Würzburg

Abriss: Jetzt verschwindet die US-Tankstelle am Hubland

Eine Baufirma setzt in diesen Tagen um, was der Würzburger Stadtrat im Februar beschlossen hatte: Die alte US-Tankstelle ist jetzt ein Fall für schweres Abrissgerät.
Mit schwerem Gerät: Die ehemalige US-Tankstelle am Hubland wird in diesen Tagen abgerissen. Foto: Thomas Obermeier

Monatelang war um sie gestritten worden, nun verschwindet sie von der Bildfläche: Seit dieser Woche wird die ehemalige US-Tankstelle am Hubland abgerissen. Wie im Rathaus zu erfahren war, soll der Abbruch noch in dieser Woche beendet werden. 

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US-Tankstelle am Hubland

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Bereits seit mehreren Wochen war nach und nach die Innenausstattung des Gebäudes abgebaut worden. Seit Montag verrichten nun schwere Abbruchgeräte ihr Werk. Zunächst wurden die seitlichen Anbauten des früheren Verkaufsraums abgerissen, folgen werden der Verkaufsraum und der tiefer gelegene rückwärtige Teil, in dem während der Landesgartenschau 2018 (LGS) eine Ausstellung zur Geschichte des Hublands zu sehen war. Für die Ausstellung soll ein anderer Ort zur Präsentation gefunden werden, vermutlich das neue Stadtteilzentrum HUB 27+. 

Um die Tankstelle entstand kurz vor Ende der LGS eine Debatte

Um Erhalt oder Abriss der Tankstelle war im September 2018, kurz vor Ende der LGS, eine Debatte entstanden, ausgelöst durch einen offenen Brief der Architekturhistorikerin Antje Hansen, zugleich Vorsitzende des Vereins der Würzburger Gästeführer. Während der Gartenschau war die ehemalige Tankstelle als "American Diner" hergerichtet worden und hatte den Charme der bunten 1950er Jahre versprüht. Der Abriss war allerdings längst vor der LGS beschlossene Sache gewesen, nur für das halbe Jahr Gartenschau sollte der Bau mit den markant gebogenen Fenstern noch einmal eine Funktion erhalten. 

Mit der zeitweiligen Nutzung als Imbiss-Treffpunkt rückte dann jedoch das Gebäude plötzlich selbst in den Blickpunkt. Nach dem Appell Hansens organisierte sich in kurzer Zeit ein Aktionsbündnis, das für den Erhalt der Tankstelle eintrat. Auch Stadtheimatpfleger Hans Steidle, der in der Tankstelle ein "Denkmal im Sinne des Stadtgedächtnisses" sah, sprach sich dafür aus. Experten des Landesamtes für Denkmalpflege bescheinigten dann jedoch im Dezember dem 1952 errichteten Gebäude ausdrücklich keine Denkmaleigenschaft. Zum selben Ergebnis waren die Denkmalpfleger bereits bei einer ersten Begutachtung 2009 gekommen. 

Die US-Tankstelle während der Landesgartenschau als "American Diner". Foto: Dita Vollmond

Stadtrat entschied sich klar für den Abriss

Das Tankstellen-Aktionsbündnis hatte unterdessen nicht nur eine Online-Petition für den Erhalt initiiert, sondern kurz vor der Entscheidung im Stadtrat noch Vorschläge für eine künftige Nutzung unterbreitet. Bei der Abstimmung am 21. Februar war das Votum dann jedoch klar gewesen: Nur zwölf von 33 Stadträten wollten, dass die Tankstelle stehen bleibt. Nach dem Abriss soll die Fläche nun wie geplant zur Erweiterung des "Grünen Bandes" dienen, mit dem  die zur LGS angelegten Sinnesgärten und Terrassengärten Richtung Stadtteilpark fortsetzt werden. 

In Würzburg unumstritten war und ist der ebenfalls laufende Abriss der Reste des ehemaligen amerikanischen Kaufhauses, von dem während der LGS noch der ehemalige Food Court als SB-Gaststätte genutzt worden war. Die Mall war für 18 Millionen US-Dollar gebaut und erst 1998 eröffnet worden. Bei früher in Würzburg stationierten Amerikanern ruft allerdings auch dieser Abriss wehmütige Gefühle hervor. Auf der Facebookseite "Leighton Barracks Würzburg" finden sich zum  Bericht dieser Redaktion über den Abriss 150 Kommentare mit teils persönlichen Erinnerungen an die Zeit der Amerikaner in Würzburg. Der Facebook-Post selbst wurde bis jetzt 225 Mal geteilt. 

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