WÜRZBURG

A3-Ausbau: Straßenführung schon zu erkennen

Ausbau der A 3 bei Würzburg: Rund eine Million Kubikmeter Erdreich werden im Rahmen der Arbeiten zwischen der Anschlussstelle Heidingsfeld und der Talbrücke bei Randersacker bewegt.
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Wie ein Feldherrenhügel ragt ein Teil der Aufschüttung für die künftige Heidingsfelder Anschlussstelle der A 3 in die Höhe. Und wie es sich für einen Feldherrenhügel gehört, hat man auch einen sehr guten Ausblick auf die Baustelle, die sich derzeit von der Ausfahrt Heidingsfeld bis hinüber zur Autobahnraststätte Nord am Heuchelhof erstreckt. Im März dieses Jahres hatte der Umbau der Anschlussstelle begonnen, und derzeit ist dort bereits die spätere Straßenführung zu erkennen.

Bei der Baustellenbegehung mit Jens Ehmke, dem Leiter der Würzburger Dienststelle der Autobahndirektion Nordbayern, donnern ständig schwere Lkw vorbei, ziehen Staubfahnen hinter sich her. An vielen Stellen wird gearbeitet, Arbeiter klettern über die Träger der künftigen Brücke der B 19 über die neue Autobahn und bereiten das betonieren der vierspurigen Fahrbahn vor, die im Sommer 2015 freigegeben werden soll.

A3-Ausbau: Stand September 2014

Bagger heben Regen-Rückhaltebecken aus und beladen die Laster. Im Tal bohrt eine 100 Tonnen schwere Maschine die Löcher für die Bohrpfähle, die später die Last der neuen Talbrücke Heidingsfeld tragen werden. Auch auf der anderen Talseite, am Heuchelhof, wird bereits eine Menge Erde bewegt.

Rund 100 Bauarbeiter werkeln derzeit entlang der Autobahn, die 19 größten Gewerke von rund 50 insgesamt sind bislang vergeben, berichtet Ehmke. „Wir haben das kleinteilig angelegt, um auch dem Mittelstand eine Chance zu geben“, sagt er. 135 Millionen Euro Auftragssumme der veranschlagten 221 Millionen Baukosten seien bereits vergeben.

Nur Firmen aus Unterfranken sind zurzeit am Werk, zum Teil als Subunternehmer größerer Firmen. „Die Gewerke reichen von einem Bohrpfahl zur Bodenerkundung bis hin zum 70-Millionen-Euro-Vertrag für die neue Heidingsfelder Talbrücke“, weiß Ehmke. Die Arbeiten sind aufwändig, für jeden der späteren zwölf Pfeiler muss erst ein eigenes Plateau eingeebnet werden, auf dem die 100-Tonnen-Bohrmaschine einen stabilen Stand hat, und ausreichend Platz für die Anlieferung der Betonmengen ist, die dann mit der Stahlarmierung zum Bohrpfahl gegossen werden.

Insgesamt werden im Laufe des Baues der 5,4 Kilometer langen Strecke etwa eine Million Kubikmeter Erdreich bewegt, sagt Ehmke. „Auch wenn wir im Boden zumeist auf Kalkstein stoßen, gibt es hier eine Lösslehmschicht, die je nach Feuchtigkeit eine gewisse Vorsicht erfordert“, erläutert Ehmke die umfangreichen Vorbereitungen. Die Arbeiten gehen zügig voran, dennoch wird es wohl Weihnachten werden, bis die ersten Pfeiler der neuen Brücke in den Himmel wachsen, schätzt er. 630 Meter lang wird sie werden, mit sechs Meter hohen Lärmschutzwänden auf beiden Seiten und - wie die gesamte Strecke -mit lärmmindernden Fahrbahnbelägen. Durch verschiedene andere Lärmschutzmaßnahmen entlang der Strecke will man erreichen, dass künftig statt 1000 Gebäuden nur noch 16 von der Überschreitung der Grenzwerte betroffen sind.

Die jetzige Brücke wird die geplante Bauzeit bis Ende 2016 wohl gerade noch überstehen. „Wenn wir die nicht einhalten können, sind massive Reparaturen fällig“, fürchtet Ehmke. Doch er ist optimistisch. Wenn sie ihren Dienst getan hat und der Verkehr über die neue Brücke rollt, wird die alte Brücke abschnittsweise demontiert und abgelassen.

Auf der Heuchelhöfer Seite ziehen sich die Arbeiten für den Katzenbergtunnel und die Behelfsfahrbahn schon beidseitig der bestehenden Autobahn bis zur den Rastanlagen hin. „Östlich der Rastanlagen bis zur Randersackerer Brücke ist die Ausführungsplanung durch die Regierung von Unterfranken derzeit noch nicht genehmigt. Dort werden wir aber im März kommenden Jahres beginnen können“, ist der Dienststellenleiter zuversichtlich. Die Rastanlage Nord werde ihren Betrieb uneingeschränkt während der gesamten Bauzeit aufrecht erhalten können. „Bei der Anlage Süd ist das derzeit noch in der Diskussion“, sagt Ehmke.

Wie massiv in den Untergrund eingegriffen wird, lässt sich am besten an der Unterführung des Unteren Kaulwegs unter der bestehenden A 3 durch nachvollziehen. „Die neue Autobahn wird unter dem jetzigen Niveau des Weges verlaufen, der Weg führt dann über die Autobahn“, erläutert Ehmke. Die Pläne untermauern seine Worte. „Selbstverständlich wird sich der Gradient der Straße verändern“, sagt er dann noch. Zu deutsch: Die Straße wird steiler. Befürchtungen von Kritikern, die Böschungen würden zu steil, teilt er aber nicht.

Die Fahrbahnachse wird künftig neun Meter tiefer als derzeit und am Tunnelportal zur Talbrücke hin um 39 Meter Richtung Tal verschoben verlaufen, auf 570 Metern Länge in einem Tunnelbauwerk, erst nach den Rastanlagen wird die Strecke langsam wieder auf das derzeitige Niveau ansteigen. Fast 40 Meter wird sie breit, drei Richtungsfahrbahnen Richtung Nürnberg wird es geben, vier Richtung Frankfurt, wegen der Steigung von der Brücke Randersacker hinauf zum Heuchelhof. 743 Bohrpfähle werden den Tunnel am Hang stützen.

Ständig donnern auch auf dieser Baustellenseite Lkw vorbei, mit Erde beladen. „Die holen sie aus der Erddeponie an der Randersackerer Ausfahrt“, erklärt Ehmke. „Wir graben zwar viel ab, aber im Moment brauchen wir mehr Boden, als wir abgraben. Später haben wir dann wieder eine Menge Überschuss, der dann wieder in den Kringeln der Anschlussstellen Randersacker und Heidingsfeld verbaut wird. Das ist immer ein bisschen eine Tüftelei.“

Auch ein „bisschen Tüftelei“ ist sein nächstes Problem: „Wir müssen während der gesamten Bauzeit immer mindestens fünf Fahrspuren erhalten, die Zufahrten zur Baustelle sicherstellen und die Arbeitssicherheit beachten“, berichtet der Dienstellenleiter. „Wir können keine Leute arbeiten lassen, wenn direkt daneben Lkw vorbeidonnern. Das könnte böse Folgen haben. Und den Verkehr durch die Stadt leiten wollen wir ja auch nicht.“

Kunstvolle Baustahlarmierung: In den Boden versenkt und mit Beton vergossen wird sie später die Pfeiler der neuen Autobahnbrücke tragen. Foto: Theresa Müller
Auf dem Heuchelhof: Hier wird der Tunneltrog entstehen.
Auf dem Schlauch....

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