WÜRZBURG

16. März 1945: Eine Kugel kracht ins Krankenzimmer

Ich war damals 18 Jahre alt und lebte in Obernbreit in meinem Elternhaus. Zwei Tage nach dem furchtbaren Angriff fand ich auf einem Acker gegenüber von unserem Haus angekohlte Gerichtsakten die man teilweise lesen konnte, die der Feuersturm etwa 25 Kilometer weit dorthin geweht hatte.
Gertrud Schmidt (hinten Mitte) mit ihrer Schwester Magda, dem Bruder Hermann und den Eltern Magdalene und Hans (vorne). Foto: PRIVATFOTO
Dann tauchten Menschen auf, die wohl fluchtartig die Stadt verlassen hatten, sie waren gar nicht komplett gekleidet und trugen auch nur wenige Habseligkeiten bei sich. Es war ein Ehepaar Flurschütz mit ihrer Tochter Dr. Hildegunde (Studienrätin, sie schrieb ihre Doktorarbeit über Fürstbischof von Erthal). Frau Flurschütz hatte wohl weitläufige Verwandte in Obernbreit. Sie fanden „Unterkunft“ in einem Haus, das nicht mehr bewohnt wurde, weil es schon lange unbewohnbar war. Es muss für diese Menschen furchtbar gewesen sein. Der einzige Sohn war gefallen. Frau Flurschütz hat nicht mehr lange ...
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