Würzburg

9,2 Millionen Euro für Unterfrankens Kultur-Szene

Mit rund 8,4 Millionen Euro wird der Bezirk Unterfranken in diesem Jahr Kultur und Kulturschaffende fördern. Insgesamt sieht der Haushalt der Unterfränkischen Kulturstiftung, den der Kulturausschuss am Donnerstag (23. Januar) dem Bezirkstag zur Annahme empfohlen hat, Ausgaben in Höhe von fast 9,2 Millionen Euro vor. Damit wird der Bezirk auch in diesem Jahr der mit Abstand größte Kulturförderer in der Region sein.

Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel betonte in diesem Zusammenhang, dass trotz der seit Jahren rückläufigen Erträgen auf den Kapitalmärkten das Fördervolumen des Bezirks auch im Jahr 2020 gehalten werden könne. Zu verdanken sei dies nicht zuletzt einer Verzinsung des angelegten Kapitals von 3,35 Prozent – ein Wert, der weit über dem Marktüblichen liege.

Auch von Seiten der Bezirksrätinnen und Bezirksräte erntete Kämmerer Andreas Polst großes Lob. Bei gleichbleibendem Ausgabenspektrum könne nach seiner Einschätzung auch im kommenden Jahr die Förderung im bisherigen Umfang fortgesetzt werden. Sollte sich allerdings das Zinsniveau nicht wesentlich bessern, würden „in den Jahren 2021 bis 2024 schrittweise verschiedene Ausgaben in den Bezirkshaushalt“ verschoben, sagte Polst. Damit könne die Unterfränkische Kulturstiftung voraussichtlich bis 2025 ihren Aufgaben gerecht werden.

Zur Anlagestrategie erläuterte Polst, dass 98,1 Prozent der Anlagen über Einlagensiche-rungssysteme abgesichert seien und keine Fremdwährungsrisiken bestünden. Außerdem seien die Wertpapiere zur Vermeidung von Klumpen-Risiken auf 17 Emittenten gestreut. Derzeit habe die Unterfränkische Kulturstiftung ein Vermögen von 218,5 Millionen Euro angelegt.

Neben den großen Zweckausgaben der Kulturstiftung für die Museen Schloss Aschach, den Zweckverband Fränkisches Freilandmuseum Fladungen oder die Bodendenkmalpflege mit jeweils deutlich über ein Million Euro, können sich auch mehr als 150 Antragssteller über eine Finanzspritze freuen. Die Förderungen reichen dabei von wenigen hundert Euro für Ausstellungen oder kleine Konzerte bis hin zu 307.600 Euro für die Musikakademie Ham-melburg, 230.000 Euro für das Archäologische Spessart-Projekt, 180.000 für das Theater Schloss Maßbach, 140.000 Euro für das Kirchenburgmuseum Mönchsondheim oder 102.500 Euro für den Nordbayerischen Musikbund.

Dass Unterfranken damit bayernweit spitze ist, machte Andreas Polst an einem kleinen Vergleich deutlich: der Bezirk Unterfranken investiere pro Einwohner 6,83 Euro in die Kul-tur, im bayerischen Durchschnitt seien es 4,82 Euro und in Oberbayern 2,97 Euro.

Das letzte Wort hat jetzt der Bezirkstag von Unterfranken, der auf seiner Sitzung am 13. Februar über den Haushalt der Unterfränkischen Kulturstiftung endgültig abstimmen wird.

Die Unterfränkische Kulturstiftung ist eine Gründung des Bezirk Unterfranken, der sie mit einem Grundstockvermögen in Form von Vorzugsaktien der Bayernwerk AG ausstattete. Nach der Verschmelzung der Bayernwerk AG mit der PreussenElektra AG wurde der Ak-tienbestand in Stückaktien der e.on Energie AG umgewandelt, die im Jahr 2001 verkauft wurden.

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