WÜRZBURG

8. Mai 1945: Stadt und Landtag laden zum Gedenken in St. Johannis

Zerstört: Die Ruine der Johanniskirche nach dem Kriegsende 1945ARCHIV WILLI DÜRRNAGEL Foto: Foto:

 An diesem Freitag, 8. Mai, jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 70. Mal. Auch für Würzburg ist der 8. Mai ein besonderes Datum: „Es lässt auch die Hoffnung auf einen Neuaufbau in Frieden und Demokratie wiederaufleben und fordert so in doppelter Weise unser aller Mitwirken an der Gestaltung eines demokratischen und sozialen Gemeinwesens“, schreibt die Stadt in ihrer Pressemittelung zum Gedenktag.

Am Vorabend des Jahrestages, am 7. Mai, findet um 21 Uhr in der Johanniskirche, einem besonderen „Sinnbild für Zerstörung und Wiederaufbau“ in Würzburg, eine große Gedenkveranstaltung statt – zur Erinnerung, vor allem aber auch als Mahnung für die Zukunft. Zwei Monate vor Kriegsende war Würzburg durch den schweren Bombenangriff zu fast 90 Prozent zerstört worden. Der Wiederaufbau dauerte Jahre.

Veranstalter der Gedenkfeier sind die Bayerische Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit, der Bayerische Landtag und das Kulturreferat der Stadt. Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung haben Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Kultusminister Ludwig Spaenle übernommen, den am Donnerstagabend Staatssekretär Bernd Sibler vertritt.

Das Veranstaltungsformat ist ungewöhnlich: Angekündigt sind Bewegungskunst, Tanz, Musik und Videoprojektionen, begleitet von Texten zum Thema Krieg, Trümmerzeit und der Phase des Neubeginns. All das soll sich zu einem künstlerischen Ganzen fügen. Die Gestaltung hat die Schülergruppe „Movimento“ vom Gymnasiums Grafing übernommen, unterstützt durch den Chor des Würzburger Matthias Grünewald Gymnasiums. „Bis Krieg uns lehrt, was Frieden bedeutet“, so lautet der Untertitel der Veranstaltung.

Dr. Harald Parigger, Direktor der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, betont die Funktion des  8. Mai 1945 als Erinnerungstag: ein Tag, an dem man schockiert, entsetzt und voller schmerzlicher Trauer an den bis heute schlimmsten aller Kriege denke, angezettelt von Deutschland und der nationalsozialistischen Diktatur. Dieser Tag sei jedoch auch  ein Tag der Hoffnung auf dauerhaften Frieden. Der 8. Mai fordere die Menschen auffordert, !aus der Erinnerung heraus für die Zukunft zu arbeiten und den Nachkommen den Boden zu bereiten, damit sie wiederum in Frieden leben und weiterhin für ihre Kinder den Frieden sichern können“, so Parigger.

OB Christian Schuchardt verweist auf die „Narben, die die Vergangenheit mit der Zukunft versöhnen“. Sie würden einen nach mehr Toleranz und Achtung der Menschenwürde sehnen lassen und „einen veranlassen, sich für die Wahrung des seit 70 Jahren bleibenden Friedens in Deutschland weiterhin ganz bewusst einzusetzen und somit ein unzerstörbares Zeichen gegen Hass und Gewalt für immer zu statuieren“.  
Landtagspräsidentin Barbara Stamm freut es besonders, dass – 70 Jahre danach – bei dem Gedenken Jugendliche eine so wichtige Rolle spielen. Es zeige, wie wichtig es der jungen Generation ist, die Werte von Frieden, Verständigung und Versöhnung durch ihr Tun zu verteidigen und weiterzutragen.

Die Kirche St. Johannis verknüpfe besonders eindrucksvoll die Vergangenheit mit der Zukunft, so Staatssekretär Bernd Sibler. Vom einstigen neugotischen Kirchenbau hat nur einer der Türme dem Bombardement standgehalten; man hat ihn nicht abgerissen, sondern in ein neues Gotteshaus integriert. Es sei ein schönes Zeichen, dass gerade hier viele Menschen zusammenkommen, um mit einem Friedensfest der 70. Wiederkehr des Kriegsendes zu gedenken.

Am 8. Mai dann, dem Jahrestag, lädt die Stadt ein zu einem „Würzburger Rückblick“. Zur Erinnerung an den  70. Jahrestag des Ende des Zweiten Weltkrieg veranstaltet die Stadt im Rahmen ihres „Dialogs Erinnerungskultur“ einen Rückblick auf sieben Jahrzehnte Frieden mit Zeitzeugenzitaten, Musik und Statements, unter anderem vom Träger des Friedenspreises 2014, Burkhard Hose.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit den „Tagen für Neue Musik“ der Musikhochschule statt, die in diesem Jahr unter dem Motto „ZuFrieden?“ stehen. Alle Musikbeiträge sind Uraufführungen von Werken aus der Kompositionsklasse von Professor  Robert Platz, die eigens für diesen Abend komponiert wurden. Durch den Abend führt Grimm. Beginn ist 19 Uhr im Ratssaal. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss findet ein Empfang im Rathausfoyer statt.
 


Gedenkveranstaltung: Am Donnerstag, 7.Mai, um 21 Uhr in St. Johannis in der Hofstallstraße. Der Eintritt ist frei, Einlasskarten sind bei der Stadt Würzburg im Rathaus erhältlich.




 

Vor der Zerstörung: Die Kirche St. Johannis in einer Aufnahme von 1895.ARCHIV WILLI DÜRRNAGEL Foto: Foto:
Die St. Johanniskirche im Wiederaufbau im Jahr 1957.ARCHIVFOTO: HANS HEER
Stiller Zeuge: Der Turmstumpf von St. Johannis mit den neuen Turmspitzen.OBERMEIER Foto: Foto:

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