WÜRZBURG

50 junge US-Amerikaner zu Besuch in Würzburg

Sind gespannt auf ihre Zeit in Deutschland: die 50 amerikanischen Jugendlichen, die vor einer Woche nach Würzburg gekommen sind und am Austauschprogramm teilnehmen. Foto: Patty Varasano

Gespanntes Schweigen und neugierige Gesichter im Ratssaal des Würzburger Rathauses – 50 junge Schüler aus den USA verbringen die ersten vier Wochen ihres einjährigen Deutschlandaufenthalts in Würzburg. An diesem Donnerstag wurden sie von Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake herzlich empfangen und auf ihr Austauschjahr eingestimmt. „Are you nervous?“, fragt Schäfer-Blake lächelnd in die Runde. Zustimmendes Nicken folgt, aber die Anspannung legt sich schon nach wenigen Minuten.

Die Schüler sind Teilnehmer des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms (PPP) zwischen den USA und Deutschland. Seit 1983 ermöglicht es jungen Leuten im Alter von 15 bis 17, ein Jahr in Deutschland beziehungsweise den USA zu verbringen. Es wurde anlässlich des 300. Jahrestag der ersten deutschen Einwanderung nach Amerika ins Leben gerufen. Die Teilnehmer verbringen ein Jahr in einer Gastfamilie und gehen im Gastland zur Schule. Wie der Name des Programms verrät, bekommen sie außerdem einen Paten aus dem Bundestag an die Seite und erhalten so aus erster Hand Eindrücke vom politischen Leben in Deutschland.

Gute Beziehungen zwischen Würzburg und den USA

„Würzburg hatte schon immer enge Verbindungen in die USA, das begann mit der Eroberung durch die US-Armee zum Ende des zweiten Weltkriegs“, so Schäfer-Blake. Danach seien die Beziehungen jedoch glücklicherweise freundschaftlicher geworden und mündeten 1964 in der Städtepartnerschaft mit Rochester im Bundesstaat New York. „Bis 2008 waren allerdings noch US-Soldaten hier in Würzburg stationiert“, erklärt sie weiter in ihrer Rede.

Außerdem sei Würzburg auch als Universitätsstadt schon immer am Austausch mit jungen, neugierigen Leuten interessiert. Zum Schluss haben die Schüler noch ein musikalisches Dankeschön für die herzliche Begrüßung durch die Bürgermeisterin vorbereitet – gemeinsam erfüllen sie den Ratssaal mit den Klängen der US-amerikanischen Nationalhymne.

Deutschunterricht zur Vorbereitung

Die ersten vier Wochen verbringen die jungen Austauschschüler in Würzburg, um sich vor Ort auf ihr Jahr in Deutschland vorzubereiten. Sie bekommen intensiven Deutschunterricht und erfahren Wichtiges über die Kultur und Eigenheiten des für sie fremden Landes. „Über die Hälfte der Teilnehmenden hat noch gar keine Deutschkenntnisse.

Um gut mit ihren Gastfamilien klarzukommen, ist es natürlich wichtig, dass sie sich verständigen können“, sagt Wolfram Eckart. Er ist Senior Camp Leader und betreut die Schüler während des Vorbereitungsseminars in Würzburg. Die Würzburger Gruppe stammt von der Westküste, die Meisten kommen aus Kalifornien. Das PPP bringt jedoch Schüler aus allen Staaten der USA nach Deutschland, die nach ihren Vorbereitungsseminaren in verschiedene Städte in der Bundesrepublik kommen.

Lewis Tawney, 16, aus Oregon:„Das Programm ist wirklich eine gute Möglichkeit, um die deutsche Kultur zu erleben. Natürlich gibt es auch einige Klischees, von denen wir gespannt sind, ob sie sich erfüllen, zum Beispiel, dass die deutschen ständig Bratwürste essen und in Biergärten gehen. Ich war noch nie in Deutschland, aber ich denke, ich werde viel Spaß hier haben und neue Leute kennenlernen.“ Foto: Patty Varasano
Jennifer Huang, 17, aus Kalifornien:„Ich interessiere mich sehr für internationale Politik und internationale Beziehungen. Deshalb finde ich das Programm sehr interessant. Außerdem finde ich es spannend zu sehen, wie die amerikanische Politik die restliche Welt beeinflusst und wie Fremde uns Amerikaner sehen. Ich könnte mir auch gut vorstellen in diesem Bereich zu arbeiten. Ich habe leider erst diese Woche angefangen, deutsch zu lernen, aber ich hoffe, das klappt trotzdem alles.“ Foto: Patty Varasano
Caleb Kornfein, 17, aus Kalifornien:„Ich habe deutsche Wurzeln, meine Familie ist jüdisch und emigrierte zu Beginn des 2. Weltkriegs in die USA. Außerdem hat meine Mutter das Programm schon vor 30 Jahren mitgemacht und mir so viele tolle Sachen davon erzählt. Ich habe bereits einmal vier Monate in Köln verbracht und es hat mir super gefallen. Meine Deutschkenntnisse sollten auch erst einmal ausreichen, um über die Runden zu kommen.“Foto: Patty Varasano Foto: Patty Varasano
Dachelle Church, 18, aus Oregon:„Ich war noch nie in Deutschland. Aber seit ich klein bin habe ich den Traum, an so einem Austausch teilzunehmen. Ich hatte auch schon drei Jahre Deutschunterricht an der Schule. Ich freue mich sehr darauf, mit den Bundestagsabgeordneten zu sprechen, das ist wirklich etwas Besonderes. Die Bewerbung für das Programm war am Anfang etwas schwierig, weil man wirklich viel von sich erzählen muss und seine Motivation rüberbringen muss. Aber irgendwie hat es zum Glück geklappt.“Foto: Patty Varasano Foto: Patty Varasano

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