Würzburg

156 Bäume mehr im Würzburger Stadtgebiet

Aus Sicherheitsgründen wurden im Februar im gesamten Stadtgebiet 190 Gefahrenbäume mit einem Stammumfang von mehr als 60 cm gefällt werden. Auf unserem Archivbild wird eine Linde am Geschwister-Scholl-Platz stückchenweise zerkleinert. Foto: Thomas Obermeier

Rund 40 000 Bäume in Grünanlagen, Parks und an Straßen wachsen im Stadtgebiet: 426 davon im Bischofshut – also innerhalb von Julius- und Balthasar-Neumann-Promenade, Theater- und Neubaustraße. Die Baumbilanz für 2018 sieht für Würzburg so aus: 240 Bäume aus Verkehrsgründen im Stadtgebiet gefällt, 396 neue gepflanzt. Die Anzahl der gefällten Bäume steigt seit Jahren. Vor zehn Jahren waren es im Stadtgebiet etwa 60, 2017 160 und 2018 240 Bäume, die krank wurden. Die Ursachen dafür sind fehlender Wurzelraum, Streusalz, Trockenheit und der Klimawandel. 

Umweltreferent Wolfgang Kleiner führt in einer Pressemitteilung aus: „Das Gartenamt hat als Ersatz für die aus Verkehrssicherungsgründen erforderlichen 240 Baumfällungen insgesamt 229 zukunftsfähige Klimabaumarten wie Robinien, Ulmen und Erlen  gepflanzt. Zusätzlich konnten im Stadtgebiet 167 weitere Neupflanzungen von Bäumen realisiert werden. Somit wurden im vergangenen Jahr 156 Bäume mehr gepflanzt als gefällt.“

7000 Tannen und Elsbeeren im Stadtwald

In der Innenstadt mussten aus Gründen der Verkehrssicherheit im vergangenen Jahr 33 Bäume gefällt werden. Diesen stehen 31 Ersatzpflanzungen und 22 Neupflanzungen gegenüber. Die meisten Neupflanzungen wurden laut Stadt am Hubland im Umfeld der Landesgartenschau und in der Sanderau realisiert – insgesamt 87. Im Stadtwald wurden zur Förderung der Klimatoleranz und zur Erhöhung der Artenvielfalt 5000 Tannen und 2000 Elsbeeren gepflanzt. 

 Auf Antrag der Grünen hat die Verwaltung 2017 eine Übersicht erarbeitet, wo in der Innenstadt Bäume ausreichend Platz vorfinden, um Wurzeln schlagen zu können. 25 unterschiedliche Leitungsbetreiber wurden befragt, um ein sehr präzises Bild vom „Würzburger Untergrund“ zu erhalten.

Aufgrund der vielen Nutzungen unter der Erde in Würzburgs Innenstadt favorisiert das Gartenamt Neupflanzungen im Zuge von Umbauprojekten. Alleine auf dem Kardinal-Faulhaber-Platz und dem Bahnhofsvorplatz lassen sich über 50 neue Baumpflanzungen umsetzen.

Oberbürgermeister Christian Schuchardt: „Faktisch wird Würzburg von Jahr zu Jahr grüner. Durch Pflanzungen im Stadtgebiet und im Stadtwald leisten wir einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz." Erfreulich sei, dass sich das Gartenamt seit Jahren auch über Baumspenden freue. Bereits 2019 wurden bereits 14 Bäume gepflanzt.  

Bäume in der Stadt
Auf das Klima in seiner direkten Umgebung wirkt sich schon ein einzelner Baum positiv aus. Das ist messbar: Ein ausgewachsener Baum verdunstet im Sommer zwischen 400 und 800 Liter Wasser pro Quadratmeter Laubfläche. Ist er dicht beblättert, besteht seine Krone aus 1200 bis 1500 Quadratmetern Blattfläche. Je größer die Krone, desto größer ist also dieser Verdunstungsprozess und auch der gespendete Schatten. Bei großen Laubbäumen ist im Sommer die Temperatur unter der Baumkrone um bis zu 15 Grad Celsius niedriger als in der Umgebung. Gleichzeitig dient die Erde um die Bäume herum als Feuchtigkeitsspeicher, in der Regen versickert und bei anschließender Verdunstung kühlend wirkt.
Bäume schützen vor Wind und Lärm. Ihre Blätter oder Nadeln nehmen durch die Fotosynthese Kohlendioxid auf und setzen Sauerstoff frei. Eine alte Buche produziert unter guten Bedingungen bis etwa 1,7 Kilogramm Sauerstoff pro Stunde. Damit können 50 Menschen eine Stunde lang atmen.
Feinstaub: Außerdem nehmen Blätter und Nadeln Feinstaub aus der Luft. Auch dieser Effekt ist abhängig von der Blattmasse: Je größer die Krone, desto höher die Filterleistung. Laut Umweltstiftung „Die grüne Stadt“ filtert eine Rotbuche (Stammdurchmesser von einem Meter) pro Jahr etwa 1,3 Kilogramm Feinstaub aus der Luft. Das ist die Menge, die ein PKW  auf 20 000 Kilometern ausstößt.

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