WÜRZBURG

85 000 Musikfans besuchen das Umsonst & Draussen

Tanzschritte wie Angus Young und die Zunge spielen lassen in bester Kiss-Manier, die Finalisten auf der Bühne geben alles. Dass die Gitarrensaiten, die sie anschlagen, nur in der Fantasie bestehen, ist gerade der Reiz. Die Entscheidung des Luftgitarren-Wettbewerbs im &-Zelt des Festivals wurde vor großem Publikum ausgetragen.
Umsonst & Draussen 2012 Foto: Thomas Obermeier
Die Preisträgerin, eine junge Asiatin, hat sich den Hauptgewinn, eine Gitarre, die sie sich unter zwei Modellen aussuchen durfte, mit vollem Körpereinsatz erkämpft. Den zweiten Platz konnte ebenfalls eine Frau für sich entscheiden, die andere Gitarre ging an sie. Da hat es dem Drittplatzierten auch nicht geholfen, dass er seinen textilfreien Oberkörper präsentiert hat.

Das Würzburger Umsonst & Draussen-Festival lebt zwar in erster Linie von den dort auftretenden über 90 Bands. Es hat aber auch darüber hinaus jede Menge zu bieten. Und so lockte die Veranstaltung nach Schätzungen von Organisator Ralf Duggen wieder 85 000 Fans auf die Mainwiesen. Neben dem Sieger im Luftgitarren-Contest, einer Disziplin, in der sogar eine Weltmeisterschaft ausgetragen wird, galt es noch Gewinner in anderen Kategorien zu ermitteln. Nämlich den Sieger des Poetry Slams, die Publikums-Preisträger des Foto-Wettbewerbs „AnsichtsSache“ und die beste der sieben angebotenen Espresso-Sorten im Rahmen des Versuchs-Cafés. Dort stand die neapolitanische Röstung „Salimbene Superbar“ weit vorn in der Gunst der Besucher. Viel Beachtung fand die Ausstellung „Popmusik in Würzburg seit 1950“. Vor den 62 Infotafeln, deren Präsentation vom städtischen Kulturamt unterstützt wurde, waren ständig Menschentrauben versammelt, vorwiegend aus der etwas reiferen Jugend rekrutiert, also auch aus aus Betrachtern jenseits der 60, die sich nicht nur an die Auftritte von Deep Purple oder Michael Jackson in Würzburg erinnern können, sondern auch die Zeiten miterlebten, in der die ersten Jazz-Konzerte in unserer Stadt stattfanden.

Ein wenig unglücklich platziert war allerdings der sogenannte „Wortweg“. Direkt nach dem Haupteingang waren Gedichte und Songtexte großformatig aufgehängt, die in den letzten Monaten zur Ausstellung vorgeschlagen wurden. Angereichert wurde deren Präsentation durch Lyrik einiger auf dem U & D auftretender Künstler. Kaum ein Besucher machte da gleich wieder Halt. Da konnte die Ausstellung des Fotografen Tilmann Dominka schon mehr Blicke auf sich ziehen. Seine Schwarz-Weiß-Fotografien, die Besucher des Festivals zeigen, hatten eine zentrale Stelle auf dem Festivalgelände.

Um das U & D für Kinder attraktiv zu gestalten, hatte es neben entsprechenden Events im Kinderkulturzelt und auf dem Freispielgelände auch einige Rummelplatz-Attraktionen zu bieten. Vor allem das Bungee-Trampolin zauberte lachende Münder in junge Gesichter. Staunen konnten dagegen die Jongleure hervorrufen, deren Gaukelspiel mit brennenden Fackeln auch etwas für die Großen war. Und die Auftritte von Breakdance-Gruppen waren immer umlagert.

Durch angebotene Kurse konnte man sich aktiv beteiligen. Aber Beteiligung wird auf dem U & D ja ohnehin seit jeher groß geschrieben.

Kein Wunder, dass bei all den Attraktionen so viele Menschen den Weg an den Main fanden und die Veranstalter zufrieden sind. Dennoch gab es beim 25. Geburtstag eine Negativ-Premiere: Gegen 23.45 Uhr, vor Festivalende musste die Veranstaltung wegen einer Unwetterwarnung abgebrochen werden. Die Besucher verließen geordnet das Gelände am Main, Komplikationen gab es keine. Der Samstag war rekordverdächtig: Es waren mehr Menschen als je zuvor an einem Tag auf dem Gelände, so Duggen. Und auch der Sonntag wurde gut angenommen, auch wenn sich der Blick der Veranstalter-Crew immer wieder bang gen Himmel richtete, denn der frische Wind blies kräftige Wolkengebilde heran. Am Abend fiel dann doch noch Regen.

Die Malteser mit ihrem Leiter Stefan Simon versorgten 50 Leute und damit weniger als 2011. Die Bandbreite reichte von verstauchten Knöcheln bis zu Kreislaufbeschwerden.

ONLINE-TIPP

Alles zum Umsonst & Draussen Festival im Internet: www.mainpost.de/uud

Ausgelassen: Rasante Fahrt in der Plastikschüssel.
Nicht nur Kinderspaß: Bungee-Seil mit Blick auf die Steinburg.

Rückblick

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  2. Festival: Wie sich das U&D in Würzburg verändert hat
  3. Umsonst & Draussen Würzburg: Anfahrt, Bands, Öffnungszeiten
  4. Wie die Bands auf die Umsonst & Draussen-Bühne kommen
  5. Zum „Umsonst & Draussen“: Wohl kälteste Tage dieses Sommers
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  10. Würzburg feiert zum 30. Mal umsonst und draussen
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  12. Bilanz beim „Umsonst & Draussen“: Musik gut, Stimmung gut
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  46. Umsonst & Draußen 2012 - das sind die Highlights
  47. Umsonst & Draussen: Wenig Sonne und viel Musik
  48. Umsonst & Draußen: Rock und Pop am Mainufer
  49. Umsonst &Draußen: Das musst du sehen!
  50. Umsonst, jung und draußen

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