WÜRZBURG

441 Kilometer für Organspenden

Am Ziel: 22 Transplantierte und Dialysepatienten waren vom Tegernsee quer durch Bayern geradelt. An der Würzburger Uniklinik war Endstation ihrer Tour, mit der sie für Organspenden warben. Foto: CAROLIN LEMUTH

Sieben Etappen in sieben Tagen. Nach 441 Kilometern quer durch Bayern haben 22 Radler ihr Ziel erreicht: das Zentrum für Innere und operative Medizin in der Würzburger Uniklinik. Sämtliche Teilnehmer haben eine Transplantation hinter sich oder sind Dialysepatienten. Gestartet waren sie am 7. Juli in Tegernsee. Die Route führte quer durch den Freistaat über München, Regensburg und Nürnberg. Spezielle Transplantations- und Dialysezentren wurden von den Radlern angefahren.

TransDia e.V. organisiert bereits seit 2007 jährlich die Radtour-pro-Organspende mit immer neuen Routen. Bayern war nun erstmals Austragungsort. Jeden Morgen schwangen sich die Teilnehmer in ihre Sattel, um auf die schwindende Anzahl an Organspendern und die Notwendigkeit von Transplantationen aufmerksam zu machen. „Nach den Organspendeskandalen haben in Bayern zwei Kliniken ihre Transplantationszentren geschlossen. Es gab einen Einbruch in der Zahl der Organspender um rund 55 Prozent. Pro Tag sterben drei Personen in Deutschland, weil sie kein neues Organ erhalten“, sagt Professor Norbert Roewer, der stellvertretende Ärztliche Direktor der Würzburger Uniklinik. „Alle sind aufgefordert, einen Beitrag zu leisten. Für uns ist es eine Herzensangelegenheit.“

Hauptanliegen der Teilnehmer ist, Danke zu sagen. Stefan Endrich, selbst ehemaliger Dialysepatient mit zwei neuen Nieren: „Ohne das Engagement der Beschäftigten und Transplantateuren, sowie vordergründig besonders den Hinterbliebenen und Angehörigen der Spender, wären Organspenden nicht möglich.“ Seit über 20 Jahren informiert er über Organspenden und seine eigenen Erfahrungen.

„Es sind wichtige Aktionen, wie diese, um den Menschen Scheu und Angst zu nehmen“, sagt Roewer, beeindruckt von der sportlichen Leistung der Teilnehmer. „25 Mitarbeiter der Klinik haben die letzte Etappe von Kitzingen aus begleitet. Sie sind überrascht von der Fitness der Patienten, die vor Lebensfreude und Energie sprudeln.“

Die Spendenbereitschaft müsse sich dringend wieder erhöhen, sagt Mediziner Norbert Roewer. Lobenswert findet er, dass sich der Verein TransDia vollkommen ehrenamtlich engagiert. „Es ehrt uns sehr, dass Würzburg in diesem Jahr als Ziel auserkoren wurde. Dies wertet das Transplantationszentrum auf.“

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