Westentasche und findet hier Inspirationen und neue Ideen für seine Texte. Abeln schreibt auch für Blogs und Magazine. Das Buch "111 Gründe den Wald zu lieben" ist sein erstes größeres Werk.

Ein gutes Dutzend interessierter Zuhörer hatte sich eingefunden, als der Waldpoet mit seinem Jagdhund Ferdinand die Führung durch den Wald begann. An verschiedenen Stellen wurde dann Halt gemacht und er las die zum Ort passende Stelle aus seinem Buch vor.

Weil er das Klima schützt

Unter riesigen Buchen öffnete der 47-jährige zum ersten Mal sein Buch. Einer der 111 Gründe den Wald zu lieben, ist für ihn der Klimaschutz. Wälder nehmen das Kohlendioxid aus der Luft auf, wandeln es durch die Fotosynthese schließlich um, erfuhren die Zuhörer und Mitwanderer. Und was die Fläche an Wald in der EU betrifft: Deutschland hat die meisten Wälder in der Gemeinschaft. Doch denen geht es teilweise schlecht. Trockenheit, Borkenkäfer und auch Insekten, wie der Schwamm- und Eichenprozessionsspinner setzen ihnen arg zu. Daher, so erfuhren die Gäste aus dem Buch, müssen empfindliche und standortfremde Bäume wie Fichten durch wärmeliebendere Arten wie Speierling, Elsbeere oder Hainbuche ersetzt werden.

Was das betrifft ist der Büttharder Wald nahezu vorbildlich. Hier wachsen kaum Nadelbäume, die vielen Buchen und Eichen sehen noch gesund aus. Weiter führte der Förster und Poet seine Zuhörer in den Wald. Über Stock und Stein sozusagen. An einer großen Eiche war der nächste Halt. Denn eine Geschichte im Buch handelt von diesen kräftigen Bäumen, die jedem Sturm trotzen. In der Mythologie und im Volksglauben ist die Eiche allgegenwärtig. Und im Aberglauben ranken sich die unglaublichsten Geschichten um diesen Baum. Von denen war dann auch einiges zu hören.

Von Schnapsdrossel und Schluckspecht

An einem in Manneshöhe abgebrochenen Baum las Abeln sein Kapitel über den Specht vor. Und bei diesem nicht ganz so ernsten Thema kann er auch schon einmal seinen Humor zeigen. Denn die Schnapsdrossel ist keineswegs die Frau vom Schluckspecht, sagt er.

An einem Erdhügel erinnert der Autor an die Denkmäler im Wald. Denn so ein Grab aus der Bronze- oder Eisenzeit überdauert im Wald die Jahrtausende. Ebenso wie keltische Schanzen, Reste von Burgen oder als Wolfsfallen gegrabene Löcher. Das alles bewahrt der Wald unter seiner Laubschicht. Romantisch wurde die Lesung an einem Baum mit eingeschnitztem Herz fortgesetzt. Denn der Wald ist auch ein Ort der Liebe und der Romantik.

Wo sich Dachs und Wildschwein "Gute Nacht" sagen

Die Tiere des Waldes sind auch ein Grund, ihn zu lieben. Tief versteckt im Unterholz haben Dachse einen Bau mit vielen Ausgängen gegraben. Aus dem vorgelesenen Abschnitt erfahren die Zuhörer viel über diese nachtaktiven Tiere. Ebenfalls meistens in der Nacht unterwegs sind die Wildschweine. Beim "Fangobad" der Schwarzkittel gab es auch einen Ratschlag über eine Begegnung mit den bis 200 Kilo schweren Tieren. Langsam rückwärts gehen. Und das war dann auch das Stichwort zu Aufbruch.

Auf dem Rückweg machte der Waldpoet dann seinem Namen noch alle Ehre und trug zwei Gedichte über eine Rehfamilie und eine Meise vor – nicht ganz ernst gemeint, im Stil von Heinz Erhard. Im Spätsommer soll die Wanderung wiederholt werden.

Weitere Informationen zu den Wanderungen gibt es im Internet unter www.waldpoet.de

Schlagworte

  • Bütthard
  • Helmut Rienecker
  • Autor
  • Autorenlesungen
  • Bücher
  • Denkmäler
  • Internet
  • Kelten
  • Klimaschutz
  • Lyriker
  • Schutz
  • Wald und Waldgebiete
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!