Würzburg

15 Jahre Rudolf-Virchow-Zentrum

Die zweite Sitzung der Podiumsdiskussion. Oliver Jörg, Georg Rosenthal, Prof. Enrico Schleiff (Moderator), Dr. Sonja Lorenz (Fragende), Prof. Lukas Worschech, Prof. Robert Grebner (von links).
Foto: Rudolf-Virchow-Zentrum | Die zweite Sitzung der Podiumsdiskussion. Oliver Jörg, Georg Rosenthal, Prof. Enrico Schleiff (Moderator), Dr. Sonja Lorenz (Fragende), Prof. Lukas Worschech, Prof. Robert Grebner (von links).

Am Rudolf-Virchow-Zentrum (RVZ) in Würzburg konnte jetzt ein Vierteljahrhundert gelebte Wissenschaft gefeiert werden: 15 Jahre gehen auf das Konto des renommierten Forschungszentrums für Experimentelle Biomedizin – und zehn Jahre auf das der Graduiertenschulen der Universität Würzburg (UWGS).

Sowohl das RVZ als auch die UWGS werden in starkem Maße von jungen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen getragen, so eine Pressemitteilung. Deshalb gab es neben Fachvorlesungen und Festvorträgen auch eine Diskussion mit dem bewusst provozierenden Titel: „Zukunft Wissenschaft?!“. Die jungen Forscher und Forscherinnen mussten sich für ihre Fragen nicht wie sonst üblich aus den hinteren Reihen des Hörsaals zu Wort melden, sondern nahmen inmitten zweier Podiumsdiskussionen auf Augenhöhe zu den Experten ihren Platz ein.

„Wir nennen die Nachwuchsforscher und Nachwuchsforscherinnen übrigens lieber Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in der frühen Berufsphase, denn das ist es, worum es sich handelt“, sagte Professor Enrico Schleiff, der die beiden hochkarätig besetzten Podiumsdiskussionen moderierte.

Über den interaktiven Twitter-Kanal #WissZu2016 konnten auch die rund 250 Zuhörer noch während der Diskussion ihre Fragen einbringen, die Moderator Schleiff umgehend an die Expertenrunde weitergab. „Es war uns wichtig, die erste Jubiläumsveranstaltung des Rudolf-Virchow-Zentrums und der Graduiertenschulen mit einem innovativen Format zu versehen.“, betonten die beiden Organisatoren der Podiumsdiskussion, Daniela Diefenbacher (Leiterin der RVZ Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) und Stephan Schröder-Köhne (Geschäftsführer der Graduiertenschulen der Universität Würzburg).

„Die jungen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen müssen so schnell wie möglich den Nachwuchsstatus verlassen und sich an den Hochschulen genau wie in der Politik aktiv für ihre Belange einsetzen“, forderte Professorin Sibylle Baumbach (Universität Innsbruck) am Ende ihres Impulsvortrages.

Im Laufe der zweiten Podiumsdiskussion wurde bekannt, dass die bayerischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sich in den kommenden Jahren über einen Zuwachs an Professuren freuen dürfen, wie CSU-Landtagsabgeordneter Oliver Jörg berichtete, heißt es in der Mitteilung weiter. So solle der geringe Forschungsanteil nach und nach gesteigert werden.

Die Opposition im Landtag, die bei der Podiumsdiskussion durch Verena Osgyan (Grüne) und Georg Rosenthal (SPD) vertreten war, kämpft prinzipiell für verbesserte Rahmenbedingungen und mehr Mittel an den Hochschulen.

Die Landespolitiker nahmen allerdings auch die Hochschulleitungen in die Pflicht. So müssten sie vermehrt Allianzen schmieden und noch mehr Drittmittel einwerben. Denn schließlich solle es einen gesunden Wettbewerb um die knappen Ressourcen geben. Das sahen auch die Vertreter der Würzburger Hochschulen so, darunter Professorin Andrea Szczesny, Vizepräsidentin der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, FHWS-Präsident Professor Robert Grebner und Professor Lukas Worschech, Leiter des Servicezentrums Forschung und Technologietransfer.

Trotz der vielfältigen Themengebiete versuchte sich Moderator Schleiff an einem Fazit. Er sah zumindest „kleinere Lichtblicke“ für die jungen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen und hob insbesondere die Dynamik in der Würzburger Hochschullandschaft hervor, die schon viel bewirkt hätte. Auch Max-Martin Deinhard, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt, machte den jungen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen Mut: „Die Wirtschaft braucht nicht nur gut ausgebildete und frische Köpfe, sondern auch Ausgründungen aus den Hochschulen.“

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