Würzburg

25 Jahre Stiftung "Wohnstätten für Menschen mit Behinderung"

Seit 25 Jahren gibt es die „Stiftung Wohnstätten für Menschen mit Behinderung“. Beim Jubiläumsfachtag freuten sich (von links) Pfarrer Werner Schindelin (3. Vorsitzender der Stiftung), Eva-Maria Linsenbreder (stellvertretende Bezirkstagspräsidentin), Direktor Hans Schöbel vom Zentrum für Körperbehinderte Würzburg-Heuchelhof, Gertrud Zürrlein (2. Vorsitzende), Festredner Prof. Dr. Andreas Fröhlich, Peter Able (1. Vorsitzender) sowie Peter Motsch (ehemaliger Sozialreferent der Stadt Würzburg).
Foto: Irene Konrad | Seit 25 Jahren gibt es die „Stiftung Wohnstätten für Menschen mit Behinderung“. Beim Jubiläumsfachtag freuten sich (von links) Pfarrer Werner Schindelin (3.

Am 25. November 1993 wurde in Würzburg die „Stiftung Wohnstätten für Behinderte“ ins Leben gerufen. Ihr 25-jähriges Jubiläum hat die Stiftung im Rahmen der ersten Würzburger Inklusionswochen mit einem Fachtag im Zentrum für Körperbehinderte Würzburg-Heuchelhof gefeiert. Im Mittelpunkt stand das Thema „Wohnen für Menschen mit Behinderung“.

Die drei Stiftungsvorständen Peter Able, Gertrud Zürrlein und Pfarrer Werner Schindelin stellten ihre Stiftung und deren Entwicklung vor. Der Stiftung gehören die Wohnanlage St. Konrad am Nikolausberg (1993), die Wohnanlage St. Kilian in der Gotengasse (2002) und die Holzmühle in Würzburg-Lengfeld (2008). Dort leben erwachsene Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen in Wohngruppen und Appartements oder unter dem Konzept „Betreutes Wohnen“ und „Ambulant Unterstützes Wohnen“.

Immer schon haben die Stiftungsverantwortlichen viel umgebaut, renoviert und die Wohnungen den gesetzlichen Bestimmungen angepasst. 2016 wurde der Name in „Stiftung Wohnstätten für Menschen mit Behinderung“ geändert und mit dem Kauf eines Grundstücks auf dem Heuchelhof der erste Schritt für das nächste Wohnheim gemacht. In der Berner Straße baut die Stiftung demnächst ein neues Wohnheim mit 24 Plätzen und einer angeschlossenen Tagesförderstätte.

Zu ihrem Fachtag hatte die Stiftung einen „Markt der Möglichkeiten“ organisiert. An den verschiedenen Ständen stellten sich verschiedene Wohnanbieter in Würzburg und Umgebung vor. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig Menschen mit einer Behinderung nach ihrer Schulausbildung bis zum Rentenalter leben können und dabei individuelle Unterstützung bekommen.

Prof. Dr. Andreas Fröhlich bei seinem Festvortrag „Bei mir zuhause“.
Foto: Irene Konrad | Prof. Dr. Andreas Fröhlich bei seinem Festvortrag „Bei mir zuhause“.

Zu den Höhepunkten des Fachtages zählten eine Podiumsdiskussion mit Moderatorin Karin Baumgärtner, Stiftungsvorstand Peter Able, Maria Schubert als Mutter einer behinderten Tochter, Rollstuhlfahrerin Evi Gerhard und dem Ehrengast Prof. Dr. Andreas Fröhlich aus Kaiserslautern. Der Sonderpädagoge ist eine mehrfach ausgezeichnete Koryphäe, er hat laut Moderatorin Baumeister „die Fachwelt für Menschen mit schwerer Behinderung geprägt wie kaum ein anderer“.

Wie charismatisch und bewandert der Entwickler des Konzepts der „Basalen Stimulation“ ist, bewies Fröhlich bei seinem Festvortrag mit dem Titel „Bei mir Zuhause“. Mucksmäuschenstill lauschten die gut 100 Tagungsteilnehmer seinen Gedanken über die eigene Wohnung als „stärkstes Ausdrucksmittel für Identität“, über Ansprüche an eine moderne Architektur und über „unsere Vorstellung von Normalität als größte Barriere, die wir haben“.

Grußworte sprachen Direktor Hans Schöbel (Vorsitzender des Vereins für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung e.V. Würzburg-Heuchelhof) und Eva Maria Linsenbreder als stellvertretende Bezirkstagspräsidentin. „Eine Wohnung bedeutet Schutz, Geborgenheit, Sicherheit und Wärme“, wusste sie und lobte die „spürbare Herzlichkeit“ bei der Tagung. 

Trotz aller Fachlichkeit gingen bei der bestens organisierten Veranstaltung manche Tagungsordnungspunkte besonders zu Herzen. Zu ihnen gehörten der Film über das Alltagsleben in der Wohngemeinschaft Holzmühle, die Vorstellung des kreativen Inklusionsvereins „Rollywood“ und das Konzert der Inklusionsband „Mosaik“ zum Abschluss des Jubiläumsfachtages.

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