WÜRZBURG

Ämterhochhaus: Investor wirbt mit grüner Fassade

So soll das neue alte Hochhaus in der Augustinerstraße aussehen. Rechts daneben das neu geplante Nachbarhaus. Foto: Illustration: Hans-Löffler-Haus GmbH

Abriss oder Sanierung? In der Diskussion um die Zukunft des denkmalgeschützten Ämterhochhauses in der Augustinerstraße wirbt der Investor jetzt mit einem neuen Argument für seine Pläne das Haus abzureißen und als Rekonstruktion wieder aufzubauen: Teile des Neubaus sollen begrünt werden.

Steffen Jodl, Geschäftsführer des Würzburger Bund Naturschutzes, nennt diese Absichten „ein Musterprojekt für den Klimaschutz“.

Spatz: Grün ist modern

Wie berichtet, gehört die 87 Jahre alte Immobilie seit Ende vergangenen Jahres der „Hans-Löffler-Haus-Augustinerstraße GmbH“. Dahinter stehen die Unternehmerfamilie Barlian als Hauptfinanzier, die Familie Seissiger sowie Stadtrat und Unternehmensberater Joachim Spatz. Sie haben das achtstöckige, 1930 gebaute Hochhaus sowie das Nachbargebäude Nummer 11 von der Reichenberger Informica Real Invest AG erworben.

Das Nachbaranwesen soll durch einen modernen Glas-Beton-Bau mit Flachdach ersetzt werden. „Die Moderne unserer Zeit ist Begrünung“, erklärt Spatz bei einer Pressekonferenz. Sowohl Dachflächen als auch Balkone und Fassadenvorsprünge des Neubaus sollen mit Pflanztrögen besetzt werden.

Dort könnten dann sowohl Bäumchen als auch kleinere rankende oder blühende Pflanzen wachsen. Unter dem Gebäude ist eine Zisterne für Regenwasser zur Bewässerung geplant.

700 Quadratmeter Grün auf dem Dach und an der Fassade

„700 Quadratmeter Fläche werden so begrünt“, sagt Projektleiter Georg Seissiger. Zusätzlich sollen in der Straße sechs Bäume gepflanzt werden – drei mehr als bisher hier waren. Die Kosten für die gesamte Begrünungsmaßnahme liegt laut Investor im „mittleren sechsstelligen Bereich“.

Über die Vorteile für Mikroklima und Biodiversität informieren bei der Pressekonferenz zwei von den Bauherren beauftragte Ingenieure aus Kassel. René Burghardt erklärt, dass Pflanzen in der Stadt räumlich begrenzt sowohl Schadstoffe aus der Luft filtern als auch für Kühlung sorgen. Thomas E. Hauck sagt, dass diese Lebensraum für verschiedene Tierarten bieten.

Bund Naturschutz: Ein Musterprojekt für den Klimaschütz

„Wir fordern schon lange eine stärkere Begrünung der Innenstadt“, betont Jodl vom BN. Dass ein Investor freiwillig Dach und Fassaden durch Begrünung vor Erhitzung schützt, sei in Würzburg neu. „Das ist ein Musterprojekt für den Klimaschutz und hoffentlich eine Initialzündung für Nachahmer.“

Deshalb unterstütze der BN dieses Vorhaben.

Auch die Stadt Würzburg will mehr Pflanzen in der Stadt: Auf Antrag der Grünen-Fraktion werden Hausbesitzer am Weg zur Landesgartenschau finanziell unterstützt, wenn sie Fassaden begrünen. 18 000 Euro stehen dafür zur Verfügung.

FDP-Stadtrat war bislang kein Klimaschützer

Die Fraktion von Politiker Spatz ist bislang im Stadtrat nicht durch besonderes Engagement für Klimaschutz aufgefallen. Dass Spatz jetzt als Privatperson mit diesem Argument wirbt, sei aber kein Widerspruch: „Die stadtklimatischen Aspekte des Projektes leuchten ein“, meint Spatz.

An diesem Freitag wird sich die Kommission für Stadtbild und Architektur mit den geplanten Neubauten von Ämterhochhaus und Nachbargebäude befassen.

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