WÜRZBURG

28 Tonnen Stahl hängen am Kranhaken

Altes Bauwerk bekommt eine neue Technik: Die Klappe des Wehres unter der Alten Mainbrücke wurde in einem spektakulären Einsatz erneuert. Foto: Thomas Obermeier

Es war absolute Filigranarbeit, bis die neue Wehrklappe am Montag unter der Alten Mainbrücke ihre Parkposition erreicht hatte. Viele Schaulustige ließen sich das Spektakel nicht entgehen. Absolute Logenplätze mit Bewirtung hatten dabei die Gäste der Mainmühle.

Nach etwa zwei Stunden lag das 28 Tonnen schwere Teil, im Fachjargon Fischbauchklappe genannt, in der Kammer unter dem Brückenbauwerk. Der Kranführer leistete Maßarbeit. Dort wartet eine Hilfskonstruktion, um die 12,25 Meter lange und 3,75 Meter hohe Stahlklappe aus Genthin bei Magdeburg in die endgültige Position weit unter der Brücke zu befördern. Das wird vermutlich am Dienstag geschehen.

Schwierige Baustelle

Gespannte Erwartung herrschte ab der Mittagszeit unter den Arbeitern und Technikern am Wehr. Die Baustelle ist schwierig, alles muss von der Flussseite herangeschafft werden, erläutert Heinrich Schoppmann, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Schweinfurt. An so einem Tag ist es Ehrensache, dass der Chef selbst vor Ort ist. Schließlich geht es um einen Kraftakt direkt an der denkmalgeschützten Brücke. Für ihn ist es ein einmaliger Einsatz in der Region, denn auch das tonnenschwere Teil kann nicht von der Alten Mainbrücke an seine neu Position gehievt werden. Das Gewicht des Kranes wäre zu hoch.

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Eine neue Klappe für die Alte Mainbrücke

Daher wählten die Wasserexperten, unter ihnen Projektleiter Rüdiger Stütz, den Weg auf dem Main ab der Randersackerer Schleuse bis nach Würzburg auf einem Pontonschiff. Das machte genau vor der Kammer für die Klappe fest. Und darauf stand der große Arbeitskran.

Begonnen hatte man das Projekt schon im April 2015. Es dauerte mit einer Winterpause bis heute. So lange hatte die Alte Mainbrücke eine zusätzliche Attraktion zu den steinernen Heiligen: Unter der Mainmühle hatte die Wasserstraßenverwaltung eine spektakuläre Baustelle eingerichtet.

Altes Wehr in schlechtem Zustand

Große Teile des alten Wehres mussten erneuert werden, sie waren in einem schlechten Zustand. Die alten Teile stammen aus dem Jahr 1954. In den vergangenen Monaten wurde unter der Brücke vom Wasser aus gebaggert, Revisionsverschlüsse eingebaut, um den Bereich vor der Wehrklappe trockenzulegen. Auch die Antriebs- und Elektrotechnik mussten ausgetauscht werden.

Runde drei Millionen Euro kostet die ganze Sanierung. Die Baumaßnahmen wurden laut Heinrich Schoppmann fällig, um das Ensemble des Mainpanoramas zu erhalten und um den Hochwasserabfluss zuverlässig zu gewährleisten.

In Stauanlagen erreicht man mit einer Fischbauchklappe einen sehr genauen Oberwasserspiegel, der je nach den Bedingungen im Main schnell geregelt werden kann.

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