Würzburg

AWO spendet für den Weg der Erinnerung

AWO Unterfranken unterstützt mit einer Spende von 500 Euro den Würzburger Denkort Aumühle. Stefan Wolfshörndl (Zweiter von links) und Martin Ulses (daneben) überreichten einen symbolischen Scheck an (von links) Hannelore Hübner, Benita Stolz und Karl-Heinz Spiegel aus der Projektgruppe.
AWO Unterfranken unterstützt mit einer Spende von 500 Euro den Würzburger Denkort Aumühle. Stefan Wolfshörndl (Zweiter von links) und Martin Ulses (daneben) überreichten einen symbolischen Scheck an (von links) Hannelore Hübner, Benita Stolz und Karl-Heinz Spiegel aus der Projektgruppe. Foto: Dirk Baumann

Ein kleiner Güterbahnhof in der Aumühle in Würzburg wurde in den Jahren 1941 bis 1942 den meisten der noch in der Region lebenden Menschen jüdischen Glaubens zum Verhängnis. 1794 Männer, Frauen und Kinder mussten hier in die Züge steigen, die sie quasi direkt in den Tod fuhren. Von ihnen und den 274 weiteren aus Kitzingen und vom Würzburger Hauptbahnhof aus deportierten Menschen überlebten nur 60 diese Deportation und die Schreckensherrschaft der Nazis.

Heute gibt es den Ladehof in der Aumühle nicht mehr. Auf dem Gelände hat sich Gewerbe angesiedelt, Leute parken dort und kaufen ein. Erhalten geblieben ist aber ein Stück des Aufgangs von der Schweinfurter Straße aus zu den Gleisen für die in der Vergangenheit todbringenden Züge. Das letzte Wegstück also quasi, dass die betroffenen Menschen in ihrer Heimat gingen.

Das Projekt „Wir wollen uns erinnern“ setzt sich dafür ein, an diesem erinnerungsträchtigen Ort in der Aumühle eine zentrale Gedenkstätte für die jüdischen Opfer der NS-Gewaltherrschaft zu schaffen. Viele Unterstützer hierfür haben sich bereits gefunden, angefangen von den Initiatoren aus der israelitischen Kultusgemeinde, der Stadt Würzburg, der Regierung und dem Bezirk Unterfranken, von Heimatpflegern, dem Bündnis für Zivilcourage und der Jugendbildungsstätte Unterfranken.

Jetzt hat sich auch die AWO Unterfranken dem breiten Bündnis angeschlossen und unterstützt das Vorhaben. „Auch die AWO gehörte zwischen 1933 und 1945 zu den von den Nazis verfolgten Organisationen. Gerade auch deshalb fühlen wir uns diesem Projekt verbunden. Die Erinnerung an die Auswirkungen rechter Gesinnung und das Zusammenstehen demokratischer Kräfte gegen diese, ist für uns in der AWO gerade in der heutigen Zeit eine wichtige Aufgabe“, so der Bezirksvorsitzende Stefan Wolfshörndl in einer Pressemitteilung. 500 Euro für die Gestaltung des Erinnerungsortes überreichten er und Martin Ulses, Geschäftsführer des Wohlfahrtsverbandes, deshalb an Benita Stolz und weitere Mitglieder der Projektgruppe.

Mehr Infos zum Projekt gibt es unter: www.denkort-aumuehle.de

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Würzburg
  • Robert Menschick
  • Benita Stolz
  • Glaube
  • Judentum
  • Stadt Würzburg
  • Stefan Wolfshörndl
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!